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Bei der Typisierungsaktion vergangenes Jahr in Murnau kamen 77 Menschen, um sich als freiwillige Stammzellenspender registrieren zu lassen. Unser Foto zeigt Laura Max aus Königsdorf. Ihrem Lächeln nach zu urteilen ist der Pieks nicht schlimm.  

Typisierungsaktion im Landratsamt

Lebensretter gesucht

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Bad Tölz – Ein kleiner Pieks und zirka 15 Minuten Zeit – mehr braucht es zunächst nicht, um eventuell ein Menschenleben zu retten. Wer bereit ist, beides in Kauf zu nehmen, sollte am kommenden Freitag zwischen 11 und 17 Uhr unbedingt im Tölzer Landratsamt vorbeischauen. Unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner findet dort die Typisierungsaktion „Oberland gegen Blutkrebs“ statt.

Einen konkreten Patienten aus der Region, für den die Aktion organisiert wird, gibt es zwar nicht. Trotzdem hofft Susanne Bogner, dass sich möglichst viele Bürger als freiwillige Stammzellenspender registrieren lassen. Denn irgendwann wird es leider mit Sicherheit wieder einen Menschen geben, dessen einzige Überlebenschance die Transplantation von Stammzellen ist. „Das kommt häufiger vor, als man denkt, auch hier“, sagt die Geschäftsführerin der Regionalgruppe des Vereins „Blut – Bürger für Leukämie- und Tumorerkrankte“ mit Sitz in Königsdorf.

Nach Angaben des „Krebsregisters Bayern“ erkranken in Oberbayern jedes Jahr 1238 Menschen neu an Blutkrebs, womit die tückische Krankheit die vierthäufigste Krebsart in diesem Regierungsbezirk ist. Weltweit hoffen tausende Menschen auf eine Stammzellen-Spende, weshalb die DNA-Merkmale, die am Freitag aus dem Blut der Spender gewonnen werden, nicht nur in eine regionale Datei eingespeist werden. „Die Daten werden in ein weltweit vernetztes Register aufgenommen“, erklärt Bogner.

Wenn man als Stammzellenspender in Frage kommt, muss man aber nur nach Gauting im Landkreis Starnberg fahren, wo die „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ (AKB) ihren Sitz hat, mit der der Verein „Blut“ eng zusammenarbeitet. Dort werden die Spender zunächst gründlich untersucht. Denn im Ernstfall müssen sie absolut gesund sein, weil das Immunsystem der Blutkrebs-Patienten nicht zusätzlich mit Krankheiten belastet werden darf – und sei es nur durch eine Erkältung. „Bei der Typisierungsaktion am Freitag ist ein Schnupfen aber kein Problem“, betont Bogner.

Schon eher ein Problem wäre es, wenn die Spender kein Blut sehen können. Denn rund 10 Milliliter davon brauchen die Labormitarbeiter in Gauting, um die gewünschten Informationen daraus extrahieren zu können. „Einen Abstrich der Wangenschleimhaut machen wir auch“, sagt Bogner. Eine Blutprobe ist dem Verein aber lieber. „Daraus kann man bessere Informationen gewinnen und unter Umständen Zeit sparen“, sagt Bogner. Denn genau das sei es, was Blutkrebs-Patienten häufig nicht hätten: Zeit.

Nicht viel Zeit mitbringen müssen die Bürger, die sich am Freitag registrieren lassen wollen. Nur etwa eine Viertelstunde brauchen die Arzthelferinnen vor Ort, um das Blut abzunehmen und die Spender darüber zu informieren, was passiert, wenn sie wirklich für eine Transplantation in Frage kommen.

Ist man gesund, gibt es laut Bogner zwei Möglichkeiten: In 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen nicht mehr wie früher generell üblich operativ aus dem Beckenkammknochen entnommen. Stattdessen werden die Spender an einen sogenannten „Zellseparator“ angeschlossen. „Das muss man sich so ähnlich wie eine Blutwäsche vorstellen“, veranschaulicht Bogner. Etwa vier Stunden dauert der Vorgang. Die heilende Wirkung der Spende geht weit über diese Zeitspanne hinaus. Im Idealfall ein ganzes Leben lang.

Weitere Infos: Als Spender geeignet sind alle gesunden Menschen zwischen 17 und 45 Jahren, die mindestens 50 Kilogramm wiegen. Unterstützen kann man die Aktion auch mit Geld. Denn jede einzelne Typisierung verursacht Laborkosten in Höhe von 50 Euro. Mehr Infos unter www.akb.de/blog/oberland-gegen-blutkrebs oder www.blutev.de.

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