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Informierten über die U18-Wahl: (v. li.) Kerstin Barth (Kreisjugendring), Verena Peck (Kreisjugendpflegerin), Sabrina Schmid (Jugendbildungsstätte Königsdorf), Franz Späth (Tölzer Jugendförderung), Rudi Mühlhans (Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit Geretsried) und Ulrich Reiner (Leiter Jugendamt). 

Jugendorganisationen werben

U18-Wahl im Tölzer Land: Damit die Stimme der Jugend gehört wird

„Weil‘s ned wurscht is“ ist wieder das Motto der U18-Wahl im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im Vorfeld der Europwahl. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Sie wollen den jungen Menschen eine Stimme geben. Verschiedene Jugendorganisationen im Landkreis haben sich zusammengeschlossen, um die politische Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen voranzubringen – unter anderem bei den U 18-Wahlen am 17. Mai im Vorfeld der Europawahl. Die Aktion steht wieder unter dem Motto „Weil’s ned wurscht is“.

Kreisjugendpflegerin Verena Peck erklärte am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Landratsamt, wie es zu der Idee kam. Bereits zur Bundestagswahl 2017 war eine Arbeitsgruppe gegründet worden, die jungen Menschen helfen will, sich einzubringen und sich an den Wahlen zu beteiligen. Das Besondere war laut Jugendamtsleiter Ulrich Reiner, dass Schulen und Jugendhilfe zusammengearbeitet haben, weil sie sich „oft skeptisch gegenüberstehen“. Das sei eine „Sternstunde“ gewesen, „durch die gemeinsame Power entsteht“.

Gewählt wird am 17. Mai

„Wir fordern alle weiterführenden Schulen auf, sich zu beteiligen – auch wenn uns heuer leider die Abschlussprüfungen dazwischenkommen“, sagte Peck. Trotzdem habe sich bereits ein Drittel der Schulen angemeldet. Diese werden im Vorfeld informiert und geschult. Wahllokale müssten sie aber selbst einrichten. Ab der fünften Klasse dürfen die Jugendlichen am 17. Mai wählen.

Rudi Mühlhans, Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit in Geretsried, stellt die dortigen Jugendhäuser als Wahllokale zur Verfügung, um die Schulen zu entlasten. „Die Jugendlichen haben ein großes Bewusstsein für Europa, sie sind eine zurückgehende Gruppe, deren Stimme leider untergeht“, erklärte er. Die Gesellschaft verlange einerseits bereits von 14-Jährigen, sich für eine Religion zu entscheiden. „Auf einem Zettel ihre Interessen anzukreuzen, wird ihnen aber andererseits nicht zugetraut“, so die Einschätzung Reiners.

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Auch für Kerstin Barth, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings, stellt sich die Frage, warum von Jugendlichen immer verlangt werde, sich zu beweisen. Erwachsenen werde dagegen allein aufgrund ihres Alters zugetraut, sich richtig zu entscheiden. „Die Gesamtgesellschaft muss in Schwung gebracht werden“, sagte Franz Späth, Leiter der Tölzer Jugendförderung. Er sieht aber bereits ein „Symbol im Zusammenschluss der Jugendverbände und der hohen Wahlbeteiligung der Minderjährigen in den vergangenen beiden Jahren“. Auch im Vorfeld der Bundes- und Landtagswahl hatte es U 18-Abstimmungen gegeben.

Mühlhans und Barth erzählten schmunzelnd, wie überrascht die Erwachsenen von den Wahlergebnissen der Kinder seien, weil sie sich kaum von ihren eigenen unterscheiden würden. „Die Jugendlichen engagieren sich mit großem Eifer, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt“, sagte Späth. Das habe der Aktionstag „Go for Europe“ am 15. März gezeigt, an dem laut Barth „gar nicht mehr aufgehört wurde zu diskutieren“. Wie viel die Jugend erreichen kann, sehe man bei den „Fridays for Future“-Demonstrationen. Sie haben dem Thema Klimawandel „große Bedeutung verliehen“, sagte Barth. Peck will auch bei den kommenden Wahlen die Jugend mit entscheiden lassen und noch mehr mit den Schulen zusammenarbeiten. Für Mühlhans ist es „eine fortwährende Aufgabe, die Stimme der Jugend zu fordern“.

Theresa Pfund

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