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Leidenschaftliche Lkw-Fahrerin: Christina Sch eib, in der Szene besser bekannt als die „Trucker-Prinzessin“. Doch auch über die Lkw-Branche hinaus werden bald viele das Gesicht der 32-Jährigen kennen: Sie wirbt für einen bekannten Reifenhersteller.

Trucker-Prinzessin bei den Asphalt-Cowboys

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250 000 Zuschauer schalten im Schnitt ein, wenn auf DMAX die „Asphalt-Cowboys“ laufen. In der letzten Staffel war auch Christina Scheib zu sehen. Die Mitarbeiterin am Tölzer Landratsamt kam so gut beim Fernsehpublikum an, dass sie bereits einen neuen Vertrag unterschrieben hat.

Bad Tölz/Gmund – Ihr erstes Autogramm bestand aus einem unleserlichen Gekrakel. Christina Scheib war so aufgeregt, dass ihre Hände zitterten und ihr Gesicht rot anlief. Die Situation empfand sie als surreal: Ein Jugendlicher kam extra mit seiner Mutter aus Österreich angereist, um ein Foto von ihr samt Unterschrift darauf zu ergattern. Die 32-Jährige schüttelt ihre blonde Mähne: „Dabei bin ich in dem Sinne ja nichts Besonderes.“ Ihre Fans sehen das anders.

Über 3700 Anhänger hat Christina Scheib allein auf ihrer offiziellen Facebook-Seite „Trucker-Prinzessin“. Die richtete sie ein, nachdem sie auf ihrem privaten Account keine Freundschaftsanfragen mehr annehmen konnte – bei 5000 ist Schluss. Im Frühjahr 2016 waren die Zahlen explodiert. Damals hatte der Tölzer Kurier erstmals über die angehende Verwaltungsfachangestellte am Tölzer Landratsamt berichtet, die mit Vorliebe einen 40-Tonner rückwärts einpackt. Das Fernsehen wurde daraufhin auf die Trucker-Fahrerin mit einem Faible für Pink aufmerksam.

Serie wird sogar in Japan ausgestrahlt

Christina Scheib bekam das Angebot, bei den „Asphalt-Cowboys“ mitzumachen, eine beliebte Serie auf DMAX, die das Leben von Lkw-Fahrern dokumentiert. Eine Viertelmillion Menschen schalten deutschlandweit im Schnitt ein. Die Folgen werden auch in Österreich, der Schweiz, Polen und sogar in Japan ausgestrahlt. Auch die Gmunderin sah sich früher gerne die „Asphalt-Cowboys“ an. Das sie selbst einmal mitmachen würde, hätte sie nie für möglich gehalten. Anfangs nahm Christina Scheib die Anfrage der Produktionsfirma deshalb gar nicht ernst, bis sie merkte: Es handelt sich nicht um einen Scherz.

Gefilmt wurde an drei Tagen im vergangenen Sommer. Ein Drehbuch gab es nicht. Das Fernsehteam wollte Christina Scheib einfach bei ihrer nebenberuflichen Arbeit für die Firma Hafner in Moosrain (Gmund) beobachten. Die besteht überwiegend im Transport von Kies oder Asphalt. „Ich habe die Kameras schnell vergessen“, erzählt Christina Scheib und lacht. Frei vom Herzen weg schmetterte sie zum Beispiel Celine Dions „Think twice“, während sie am Steuer ihres Sattelzugs saß. Zuschauer und Produktionsfirma waren gleichermaßen begeistert. „Christina bekommt den Spagat sehr gut hin, sie selbst zu sein und trotzdem das Publikum zu unterhalten“, sagt Timo Ditschkowski, PR-Manager bei der verantwortlichen Sendergruppe Discovery Communications in München.

1300 unbeantwortete E-Mails

Aus diesem Grund soll die Blondine auch in der nächsten Staffel zu sehen sein. Gedreht wird wohl erneut im Sommer, Ende des Jahres sollen die neuen Folgen ausgestrahlt werden. Langweilig dürfte es Christina Scheib in der Zwischenzeit nicht werden. Sie bekommt Einladungen zu Trucker-Treffs im In- und Ausland. Außerdem ist sie das neue Werbegesicht für einen bekannten Reifenhersteller. Das erste Fotoshooting findet im März statt.

Und dann muss sich die Trucker-Prinzessin, wie sie alle in der Szene nennen, neben ihrem Vollzeitjob am Landratsamt auch noch um die viele Fanpost kümmern. Dutzende E-Mails erhält sie jeden Tag auf den sozialen Netzwerken. Christina Scheib kommt kaum hinterher, auf alle Nachrichten zu reagieren. Derzeit warten 1300 zumeist männliche Fans auf eine Antwort. Christina Scheib will versuchen, jedem von ihnen zu antworten. Sie freut sich über den großen Zuspruch – auch wenn sie sich selbst für nichts Besonderes hält.

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