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Finanzausschuss

Tourist-Info überschreitet Budget

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Das Knabenchor-Festival und das Mann-Jahr haben der Tölzer Tourist-Info ein dickes Minus in der Kasse beschert. Laut Kurdirektorin haben die unerfreulichen Zahlen aber einen Grund.

Bad Tölz – In früheren Jahren hat die Tölzer Tourist-Info ihr ihr sogenanntes Zuschuss-Bedarfsbudget regelmäßig überzogen. Sehr zum Verdruss der Stadträte. In jüngerer Zeit blieb der von Einnahmen nicht gedeckte Anteil der Kosten stets im vereinbarten Rahmen. In 2016 wurde das Budget sogar unterschritten.

Im Jahr 2017 gab es nun einen Ausreißer in die andere Richtung. 755 000 Euro waren vom Stadtrat als Zuschuss-Budget genehmigt. 834000 Euro waren am Jahresende auszugleichen. Im Tölzer Finanzausschuss erklärte Kurdirektorin Brita Hohenreiter die unerfreulichen Zahlen, die in ihren Augen „ihren Grund haben“.

Das künftig nur noch alle zwei Jahre stattfindende Knabenchor-Festival ist mit 48 000 Euro der dickste Minus-Posten. Willi Streicher (SPD) fand es deshalb an der Zeit, die Konzeption des alle zwei Jahre stattfindenden Festivals zu hinterfragen. „Es ist ja nicht das erste Defizit.“ Das Thomas-Mann-Jahr hat die Stadt 25 000 Euro gekostet. Die Zahl sei vorher nicht abzuschätzen gewesen. Für Organisator Christof Botzenhart war aber klar, dass das Mann-Jahr eigentlich ein Fall für den vor einiger Zeit besprochenen städtischen Kulturetat gewesen wäre. Trotz der stetigen Unterstützung durch die Tourist-Info „hatte ich da immer ein ungutes Gefühl“. Knabenchor und Thomas-Mann-Jahr hätten aber, so meinte auch Hohenreiter, einen herausragenden Werbeeffekt für die Stadt erzielt. Als unerwartete Ausgabe von 19 000 Euro ist auch ein „Extrablatt Tourismus“ aufgelistet, das für die Bürgerversammlung den Stellenwert des Tölzer Fremdenverkehrs erläuterte. Das Projekt „StadtLesen“, bei dem sich die Marktstraße im Juli 2017 in einen gut besuchten Lesesaal verwandelte, wurde zwar staatlicherseits bezuschusst, kostete die Stadt aber dennoch 8000 Euro. Ein Leonhardi-Imagefilm schlug schließlich mit rund 12 000 Euro zu Buche. Gleichzeitig hätten beim Kurbeitrag, Heimatwerk und bei den Anzeigen weniger Erlöse erzielt werden können, als erwartet, sagte die Chefin der Tourist-Info. Kämmerer Hermann Forster hatte „keine größeren Bedenken“, das aufgelaufene Minus von 79 000 Euro auszugleichen, wenn es sich um einen einmaligen Fall handelt. Der Ausschuss folgte ihm einmütig.

Eine Diskussion entwickelte sich noch ums Heimatwerk im Stadtmuseum, dessen Erträge immer mehr zurückgehen. „Kein Wunder“, sagte Martin Harrer (FWG), „früher hatten die ja auch ein Schaufenster zur Marktstraße hin“. Dieses Schaufenster nützt nun die Galerie des Museums, erklärte Hohenreiter und es sei wichtig, um die Räume an Künstler vermieten zu können. Die Kurdirektorin räumte ein, dass die Konzeption des Heimatwerks zu überdenken sei, wie es Willi Streicher (SPD) angemerkt hatte. Örtliches Kunsthandwerk werde heute auf ganz anderen Kanälen (Internet) angeboten als über das Heimatwerk.

Brita Hohenreiter war der Auffassung, dass sich das Heimatwerk mehr dem Museums-Merchandising zu widmen haben und ein „Mitbringsel-Laden“ werden müsse. Das werde aber Schritt für Schritt erfolgen.

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