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„So etwas wie meine Schülerband“: Vom Ritchie (2.v. li.), bekannt als Schlagzeuger der „Toten Hosen“, tritt am Dienstag mit der Formation „Cryssis“ in Bad Tölz auf. 

Interview mit Vom Ritchie 

„Tote Hosen“-Schlagzeuger: „Am Walchensee habe ich mich gefühlt wie in der Karibik“

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Er ist Schlagzeuger bei der Düsseldorfer Band „Die Toten Hosen“ - und auch in der Region Bad Tölz daheim: Vom Ritchie. Am Dienstag tritt er hier auf. Wir haben vorher mit ihm gesprochen.

Bad Tölz– Eigentlich hat der Engländer Vom Ritchie (53) in Düsseldorf seine musikalische Heimat gefunden: nämlich als Schlagzeuger der Punk-Band „Die Toten Hosen“, der er seit 20 Jahren angehört. Aber auch im südlichen Landkreis ist er ein alter Bekannter. Zum wiederholten Male tritt er hier am Dienstag, 27. Februar, mit seiner Band Cryssis auf. Für das Unplugged-Konzert im „Jailhouse“ (20 Uhr, Eintritt: 5 Euro) gibt es noch Karten. Im Kurier-Interview berichtet er von den Erinnerungen, die er mit der Region verbindet.

Herr Ritchie, es ist nicht das erste Mal, dass Sie am Dienstag im Isarwinkel auftreten.

Stimmt, ich bin schon einige Male in Lenggries und Bad Tölz aufgetreten. Ich habe hier sogar meinen 50. Geburtstag im „Jailhouse“ in Bad Tölz gefeiert.

Wie kam das denn?

Das war eigentlich Zufall. Bad Tölz stand an diesem Tag einfach auf dem Konzertplan, und so haben wir mit einer Party reingefeiert.

Welche Erlebnisse verbinden Sie mit dem Isarwinkel?

Am Tag nach der Geburtstagsparty hat mich mein Freund Robert Werner vom „Altwirt“ in Lenggries mit aufs Brauneck genommen. Wie sind mit der Bergbahn hinaufgefahren und sind oben ins Panoramarestaurant gegangen. Das war fantastisch. Einmal waren wir zusammen am Walchensee. Da habe ich mich gefühlt wie in der Karibik. Ich liebe diese Gegend.

Sie sind daran gewöhnt, mit den Toten Hosen in riesigen Stadien vor tausenden Zuhörern aufzutreten. Mit welchen Gefühlen gehen Sie da in ein Konzert in kleinem Rahmen in Bad Tölz?

Das wird riesengroßen Spaß machen. Natürlich ist es wundervoll, vor 40 000 Leuten aufzutreten. Aber wenn man jedem einzelnen im Publikum ins Gesicht schauen kann, ist das auch toll.

Werden beim Konzert mit „Cryssis“ die Fans der „Toten Hose“ auf ihre Kosten kommen?

„Cryssis“ ist eine Power-Pop-Band, nicht wirklich eine Punk-Band. Wir spielen eingängige Songs zum Mitsingen. Weil wir hier ja schon öfter aufgetreten sind, kennen uns die Leute, glaube ich, und sie wissen, was sie erwartet. Wir haben gerade am 19. Januar unser viertes Album herausgebracht, und es war sogar einen Tag lang in den Trend-Charts auf Platz 73.

Während Sie mit den Toten Hosen regelmäßig auf Platz 1 der Charts stehen. In welcher Band spielen Sie eigentlich lieber?

Ja, das aktuelle Hosen-Album steht zurzeit immer noch in den Top 20. Das ist schon toll. Die „Toten Hosen“, das ist meine Karriere. Mit „Cryssis“ ist es eine andere Schiene, das ist so etwas wie meine Schülerband. Wir haben 1981 miteinander angefangen. Dann hatten wir eine kleine Pause von 24 Jahren. Irgendwann ist mir ein Band mit unseren alten Liedern in die Hände gefallen. Ich fand sie zu gut, um sie wegzuwerfen. 2009 haben wir uns also wieder zusammengetan und die alten und auch einige neue Songs aufgenommen.

Diesen Montag werden Sie auch mit einigen Lenggrieser Musikschülern zusammentreffen. Welche Ratschläge werden Sie ihnen mit auf den Weg geben?

Ich gebe gar keine Ratschläge, wenn ich nicht danach gefragt werde. Was ich den jungen Leuten sagen könnte, wäre: Wenn Ihr eine Karriere im Musikgeschäft machen wollt, dann müsst Ihr Euch dafür zu 100 Prozent einbringen und auch viele Opfer bringen. Auch ich habe sehr viel aufgegeben und schwere Zeiten durchlaufen. Manchmal ist das wirklich sehr schwierig, auch was private Beziehungen angeht. Nicht jede Partnerin will das Leben eines Musikers mitmachen. Heute habe ich Glück, denn meine Freundin ist auch Musikerin und mit den „Toten Hosen“ auf Tour. Sie spielt Geige, und die Leute lieben sie. Generell sollten sich junge Leute aber genau überlegen, ob es für sie nicht auch okay ist, in einer Hobbyband zu spielen.

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