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Rund 4000 Gräber gibt es auf dem Tölzer Waldfriedhof. 

Trend geht auch in Tölz zur Urnenbestattung

Bad Tölz - Für die meisten Familien gehört ein Besuch am Grab verstorbener Angehöriger an Allerheiligen zum festen Ritual. Doch während diese Tradition hochgehalten wird, ist auch auf vielen Friedhöfen im Landkreis eine Veränderung zu beobachten: Die Zahl der Urnengräber hat deutlich zugenommen.

4000 Gräber gibt es auf dem Tölzer Waldfriedhof. Nach Schätzung von Christine Held, Mitarbeiterin der Friedhofsverwaltung, sind mittlerweile rund 60 Prozent davon Urnengräber. „Viele Menschen denken, bei der Urnenbestattung entstünden weniger Kosten als bei der Erdbestattung“, nennt sie einen möglichen Grund für diesen Trend. Das stimme so aber gar nicht. Denn Nebenkosten wie die Einäscherung, die Organisation, Überführung und die Kosten für die Schmuckurne selbst würden häufig unterschätzt. Zudem sei die Feuerbestattung mit einem höheren Aufwand verbunden. Der Verstorbene müsse zunächst ins Krematorium nach Traunstein oder Kempten überführt werden, wo die Einäscherung stattfinde. Insgesamt vergehen laut Held etwa zwei Wochen, bis die Urne dann auf dem Friedhof bestattet werden könne.

Die wachsende Beliebtheit von Urnengräbern bestätigt Thomas Sanow von der Friedhofsverwaltung in Lenggries. „Man bemerkt auf jeden Fall, dass die Urnenbestattungen viel häufiger geworden sind.“ In Gaißach nimmt die Zahl der Urnengräber zwar ebenfalls zu. Doch der klassische Sarg ist hier noch immer die Regel. „Der Urnentrend ist tatsächlich immer mehr im Kommen“, erklärt Pfarrer Ludwig Scheiel. „Trotz allem sind von den 60 Beerdigungen, die wir im Jahr haben, 80 Prozent Erdbestattungen.“ Einen Preisunterschied gebe es nicht, bestätigt der Geistliche. „Die Preise sind absolut identisch.“  tsz

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