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Ein Tänzchen auf dem Eis ist trotz der aktuellen Minusgrade auf den Seen im Landkreis mit Vorsicht zu genießen.

Seen im Landkreis

Trotz sibirischer Kälte: Kein Verlass, dass das Eis trägt

Es ist eiskalt. Die Temperaturen liegen selbst tagsüber weit unter dem Gefrierpunkt. Wintersportler sehen die Minusgrade aber positiv. Sie hoffen, endlich auf den Seen im Landkreis Schlittschuh laufen zu können. Einige Wasserwachten aber warnen, die Eisflächen voreilig zu betreten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ingo Roeske, Technischer Leiter der Landkreis-Wasserwacht, bestätigt: Das Eis sei auf vielen Weihern vermutlich noch nicht trittsicher. „Damit man das Eis sicher betreten kann, muss es mindestens eine Woche lang zweistellige Minusgrade haben“, sagt Roeske. Erst dann entstünden die erforderlichen acht bis zehn Zentimeter Eisdicke, „die das Eis für Einzelpersonen begehbar machen“. Genaue Angaben über die Eisdecken auf den örtlichen Weihern und Seen kann Roeske nicht machen, da „wir am Wochenende kaum Zeit hatten, das zu untersuchen“. Er kann aber nur warnen: „Eis ist ein Naturprodukt. Das heißt, es kann Weiher geben, die sind bereits begehbar, andere noch nicht.“ Denn ob das Eis durchfriert, ist außer von den Temperaturen auch noch von anderen Faktoren abhängig. Moorgewässer, Strömungen im Wasser, die Sonneneinstrahlung und Algen im Wasser können laut dem 49-Jährigen das Gefrier-Verhalten des Wassers ändern. „Der Kirchsee friert zum Beispiel recht schnell zu, obwohl er ein Moorgewässer ist. Der hat aber offene Stellen in der Mitte.“

Im Nordlandkreis gefriere zuerst der Bibisee. „Baggerseen frieren schnell zu, aber ich kann nichts über das Eis auf dem Bibisee sagen“, so der Beuerberger. Und dann ist da noch der Sonderfall Sylvensteinspeicher. „Der ist ein Stausee, wir raten davon ab, den zu betreten. Der Sylvensteinspeicher ist zwar komplett zugefroren, aber der Wasserspiegel schwankt unter dem Eis. Das heißt, es kann sein, dass unter der Eisdecke eventuell gar kein Wasser ist“, so Roeske. Das sei sehr gefährlich.

Auf Nummer sicher geht nur, wer mit einer Bohrmaschine oder einer Eisschraube ein Loch in die Eisdecke macht und die Eisdicke vermisst. „Nur auf den See und das Eis zu gucken, das reicht nicht“, sagt Roeske. Aber: „Wir haben einen Blick auf die Lage und sind vorbereitet.“ Nora Linnerud

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