Persönlicher, sympathischer Auftritt : Die Band Cryssis mit Dick York (li.) und Vom Ritchie im Tölzer Jailhouse. Foto: Arndt Pröhl

„Cryssis“ im „Jailhouse“ 

„Tote-Hosen“-Schlagzeuger  live in Tölz: Ohne Star-Allüren

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Vom Ritchie, der Drummer der „Toten Hosen“, zeigt sich bei seinem Auftritt im „Jailhouse“ mit der Band „Cryssis“ nahbar.

Bad Tölz– Es ist ein unaufgeregter Auftakt. Als die Vorband „IQ Zero“ fertig gespielt und ihre Instrumente weggepackt hat, schlendert Vom Ritchie von der Empore des „Jailhouse“ gemütlich nach unten, Brille auf der Nase und in Richtung „Bühne“ – also zu dem Bereich, in dem die Tische zur Seite geschoben wurden, um Platz für die Musiker zu machen. Fast hat man den Eindruck, der Drummer der „Toten Hosen“, der an diesem Abend mit seiner Band „Cryssis“ auftritt, möchte jeden Gast persönlich begrüßen, so umgänglich wirkt er. Keinerlei Star-Allüren, obwohl er sonst vor tausenden von Zuschauern spielt. Die Tische im „Jailhouse“ sind gut besetzt, direkt vor der Bühne warten etwa 50 Fans stehend auf die Band.

Nach einem „Servus“ und einer kurzen Geschichte, dass Ritchie zuletzt hier war, als er seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, legen er und Dick York los. Unplugged, melodischen Punkrock. York spielt Gitarre und singt, Vom Ritchie trommelt. Aber eben nicht auf einem gigantischen Schlagzeug, wie man es von seinen „Hosen“-Auftritten gewohnt ist. Er sitzt auf einer Cajon-Trommel, hat sonst nur Becken und Schellen und arbeitet ausschließlich mit den Händen.

„In Lenggries gab es super Sänger und super Trinker“

Sie beginnen mit „Everythings a lie“, gefolgt von „Words“ – in der schnellsten Version, die je gespielt worden ist, sagen die beiden Musiker. Bei „Another brave day“ wird das Publikum, das vom ersten Song weg tanzt und mitgeht, zum Klatschen animiert.

Zwischendrin gibt es Witze über das Alter und Alkohol, Vom Ritchie und Dick York nehmen sich gegenseitig auf die Schippe. Am Vorabend spielte die Band im „Altwirt“ in „Lengaries“, wie York es ausspricht und prompt von Ritchie korrigiert wird. „In Lenggries gab es super Sänger und super Trinker“, scherzt der Drummer.

Bei „Fighting in Brighton“ wird von den Fans gefordert, das sich wiederholende „Oh oh oh“ mitzusingen, und zwar „bis der Kronleuchter bricht“. Dieser bleibt zwar ganz, das Mitsingen klappt aber sehr gut. Dann wieder humorige Zwischenmoderation von Vom Ritchie: „Der nächste Song ist weltweit bekannt, mit ihm habe ich eigentlich mein ganzes Geld verdient. Nicht mit diesen anderen Typen, dieser deutschen Band. Ich hab’ ihren Namen vergessen.“

Es folgt „Could it be“, eingängiges Lied, das sofort zum Mitsingen verleitet. Es wird später auch die letzte von fünf Zugaben sein. Dann holen Vom Ritchie und York die Geigen-Spielerin Laura Knapp mit auf die Bühne, die sie einige Stücke begleitet. Auch Jeremiah Gahn aus Bichl, Frontmann der Vorband „IQ Zero“, spielt gegen Ende des Konzerts noch bei ein paar Songs mit.

Genauso unaufgeregt wie es begonnen hat, endet auch das Konzert. Applaus für die Künstler, die dann zu ihren Fans schlendern. Vor allem Vom Ritchie ist gefragt, er gibt Autogramme, macht Selfies und plaudert. Ein runder Abschluss eines sympathischen Abends.

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