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Erster Schultag: Das gilt am Dienstag für 1016 Kindern an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis.

Zahlen und Fakten zum Schulstart

Trotz Lehrermangels: „Komfortable Personalsituation“

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Über 6000 Schüler besuchen ab nächster Woche die Grund- und Mittelschulen im Landkreis. Trotz Lehrermangels konnte das Schulamt heuer gut planen. Dem bislang nur in Icking praktizierten Modell der „Flexiblen Grundschule“ folgt man nun in Wackersberg und Walchensee.

Bad Tölz-Wolfratshausen– 6024 und damit genau 36 Schüler weniger als im Vorjahr besuchen ab Dienstag die Grund- und Mittelschulen im Landkreis. Ein Abwärtstrend? „Nein“, sagt Schulamtsdirektorin Marianne Konrad. „Heuer wird ein etwas geburtenschwächerer Jahrgang eingeschult.“ Konrad stellte am Freitag mit ihrem Stellvertreter Jürgen Heiß Zahlen und Fakten zum neuen Schuljahr vor.

Ein zentrales Thema des Pressegesprächs im Landratsamt waren die 1368 Schüler mit Migrationshintergrund, die 22 Prozent der Gesamtzahl ausmachen. Für wenige von ihnen gibt es sogenannte Übergangsklassen – jeweils eine an der Tölzer Südschule sowie den Mittelschulen in Geretsried und Lenggries. Dort werden Jugendliche zusammengefasst – hauptsächlich Siebt- bis Neuntklässler –, die kein Deutsch sprechen oder erst das Alphabet lernen müssen. „Sie können dem Fachunterricht in den regulären Klassen nicht folgen“, erklärte Heiß. Und warum gibt es nur drei Übergangsklassen? „Wir wollen, dass sie diese relativ schnell verlassen und gemeinsam mit deutschen Kindern unterrichtet werden.“ Die Übergangsklasse berge die Gefahr, dass die Sprachgruppen unter sich bleiben, merkte Konrad an.

Auch pensionierte Lehrer im Einsatz

130 Kinder mit Migrationshintergrund stiegen im Laufe des vergangenen Jahres ins Landkreis-Schulleben ein, damit sind Kinder von Flüchtlingen, aber auch von Zugezogenen aus EU-Ländern und Osteuropa gemeint. Unter anderem sie werden künftig an 16 Schulen von sogenannten „Drittkräften“ gefördert: pensionierte Lehrer oder Pädagogen, die ihre Ausbildung nicht komplett abgeschlossen haben. Sie können nicht als Vollzeit-Lehrkräfte angestellt werden, unterrichten aber sechs bis acht Stunden Deutsch in der Woche. „Wir haben da einen Pool bewährter Leute“, sagte Konrad, die sich über die Bereitstellung der Mittel freut: „Da muss ich das Kultusministerium loben.“

Das Thema Lehrermangel beschäftigt auch die Grund- und Mittelschulen im Landkreis. Heuer kommen sie aber glimpflich davon: „Ich hatte noch nie so eine komfortable Personalsituation“, sagte Konrad, die seit 2008 Schulamtschefin ist. Normalerweise würden Lehrer, die zum Beispiel aus Franken oder der Oberpfalz an die Isar oder Loisach versetzt werden, die Personalplanung erschweren. „Sie sagen wegen der weiten Wege oft ab. Es ist ein Zittern bis zum ersten Schultag“, so Konrad. „Aber heuer wollten alle kommen.“

In den Klassen der Grundschulen werden ab Dienstag im Schnitt 21 Schüler sitzen, in der Mittelschule sind es 19. Die Grundschulen in Wackersberg und Walchensee folgen nun dem Beispiel der „Flexiblen Grundschule“, die es bislang im Landkreis nur in Icking gibt. Das Konzept: Jedes Kind bekommt die Zeit, die es braucht. Es darf sich den Stoff der ersten und zweiten Klasse je nach Lerntempo in einem, zwei oder drei Jahren aneignen.

„Job-Speed-Dating“

Zum dritten Mal gibt es am Donnerstag, 26. Oktober, ein Job-Speed-Dating im Landratsamt. Mittelschüler können dabei im Zehn-Minuten-Takt mit Firmenchefs aus der Region ins Gespräch kommen. Ausrichter der Veranstaltung, die von 17 bis 19.15 Uhr dauert, ist der Arbeitskreis „Schule-Wirtschaft“.

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