Viele Rosen: Inhaber von Blumen Fritz, Jochen Weber, bindet ab 5 Uhr morgens florale Liebesgrüße zusammen.
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Viele Rosen: Inhaber von Blumen Fritz, Jochen Weber, bindet ab 5 Uhr morgens florale Liebesgrüße zusammen.

Corona-Auswirkungen

Trotz erschwerter Bedingungen sind Tölzer Floristen gut für den Valentinstag gerüstet

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Der Tag der Liebenden steht vor der Tür. Den Valentinstag feiern Paare ganz unterschiedlich. Blumen gehören für die meisten dazu. Rosige Aussichten haben Floristen aber heuer weniger.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Eigentlich ist es einer der umsatzstärksten Tage im Jahr. Doch Floristen trifft es heuer am Valentinstag doppelt hart. Denn zum einen fällt der 14. Februar auf einen Sonntag, zum anderen schränkt sie der Lockdown ein. Ihr Lichtblick: Eine neue Allgemeinverfügung zum Ladenschlussgesetz. Diese erlaubt es ihnen, am Sonntag, von 8 bis 12 Uhr, Blumen zu verkaufen. Freilich nur mit dem System „Click & Collect“. Die Blumenhändler im Landkreis haben sich bereits gewappnet.

Allgemeinverfügung erlaubt Floristen am Sonntag, 14. Februar vier Stunden via „Click & Collect“ Blumen zu verkaufen

„Ich sehe es positiv“, sagt Antje Walther, Inhaberin von „Unartig“ in Bad Tölz. Die Geschäftstreibenden am Amortplatz haben ein gemeinsames Valentinstagskonzept. „Wir lassen am Wochenende rosa Luftballons steigen“, verkündet Walther. „Es soll ein Zeichen für Liebe und Präsenz in dieser Zeit sein.“ Auch was die Blumen betrifft, ist sie gerüstet. „Bei uns sind die Renner eher wild und jung – also pinke Rosen, Ranunkel, Eukalyptusblätter und Tulpen.“

Hoffnung auf viele blumige Liebesgrüße

Christian Rieger, Inhaber von Blumen Rieger in Benediktbeuern, ist weniger guter Dinge. „Wir können nicht wie üblich unsere Sträuße im Laden präsentieren“, sagt er. „Viele brauchen diese Inspiration.“ Umso wütender mache es ihn, dass Supermärkte diesen Vorteil nutzen können. „Die Höhe ist, dass sogar ein Getränkemarkt in Penzberg jetzt schon Sträuße im geöffneten Laden verkauft“, ärgert er sich. Dennoch kämpfe er und hoffe auf genügend Vorbestellungen. „Unsere Stammkunden haben teils schon telefonisch geordert, darum bin ich froh.“ Favorit sei ungebrochen der Liebes-Klassiker: rote Rosen. Trotzdem sieht Rieger keinerlei Chancen, einen mit den Vorjahren vergleichbaren Umsatz zu generieren.

Kalkulation für Blumenbestellung ist ein Risiko

„Der Valentinstag bedeutet heuer noch einmal mehr als sonst“, meint hingegen Melanie Müller, Inhaberin der Lenggrieser Blumen-Galerie. „Da Restaurantbesuche nicht möglich sind, kann man mit Blumen Freude und Liebe coronakonform verschenken.“ Ein Risiko bleibe jedoch: „Wir können uns nicht auf die Erfahrungswerte der vergangenen Jahre verlassen, wie viele spontane Bestellungen kommen werden.“

Coronakonformer Abholservice: Stefanie Riesch übergibt am Ladenfenster ihren Kunden die Sträuße. 

Eine Kalkulation findet auch Jochen Weber, Inhaber von Blumen Fritz in Bad Tölz, schwierig. „Ich habe die Bestellung im Vergleich zu anderen Wochen aufgestockt. Aber nicht so sehr wie an bisherigen Valentinstagen.“ Der Tag der Verliebten 2021 sei „ein bisschen wie eine Wundertüte“. Denn dazu komme, dass „Männer am Valentinstag meist auf den letzten Drücker einkaufen. Damit wird es noch komplizierter“, sagt Weber lachend. Dennoch geht er diesen Tag motiviert an. „Wir sind jetzt täglich ab 5 Uhr morgens am Sträußebinden.“ Denn nicht nur rote Rosen sind am 14. Februar gefragt. „Viele wollten bunte Sträuße“, hat der Geschäftsinhaber bemerkt.

Neuer Trend: Auch Frauen kaufen Sträuße für den Tag der Liebenden

Auch Stefanie Riesch mit ihrem Tölzer Blumengeschäft „Stil und Blüte“ hofft auf viele Kunden, die floral ihre Liebe zum Ausdruck bringen wollen. Seit vergangener Woche kämen bereits Aufträge herein, per Telefon und Online-Bestellformular. Die Abholung erfolgt durch ein Verkaufsfenster. Ein Trend, der der Floristin aufgefallen ist, schlägt sich auch dieses Jahr nieder: „Die meisten Kunden am Valentinstag sind zwar schon Männer, aber es werden zunehmend mehr Frauen, die einer Freundin oder ihrer Mutter Blumen schenken.“ Dafür seien aber eher Frühlingssträuße als rote Rosen gefragt. Melanie Müller hat auch weibliche Kundinnen an diesem Tag: „Ab und an kaufen doch auch Frauen für ihre Männer ein paar Rosen.“ Wie viele Blumen am Valentinstag schlussendlich verschenkt werden, das kann heuer wohl niemand einschätzen. „Bei allem Optimismus: Abgerechnet wird erst am Montag“, weiß Walther.

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