So ist man auf der Wiesn gut angezogen: Claudia Steuer (re.) von Mode & Tracht hat die beiden Kurier-Praktikantinnen Tatjana Kintscher (li.) und Laura Kistler sowie Volontär Tobias Gmach ausgestattet. Foto: Pröhl

Wiesn-Mode

Traditionell liegt im Trend

Bad Tölz-Wolfratshausen - Traditionell sollte das Dirndl sein und im Retro-Look gehalten. Die Lederhose kauft man sich am besten aus Wildleder. Die Trachtenexperten im Landkreis verraten die Bekleidungstrends zum Oktoberfest.

Kurze Dirndl mit tiefem Dekolleté rücken auf dem Oktoberfest in den Hintergrund. Darin sind sich die Trachtenexperten aus dem Landkreis einig. „Der Retro-Look ist wieder im Kommen“, sagt Irene Schmederer von der Tölzer Trachtenstube. „Die Bluse und das Dirndl haben einen aufgestellten Kragen, den sogenannten Schneewittchenkragen.“ Statt der klassischen Schürze sieht man in den Trachtengeschäften immer mehr Gürtel aus Leinen, die auf Taillenhöhe gebunden werden. „Die gab es schon vor 30 Jahren“, sagt Schmederer.

Trachtenexpertin Rita Braun, Chefin von Trachten Kirner, hat in ihren 68 Jahren Berufserfahrung viele Varianten erlebt. „Alle Stile wiederholen sich“, weiß sie. Seit dem Frühjahr komme die knieumspielende Länge wieder in Mode. In den örtlichen Trachtenläden haben die meisten Dirndl eine Länge ab 70 Zentimetern. „Alles Kürzere schaut nicht mehr elegant aus und wirkt schnell billig“, sagt Nicole von Stackelberg, Filialleiterin von Gössl.

Farblich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Rita Braun legt Wert darauf, ihre Kunden typgerecht zu beraten. „Viele junge Frauen kommen mit den Ergebnissen der Typberatung zu mir, und wir schauen gemeinsam, welche Farbe passt.“ In diesem Jahr geht die Tendenz in den Läden zu Blautönen, „kräftig oder pastell“, sagt Schmederer. Schneiderin Uschi Disl aus Dietramszell setzt auf bunte Dirndl, mit vielen Borten, dazu Schürzen, mit der Farbkombination Pink mit Braun oder Brombeere mit Türkis.

Die Trachtenjacke sollte farblich zum Dirndl passen. „Ganz besonders gut schauen die kurzen Strickjacken in Taillenlänge aus“, berichtet Rita Braun. „Auch die zeitlosen Trachtenjacken in den Farben Weiß, Rot, Grün oder Schwarz sind immer aktuell.“ Sie selbst mag die Lodenjacken am liebsten. „Die sind etwas länger und können auch im Alltag zu einer Jeans getragen werden.“ Claudia Steuer von Mode & Tracht empfiehlt Frauen, beim Kleid zu bleiben: „Jeder Frau steht ein Dirndl gut. Die Lederhosen sollte man besser den Herren überlassen.“

Übrigens: Wer keine Lederhose im Schrank hat, kann laut Schmederer auch auf der Wiesn zu einer Jeans greifen. „Ein Hemd ist aber ein Muss“, sagt sie. „Ob kariert oder weiß aus Leinen, darüber eine Trachtenweste, und der Mann kann auch ohne Lederhose auf die Wiesn.“ Trachtenhemden aus Leinen sind heuer der Verkaufsschlager. „Karierte und gestreifte Hemden sind nach wie vor gefragt“, sagt Schmederer. „Ob blau, rot oder grün – nur die Farbe Weiß muss unbedingt darin enthalten sein.“ Die Modeexperten empfehlen übers Trachtenhemd eine Weste oder einen Janker.

Männer, die ganz in Tracht zur Wiesn gehen möchten, sollten zu einer Lederhose aus Wildleder greifen. „Das Praktische ist, dass das Leder mitwächst“, sagt Rita Braun. „Die Lederhose weitet sich durch die Körperwärme aus.“ Daher halte dieses Kleidungsstück auch viele Jahre lang, „denn sie kommt nie aus der Mode“, sagt Braun. Sehr beliebt sind nämlich nach wie vor die Farben Antikbraun und Schwarz.

Mona Scharnowske

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