Einer der Filme porträtiert den bekannten Alpinisten Hermann Huber, der heute in Gaißach lebt. Das Foto entstand 1955 auf dem Gipfel des Huandoy in Peru.
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Einer der Filme porträtiert den bekannten Alpinisten Hermann Huber, der heute in Gaißach lebt. Das Foto entstand 1955 auf dem Gipfel des Huandoy in Peru.

Ende Mai in Bad Tölz

„Alpen Film Festival“ geplant: Über Gipfelstürmer und Arktis-Kolosse

Im Frühjahr 2021 ein neues Film-Festival aus der Taufe zu heben ist mutig und sehr optimistisch. An beiden Eigenschaften mangelt es Sandra Freudenberg offenkundig nicht. Die Wahl-Tölzerin plant das „Alpen Film Festival“ im Capitol-Kino.

Bad Tölz - Sandra Freudenberg, in der Eifel aufgewachsen, zog mit 17 Jahren in die Alpen und wurde hier zur begeisterten Bergsteigerin. In München gründete sie eine erfolgreiche PR-Agentur mit dem Schwerpunkt Outdoor und Tourismus. Mittlerweile lebt sie als freie Autorin in Bad Tölz und schreibt Bücher zu Natur- und Berg-Themen. Auch als Mitgründerin des BOFF-Festivals („Bayerisches Outdoor Film Festival“) ist sie in der Region bekannt.

Im Mai soll nun ihr neues „Alpen Film Festival“ starten. Start ist in der Kurstadt. „Den Kinos, wenn sie im Frühjahr öffnen dürfen, fehlt derzeit der Stoff: Es gibt zwar viele fertige Filme, aber die Filmverleiher halten die Filme zurück. Sie warten ab, um in besseren Zeiten dann mehr Publikum und mehr Kasse machen zu können“, erklärt Freudenberg. „Deshalb haben wir uns gesagt: wenn wir dürfen, dann spielen wir auch. Und wenn nur zehn Leute kommen.“

Da sie die Kinobetreiber unterstützen möchte, werden die Filme nur in Kinos und bei Open Airs gezeigt. „Das ,Alpen Film Festival‘ versteht sich als Partner der Kinobranche. Aus diesem Grund werden wir nicht in Kurhäuser gehen, weil wir den Kinos einfach keine Konkurrenz machen wollen.“

Diese Filme stehen auf dem Programm

Und was darf man inhaltlich erwarten? Fünf völlig verschiedene Filme stehen auf dem Programm, in denen es „nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um Zusammenhalt“ geht. „Unsere Filme erzählen alle von Leidenschaft und Solidarität“, erzählt Freudenberg. „Die thematische Klammer ist die Kultur des Alpinismus: eine Wertewelt, die für Zusammenhalt steht, für Wahrhaftigkeit und Optimismus. Und Alpinisten können ja dem Risiko eine gewisse Freude abringen – ich finde, dass passt ganz gut in die Zeit.“

Gedreht wurde in der Schweiz, genauer im Berner Oberland, an einem bewusst geheim gehaltenen Ort sowie in der Arktis, in den USA im Monument Valley, in Oberbayern und in Hochgurgel in Österreich. Gezeigt wird unter anderem eine Geschichte über Freundschaft, über Moschusochsen in der Arktis („Acht Minuten Ruhe und Kraft“) sowie „Ski Vacation“: Ein brasilianisches Pärchen verschlägt es auf ihrem Ski-Roadtrip nach Österreich.

Das klingt spannend und verheißungsvoll. Doch wie viele Filme muss man sich anschauen, um eine solche Auswahl treffen zu können? „Die Filmauswahl hat mein Kurator, der Filmemacher und Autor Tom Dauer, getroffen“, erklärt die Autorin. „Es gibt ja unendlich viele Outdoor-Filme, leider zielen die meisten auf extreme Posen ab und sind etwas schmalbrüstig hinsichtlich des ‚Warums’“, sagt Freudenberg. „Ich denke, darin unterscheiden sich unsere Filme sehr: Es sind echte Kinofilme.“ Außerdem haben die Organisatoren auch einen eigenen Film mit dabei: „Er handelt von der lebenden Legende Hermann Huber, der ja in Gaißach seine zweite Heimat hat.“

Gefragt, warum sich die Zuschauer ihr Festival nicht entgehen lassen sollten, hat die Wahl-Tölzerin eine überzeugende Antwort: „Mein Festival erzählt von Leidenschaft, von Mut und ist auch recht humorvoll. Ich hoffe, dass meine Gäste mit einem Lächeln aus dem Kino gehen.“

Premiere in Bad Tölz ist Veranstalterin wichtig

Bevor die Tour durch Deutschland startet, wird es eine Vorpremiere im Tölzer Capitol Kino geben. Denn das hat quasi Tradition: „Da wir unser Programm zuerst daheim zeigen, hoffen wir, dass uns das Wohlwollen der Gäste die Kraft gibt, eine gute Tournee durchzuhalten“, sagt Freudenberg. „Denn nirgends wird mehr angefeuert und Mut gemacht als in Bad Tölz. Und wenn’s klappt, dann hat uns die Stadtverwaltung versprochen, uns finanziell unter die Arme zu greifen – denn Geld und Angst haben wir noch nie gehabt!’“ (Sabine Näher)

Weitere Infos: Die Vorstellungen sollen am 21. Mai um 19.30 Uhr und am 30. Mai um 16 Uhr im Capitol Kino am Tölzer Amortplatz stattfinden – so Corona es zulässt. Das Programm wird von Aktivisten und Protagonisten der Filme live moderiert. Infos auf www.alpenfilmfestival.de.

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