Interview mit der Tölzer Kurdirektorin

Kampagne statt Teilnahme an ITB: So will die Stadt den Tourismus wieder ankurbeln

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin gilt als eine der führenden Fachmessen der internationalen Tourismus-Wirtschaft. Warum die Stadt Bad Tölz heuer nicht vertreten war und was stattdessen geplant ist, um den Tourismus anzukurbeln, erklärt Kur- und Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter im Interview.

Journalistin Monika Jones spricht mit Norbert Fiebig, Präsident des Reiseverbandes DRV, bei der Eröffnungspressekonferenz der ITB 2021. Die Stadt Bad Tölz war bei der virtuellen Messe nicht vertreten.

Frau Hohenreiter, in normalen Zeiten wären Sie bis Freitag auf der ITB gewesen ...

Stimmt. Da die Messe heuer nur virtuell stattfand, haben wir uns aber gegen eine Teilnahme entschieden. So eine Veranstaltung lebt von persönlichen Kontakten und Gesprächen. Das war heuer nicht möglich. Durch den Tourismusverband Oberbayern-München waren wir aber zumindest indirekt gut vertreten. Nächstes Jahr wollen wir wieder selbst vor Ort sein.

Wie sieht es mit anderen Messen aus?

Ähnlich. Im zweiten Halbjahr werden wir vielleicht an ein bis zwei Messen teilnehmen. Wir haben uns dazu entschieden, das Geld, das wir sonst da hinein stecken, anders zu investieren.

Brita Hohenreiter Tölzer Kurdirektorin

Verraten Sie, in was das Geld investiert wird?

In eine Tourismus-Kampagne, die voraussichtlich Mitte April starten wird – abhängig von den anstehenden politischen Entscheidungen. Geplant sind unter anderem ein Memostick – also ein Werbeaufkleber – auf dem Titel der Westdeutschen Allgemeine Zeitung (WAZ), ein Advertorial in der „Freizeitrevue“, Google Ads im Raum Nordrhein-Westfalen und viele andere Online-Werbe- und Plakataktionen.

Wie heißt die Kampagne und was kostet sie?

Der Name lautet „Aufatmen“. Das ist doppeldeutig gemeint: Zum einen mit Blick auf das gute Tölzer Klima, zum anderen auf die hoffentlich bald überstandene Pandemie. Eingeplant sind 15 000 bis 18 000 Euro. Im Vergleich zu Messen ist das aus unserer Sicht der bessere Weg, um die Buchungen wieder in Gang zu bringen.

„Ostern sieht es ganz schlecht aus“

Wie ist es um die Buchungen für dieses Jahr bestellt?

Ostern sieht es ganz schlecht aus. Seit zwei Wochen zieht die Anfrage für den Sommer und den Herbst aber stark an. Vor allem Ferienwohnungen sind sehr begehrt, weil das im Vergleich zu Hotels abgeschlossene Einheiten sind, wo eine Ansteckungsgefahr vermeintlich geringer ist. Man merkt, dass die Leute verunsichert sind. Aber man merkt auch, dass sie wieder Reisen planen. Der Trend geht weiterhin zum Urlaub im Inland, davon werden wir profitieren.

Rubriklistenbild: © dpa/Volkmar Otto

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