Wolfgang Weber (†) bei einem der Tafel-Jahresfeste.
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Wolfgang Weber (†) bei einem der Tafel-Jahresfeste.

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Die Tölzer Tafel trauert um Wolfgang Weber

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die Tölzer Tafel trauert um Wolfgang Weber. Der langjährige Helfer ist vergangene Woche im Alter von nur 63 Jahren überraschend gestorben.

Bad Tölz – Die meisten, die bei der Lebensmittelausgabe der Tölzer Tafel helfen, sind ein- oder vielleicht zweimal im Monat samstags im Dienst. Bei Wolfgang Weber war das anders. Er war im Prinzip immer vor Ort. „Jeden Samstag von 8 Uhr in der Früh bis in den Abend um 20 Uhr hat er die Abläufe organisiert und kontrolliert. Auch wenn während der Woche Arbeiten für die Tafel anstanden, war immer mit ihm zu rechnen“, sagt Tafelsprecher Reinhold Pohle. „Selbst im Urlaub in Südtirol oder Österreich – das Zillertal war seine große Leidenschaft – ließ er es sich nicht nehmen, telefonisch nachzufragen, ob alles in Ordnung ist.“

Bei der Ausgabe der Lebensmittel an die Bedürftigen hatte Weber stets alles im Blick. Dabei konnte er durchaus streng sein, beispielsweise, wenn einer der Kunden zu spät zur Ausgabe auftauchte. Ein Vordrängeln gab es mit Weber jedenfalls unter gar keinen Umständen. Der mahnende Ton wurde aber vor allem vor dem Hintergrund angeschlagen, dass sich keiner der Abholenden benachteiligt fühlen sollte.

Dass Weber gelernter Koch war, davon profitierten die Tafel-Helfer gleich in mehrfacher Hinsicht. Manchmal finden sich unter den zu sortierenden Lebensmitteln aus den Supermärkten recht exotische Obst- und Gemüse-Exemplare. Aber egal, wie exotisch – Weber konnte sie alle benennen und hatte meist gleich noch einen Zubereitungstipp zur Hand. Bei den Jahresfesten der Tafel sorgte er zudem am Grill für das leibliche Wohl der Helfer.

Die letzte große Herausforderung meisterte Weber im Frühjahr 2020. In Abstimmung mit dem BRK – es ist Träger der Tölzer Tafel – musste ein Hygiene-Konzept entwickelt und umgesetzt werden. Da dies gelang, war die Tafel nur wenige Wochen geschlossen, bevor die Ausgabe wieder aufgenommen werden konnte.

Für seinen ehrenamtlichen Einsatz war Weber bereits 2014 mit der Verdienstmedaille der Stadt Bad Tölz ausgezeichnet worden. Damals nahm er die Auszeichnung auch für „die Kameraden, die mich unterstützen, entgegen“ und bezog in seine Dankesworte die Spender der Lebensmittel mit ein. „Ohne die geht’s nicht“, sagte er damals.

„Trotz seiner gesundheitlichen Probleme, die Wolfgang seit Jahren plagten, war die Arbeit bei der Tafel für ihn unverzichtbar“, sagt Reinhold Pohle. „Er hinterlässt eine große Lücke. Die Tölzer Tafel ist ihm für seinen Einsatz unendlich dankbar. Es muss nun ohne ihn weitergehen.“  

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