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An ihrer Haustür vereinbarte ein Mann – wohl unter falschem Namen – mit der Tölzerin ein Abo, das sie nicht wünschte. 

Seniorin mit Mitleidsmasche übers Ohr gehauen

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Bad Tölz - Mathilde Berger ließ sich an der Haustür ein Zeitschriftenabo andrehen, dass sie so nicht wollte. Jetzt warnt sie andere, damit die nicht auch auf die Mitleidsmasche hereinfallen. 

 Mathilde Berger ist wütend auf den Mann, der ihr die „Brigitte“ andrehte. Eigentlich brauche sie überhaupt kein Zeitschriftenabo. Nur aus Mitleid ließ sich die 87-Jährige dann doch zu einem überreden. Und da beginnt der Ärger.

Ein Mann, laut Berger „rüstig“ und um die 50, klingelte an ihrer Haustüre in Bad Tölz. Zunächst tischte er ihr ein paar Eckpunkte seiner offenbar gefälschten Lebensgeschichte auf: Er habe früher im Krankenhaus gearbeitet. Seit einiger Zeit habe er gesundheitliche Probleme und könne nur mit einem Herzschrittmacher leben. Zur spärlichen Frührente müsse er sich etwas dazuverdienen. Berger beeindruckte das nach eigener Aussage zunächst wenig: „Er ist sehr nah an die Türschwelle getreten. Das war mir unangenehm.“

Auf die Mitleid-Masche fiel die Tölzerin erst rein, als ihr der Mann das Abo einer Handarbeits-Zeitschrift anbot. Einmal im Monat würde er sie selbst vorbeibringen und dann die fälligen drei Euro kassieren. Daraufhin drückte er Berger die Liefervereinbarung in die Hand. Auf der stand nun schwarz auf weiß, dass sich die 87-Jährige zu einem 14-tägigen Abo der Frauenzeitschrift Brigitte verpflichtet hatte. Kosten pro Exemplar: 3,40 Euro statt der vereinbarten 3 Euro.

Berger ärgert sich über den Betrüger. „Er hat so heimatnah gewirkt“, sagt sie. Der Mann habe behauptet, er wohne gleich in der Nachbarschaft. Die Tölzerin will andere warnen, damit sie nicht auf den gleichen Trick reinfallen. Die Erste ist sie offensichtlich nicht. Die Liefervereinbarung ist von einer Düsseldorfer Firma ERSO Verlagswerbung und einem gewissen Erwin Sommer ausgestellt. Unter diesem Namen habe sich auch der Mann an Mathilde Bergers Türe ausgegeben, berichtet die Frau, die vermutet, dass der Verkäufer in Wirklichkeit anders heißt. In diversen Internet-Foren tauchen bei der Suche nach der Firma ERSO ähnliche Fälle auf, bei denen vorwiegend ältere Menschen Zeitschriftenabos aufgedrängt wurden. Einige davon beziehen sich ebenfalls auf einen Erwin Sommer.

Eine ERSO-Homepage ist im Netz nicht zu finden, sondern nur eine Telefonnummer mit Duisburger Vorwahl, die allerdings nicht funktioniert. Kombiniert ist die Nummer mit einer Düsseldorfer Adresse – einer anderen als auf der Liefervereinbarung. Nachfragen ergaben, dass die Firma weder im Handelsregister noch bei der Gewerbemeldestelle der Stadt Düsseldorf registriert ist. Mathilde Berger hat die Liefervereinbarung sofort bei der Post rückgängig gemacht. Außer der Sechs-Euro-Gebühr dafür hat sie keinen finanziellen Schaden erlitten.

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