Ein erster Schritt, um Tölz attraktiver für Kinder und Jugendliche zu machen, war die Freigabe einer Graffiti-Wand unter der Isarbrücke, verbunden mit einem Workshop.
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Ein erster Schritt, um Tölz attraktiver für Kinder und Jugendliche zu machen, war die Freigabe einer Graffiti-Wand unter der Isarbrücke, verbunden mit einem Workshop.

Aktion „Bespielbare Stadt“

Stadt Bad Tölz fragt Jugendliche nach ihren Wünschen - sie schicken Ideen per Whatsapp

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Bad Tölz soll attraktiver für Kinder und Jugendliche werden. Eine Umfrage zeigt jetzt, dass diese sich vor allem an einer Stelle Verbesserungen wünschen.

Bad Tölz – Der Rosengarten und andere Parks in Bad Tölz sind nicht nur zum Spazierengehen da. „Dort kann man Boccia oder Federball spielen“, sagt Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach. Die Bürger sollen aber nicht nur die bestehenden Möglichkeiten weiter ausschöpfen. Bad Tölz soll insgesamt attraktiver werden, vor allem für Kinder und Jugendliche. Zu diesem Zweck hatte die Stadt im Rahmen der Aktion „Die bespielbare Stadt“ eine Umfrage durchgeführt. Rund drei Wochen nach dem Einsendeschluss liegen zwar noch keine Ergebnisse vor. Aber schon ein erster konkreter Erfolg.

So gab Bürgermeister Ingo Mehner am Samstag zwei Wände unter der Isarbrücke für legale Graffiti frei. Damit erfüllt die Stadt aus Sicht von Otterbach bereits die erste Forderung nach mehr Spielflächen in der Stadt.

Ergebnisse der Umfrage unter Jugendlichen werden dem Stadtrat vorgestellt

Weitere Projekte sollen folgen. Aktuell wertet das Planungsbüro „Die Stadtentwickler“ die Ergebnisse der Umfrage aus. Mit der Beteiligung ist die Stadt sehr zufrieden. Die Einsendungen erreichten die Stadtverwaltung auf den unterschiedlichsten Wegen: Jugendliche schickten Otterbach zufolge ihre Ideen per Whatsapp. Vielen ging es vor allem um den Skatepark und dessen Aufwertung durch neue Kurven, Rampen und Halfpipes. Jüngere Kinder zeichneten ihre Vorstellungen auf Papier. Noch heuer sollen die Ideen dem Stadtrat vorgelegt werden. Dieser Statusbericht soll den Kommunalpolitikern als Grundlage für ihre Entscheidungen dienen.

Einzelmaßnahmen, wie sie Anwohner des Oberen Griesfelds öffentlich gefordert hatten, wird es nicht geben. „Es macht keinen Sinn, einzelne Bereiche herauszunehmen“, sagt Otterbach. Ziel sei ein Gesamtkonzept, um möglichst vielen Altersstufen und allen Stadtteilen gerecht zu werden. „Alle Flächen stehen auf dem Prüfstand, auch das Obere Griesfeld.“ Wie berichtet nutzen dort Jugendliche einen privaten Spielplatz als Treffpunkt. Viele Anwohner fühlen sich gestört, schon oft wurde die Polizei gerufen.

Die Idee für die „bespielbare Stadt“ wurde schon vor Monaten angestoßen. Ursprünglich waren Workshops an den Schulen geplant. Dann kam die Pandemie – und die Umwandlung in eine Postkartenaktion. Mehner kündigte an, jedes Jahr Projekte umsetzen zu wollen – abhängig von der Haushaltslage. Die Entscheidungen liegen beim Stadtrat. „Ich lehne mich aber nicht zu weit aus dem Fenster“, sagte Mehner, „wenn ich heute schon sage, dass wir in eine sinnvolle Freizeitgestaltung unserer Jugendlichen regelmäßig einen vernünftigen Betrag investieren sollten.“sis

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