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Die neuen Parkvillen im Badeteil sollen Ende des Jahres fertig sein. Dann ziehen die ersten Eigentümer ein.

Immobilienpreise

Über eine halbe Million Euro für drei Zimmer

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Bad Tölz - Die Rohbauten stehen: Ende des Jahres werden die „Parkvillen“ an der Tölzer Wilhelmstraße fertig. Die meisten Wohnungen sind verkauft. Mit ihnen hält ein neues Preisniveau in der Stadt Einzug.

Ein Blick genügt, um zu erkennen, dass die Baustelle im Badeteil weit fortgeschritten ist. Auf dem ehemaligen Grundstück von Haus Otto und Hotel Hiedl sind die fünf „Parkvillen“ in die Höhe gewachsen, es wird am Innenausbau gearbeitet. „Wir liegen voll im Plan“, sagt Manfred Ruhdorfer, Geschäftsführer der Augsburger Firma Klaus-Wohnbau.

Zum Jahresende könnten die ersten Eigentümer – es gibt bereits einige – einziehen, dann sollen laut Ruhdorfer mindestens zwei der Gebäude fertig sein. „Wir sind mit dem Abverkauf sehr zufrieden.“ Der Geschäftsführer ist zuversichtlich, bis zur Gesamtfertigstellung alle Wohnungen zu verkaufen. Von den 45 Einheiten sind nur noch unter zehn Wohnungen und drei Gewerbeflächen übrig.

Zwischenzeitlich stand die Sorge im Raum, dass das Interesse nachlässt, als Asylbewerber in den ehemaligen „Jodquellenhof“ einzogen. „Man hat aber schnell gemerkt, dass der Ball flachgehalten wurde. Die negativen Einflüsse sind nie so eingetreten wie befürchtet“, sagt Ruhdorfer.

Die Wohnungen, die Klaus-Wohnbau im Internet anbietet, sind modern ausgestattet. Das hat seinen Preis: 513 700 Euro kostet eine Drei-Zimmer-Wohnung mit rund 110 Quadratmetern. Laut einer internen Statistik des Immobilienportals „Immowelt“ liegt der Quadratmeterpreis damit knapp 500 Euro über dem Durchschnitt. „Das Preisniveau ist mittlerweile im ganzen Münchner Umland relativ hoch“, kommentiert Ruhdorfer die stattlichen Kosten.

Der Verkaufspreis der Parkvillen wird künftig Maßstab in Tölz sein, vermutet Marc Eickernhorst vom gleichnamigen Tölzer Immobilienbüro. „Ich denke, diese Preise lassen sich auch in Zukunft realisieren. Es wird sicher nicht günstiger werden.“

So schätzt auch Siegfried Adlwart von Adlwarth Immobilien die Entwicklung des Tölzer Immobilienmarkts ein. „Ich dachte vor einem Jahr, wir haben das Preismaximum erreicht, aber es ist nicht so“, sagt der Tölzer Makler, der unter anderem Wohnungen an der Höckhstraße vermittelt. Bad Tölz sei sehr begehrt.

Laut Adlwarth könnten die Preise sogar noch weiter steigen. „Wie weit? Das weiß ich nicht.“ Zum einen liege es daran, dass weniger Grundstücke zur Verfügung stehen. Bauen sei teurer geworden. Außerdem seien Erbengemeinschaften daran interessiert, maximale Gewinne zu erzielen. Und wer kaufen will, bekommt günstige Kredite.

Auch die Lage innerhalb der Stadt beeinflusst den Kaufpreis. „Umfeld und Versorgung spielen eine größere Rolle“, sagt Michael Lindmair, Immobilienberater bei Engel & Völkers. Bei Familien sei nach wie vor der Kalvarienberg gefragt. Wer eine Wohnung sucht, bevorzuge die Lagen, von denen öffentliche Verkehrsmittel zu Fuß erreichbar sind. „Oder er schätzt die Ruhe im Badeteil“, sagt Lindmair. Er beobachte grundsätzlich, dass der Suchende genauer schaut, was er kauft. „Bei einem hohen Preisniveau geht man eben ein, zwei Kompromisse weniger ein als früher.“

Eine große Auswahl an Immobilien haben Suchende allerdings nicht. „Die Nachfrage ist in allen Segmenten definitiv höher als das Angebot“, sagt Lindmair. Etwa die Hälfte der Immobilien werde ohne Werbung verkauft und gehe direkt an vorgemerkte Interessenten, bestätigt Eickenhorst. „Der Markt ist leergefegt.“

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