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Aula als Wahllokal (v. li.): Lena Hoppe (14), Annika Schmidt-Wussow (13) und Lisa Noelke (16) verteilten am Freitag in der Tölzer Montessori-Schule Stimmzettel an ihre Mitschüler.

Projekt für politische Bildung

U18-Wahl: In der Oberstufe gewinnen die Grünen

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Bei der U18-Wahl in der Tölzer Montessori-Schule lernen Schüler Parteiansichten kennen und schreiten selbst zur Urne.

Bad Tölz – Dass Schüler konzentriert an Schreibtischen sitzen, sollte in einer Schule nichts Ungewöhnliches sein. Dass sie dabei aber hinter schwarzen Vorhängen Stimmzettel für die Bundestagswahl ausfüllen, ist dann schon besonders. Die deutschlandweite U18-Wahl fand am Freitag statt: initiiert vom „Netzwerk U18“, das aus öffentlichen und freien Trägern besteht. Dazu gehören zum Beispiel das Deutsche Kinderhilfswerk und der Bundesjugendring. Das Projekt soll Jugendliche für Politik sensibilisieren und mit dem Wahl-Prozedere vertraut machen. So wurde die Aula der Tölzer Montessori-Schule zum Wahllokal.

Sieben Wahlkabinen haben die Schüler aufgebaut, davor steht ein umfunktionierter Einkaufswagen: die Wahlurne. Der Schüler Quirin Kunkel hatte die Idee. „Eine Mülltonne war auch im Gespräch. Aber das fand ich nicht gut“, sagt er. Die Zwillinge Theresa und Felicitas März stehen neben dem Einkaufswagen. „Wir passen auf, dass keiner was rausnimmt“, sagt Felicitas. Die 14-Jährige, die die neunte Klasse besucht, hat schon gewählt. „Die Entscheidung fiel mir nicht schwer. Wir wurden ja gut vorbereitet“, sagt sie.

Darum hat sich Inka Sauerwein gekümmert. Sie unterrichtet Deutsch und das Fach GSE (Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde). Die Projektleiterin steht zwischen jüngeren Schülern und erklärt ihnen den Stimmzettel: „Da dürft ihr keinen Namen drauf schreiben.“ Sauerwein hat die Jugendlichen in einer Projektwoche mit den Ansichten der Parteien vertraut gemacht, Zeitungen studieren und Plakate basteln lassen. Als wesentliche Grundlage diente die offizielle Broschüre, in der die Parteien Fragen zu Integration, Jugend, Bildung, Außenpolitik und vielem mehr beantworten. Sauerwein findet die Idee U18-Wahl super: „Die Jugendlichen fühlen sich dadurch ernst genommen. Ich war auch schon unter 18 an Politik interessiert.“

Genau wie Lena Hoppe (14), Annika Schmidt-Wussow (13) und Lisa Noelke (16). Die drei Mädchen sitzen an einem Tisch, verteilen Stimmzettel und haken Mitschüler ab, die schon gewählt haben. „Die großen Parteien CDU und SPD sind schwer zu unterscheiden“, findet Annika. „Bei Grünen und Piraten ist es einfacher“, ergänzt Lena. „Die Politiker merken durch die U18-Wahl, dass es uns nicht egal ist“, sagt Lisa. Die Mädchen hoffen, dass das Ergebnis, das ein Stimmungsbild zeichnet, aber offiziell nicht zählt, im Bundestag registriert wird. Apropos: Bei den knapp 70 Oberstufen-Schülern der Montessori-Schule gewinnen die Grünen mit eindeutiger Mehrheit, gefolgt von CSU und den Piraten. Die AfD wählen nur sehr wenige.

Das Gesamtergebnis des Tölzer Wahllokals, in dem am Freitagnachmittag auch Jugendliche wählten, die nicht auf die Montessori-Schule gehen, wird dem „Netzwerk U18“ gemeldet. Die deutschlandweiten Zahlen werden dann am 24. September, dem Tag der Bundestagswahl, veröffentlicht. Ausgezählt wird übrigens nur die Zweitstimme, die Erststimme kann auf dem Wahlzettel aber freiwillig angekreuzt und intern ausgewertet werden.

Ein Beweggrund, ihre Stimme abzugeben, war für Lena Hoppe, das Thema Klimawandel. „Viele Politiker wollen nur, dass Deutschland das beste Land ist und Reichtum fördern“, meint die 14-Jährige. „Aber dass die Erde bald kaputt sein wird, wenn es so weiter geht, ist ihnen egal.“ Achtklässlerin Annika Schmidt-Wussow stimmt ihr zu: „Wenn jeder ein bisschen beim Umweltschutz mithelfen würde, wäre schon viel gewonnen.“

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