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Nach wie vor ein Anziehungspunkt für viele Urlauber ist Bad Tölz.

Reisende kommen wieder in die Region

Landkreis in Pfingstferien gut gebucht: Der Tourismus nimmt Fahrt auf

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Die Reiselust nimmt wieder zu: Davon profitiert auch die Tourismus-Branche in Bad Tölz, Lenggries und Kochel.

Bad Tölz-Wolfratshausen Trauen sich die Menschen, in den Urlaub zu fahren? Oder verdirbt die Angst vor dem Coronavirus die Reiselust? Die Spannung in der Tourismus-Branche war groß, wie viele Besucher während der Pfingstferien in den Landkreis kommen würden. Schon klar: Belastbare Zahlen gibt es noch keine. Die Auswertung erfolgt wie gewohnt erst zum Ende des Monats. Doch lässt sich auch so schon eines festhalten: Die Sorge vor leeren Betten hat sich nicht bewahrheitet. Der Tourismus nimmt Fahrt auf – auch zu Zeiten von Corona.

Diesen Eindruck bestätigt die Tölzer Kurdirektorin Brita Hohenreiter. Sie betont: „Es lief alles in allem sehr gut.“ Zu rechnen sei damit jedoch nicht gewesen. Beim Blick auf die Vorbuchungen bezüglich der Pfingstferien schwante Hohenreiter noch Böses. Nur äußerst spärlich trudelten die Anfragen potenzieller Besucher ein. „Sehr zäh alles.“ Wenig überraschend nach Monaten voller Beschränkungen und geschlossener Grenzen.

Zu Beginn der Pfingstferien schnellten die Buchungen in Tölz in die Höhe

Doch überwog bei den meisten Menschen offenbar doch die Lust, einmal für wenige Tage den heimischen Gefilden zu entfliehen und Urlaub zu machen. Denn mit Beginn der Pfingstferien schnellten plötzlich auch die Anfragen nach Hotelbetten und Unterkünften in die Höhe. „Der Bedarf hat von Tag zu Tag angezogen“, sagt Hohenreiter. Sogar so stark, dass für manch kurzentschlossene Ausflügler kaum noch ein Bett zu finden war. Hohenreiter erzählt von einer Gruppe von Radfahrern, für die ihr Team von der Tourist-Information beinahe keine passende Unterkunft mehr übrig hatte. Also alles schon wieder wie vor der Corona-Pandemie? „Das vielleicht nicht ganz“, sagt Hohenreiter. „Aber das Leben geht wieder los – und das ist gut so.“

Daniel Weickel, Tourist-Info Kochel am See.

Ähnlich äußert sich Daniel Weickel. Der Teamleiter der Tourist-Information Kochel am See blickt auf zwei Wochen mit zahlreichen Gästen zurück. „Wir sind mit den Pfingstferien zufrieden“, sagt er. Vor allem Campingplätze seien sehr gefragt gewesen. Nur zu verständlich. Wo sonst lässt sich der Corona-Ansteckungsgefahr leichter aus dem Weg gehen als an der frischen Luft? 

Nach Kochel kamen weniger ältere Stammgäste und mehr junge Familien

Eine weitere interessante Beobachtung hat Weickel bezüglich der Personengruppen gemacht, die es in den Ferien an den Kochel- und Walchensee gezogen hat. So seien einerseits mehrere ältere Stammgäste aufgrund gesundheitlicher Bedenken zuhause geblieben, andererseits merklich mehr junge Familien und Pärchen in die Zwei-Seen-Gemeinde gefahren. „Da spielten die geschlossenen Grenzen nach Italien sicher eine Rolle“, sagt Weickel. Ob sich Trends wie diese auch nach dem Ende der Corona-Krise fortsetzen? „Ganz schwer zu beurteilen“, sagt der Teamleiter. „Das wird sich erst herausstellen, wenn sich die allgemeine Lage wieder beruhigt hat.“

Ursula Dinter-Adolf, Tourist-Info Lenggries.

Ein positives Fazit zieht auch Ursula Dinter-Adolf von der Tourist-Information Lenggries. Ähnlich wie in Bad Tölz sei zwar auch im Isarwinkel zunächst eine gewisse Verunsicherung bei den Gästen zu spüren gewesen. Doch war auch Lenggries am abschließenden Wochenende der Pfingstferien komplett ausgebucht. „Das hat uns alle riesig gefreut“, sagt Dinter-Adolf. Der Tourismus sei schließlich ein entscheidendes wirtschaftliches Standbein der Region. „Das sollte unter keinen Umständen wegbrechen.“

In Lenggries sind Ferienwohnungen besonders gefragt 

Einen Vorteil sieht sie für Lenggries in der überschaubaren Struktur der Unterkunftsangebote. In den zahlreichen Ferienwohnungen halte sich der direkte Kontakt mit fremden Personen ebenso in Grenzen wie in den örtlichen Hotels. „Da hat keines gigantische Ausmaße“, unterstreicht Dinter-Adolf. Eine Tatsache, die Sorgen vor Ansteckungen nimmt – und die Leiterin der Lenggrieser TI frohen Mutes in die Zukunft blicken lässt. „Mein Gefühl ist, dass wir alle gut durch diese Krise kommen.“

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