Georg Kapfer (†)

Nachruf

Trauer um Georg Kapfer

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Fast 30 Jahre lang hat Georg Kapfer für die Heimatzeitungen im Landkreis die Volksmusikveranstaltung „Zwischen den Jahren“ zugunsten der Hilfsaktion „Leser helfen helfen“ organisiert. Nun starb der Wolfratshauser überraschend im Alter von 78 Jahren.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Er lebte für die alpenländische Volksmusik. Das hat Georg Kapferfast 30 Jahre bei der Veranstaltung „Zwischen den Jahren“ einem großen Publikum unter Beweis gestellt. Am Dienstag ist der Wolfratshauser nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren gestorben.

Das von Georg Kapfer organisierte Benefizkonzert fand erstmals 1990 statt. Es entwickelte sich in kurzer Zeit zum Höhepunkt der Spendenaktion „Leser helfen helfen“ von Tölzer Kurier und Isar-Loisachbote/Geretsrieder Merkur. Die von Kapfer eingeladenen Gesangs- und Musikgruppen aus dem Alpenraum traten bei dem regelmäßigen musikalischen Stelldichein Anfang Januar allesamt ohne Gage auf und unterstützten so die große soziale Hilfsaktion der Heimatzeitungen.

Das Geburtshaus von Georg Kapfer stand in Penzberg, wo der „Schori“ – wie ihn seine Freunde nannten – mit drei Geschwistern aufwuchs. „Er hat sich in jungen Jahren politisch stark engagiert“, berichtet Kapfers jüngerer Bruder Max. „Zuerst war er mit großer Leidenschaft für die Jusos aktiv, später saß er sechs Jahre lang für die SPD im Penzberger Stadtrat.“

Max Kapfer, der noch heute das Volksmusik-Ensemble Penzberg leitet, hat bei seinem Bruder die Liebe zu bodenständiger Musik und heimischem Gesang geweckt. „Wir haben gemeinsam viele Volksmusikabende besucht“, sagt Max Kapfer. Seinen Bruder habe es eines Tages nach Wolfratshausen verschlagen, wo der gelernte Elektriker dann für ein Anzeigenblatt arbeitete. Und der „Schori“ habe damals begonnen, ein riesiges Archiv über Volksmusikgruppen aufzubauen. „Er hat über alle Sänger und Musikanten akribisch Buch geführt“, so sein Bruder. Er zählte ebenso wie Kapfers Ehefrau Renate zu den Stammgästen bei „Zwischen den Jahren“. Für seine vielen Verdienste erhielt Georg Kapfer bereits 2010 die Isar-Loisach-Medaille.

Vor fünf Wochen musste sich Georg Kapfer einer komplizierten Herzoperation unterziehen. „Er hatte gehofft, dass er mit drei Bypässen bald wieder große Sprünge machen kann“, erzählt Max Kapfer. „Doch dann haben sich zwei Embolien eingestellt, und zuletzt haben ihn nur noch die Maschinen am Leben gehalten.“ Am Dienstagvormittag haben seine Frau Renate und die Geschwister gemeinsam in einer Münchner Klinik Abschied von Georg Kapfer genommen. „Das war eine sehr schwere Stunde“, sagt sein Bruder. „Er hatte bereits die Gruppen für das Benefizkonzert im Januar 2020 eingeladen – und wir haben ihm in die Hand versprochen: Wir machen das für dich weiter.“

Der Termin für Requiem und Bestattung stand am Dienstag noch nicht fest.

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