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Auf der B472, bei der Wackersberger Steinsäge kamen am 23. September 2016 zwei Menschen ums Leben. Es war leider nicht der einzige tödliche Unfall, der sich vergangenes Jahr im Landkreis ereignete.

Polizei zieht Bilanz

Unfälle forderten neun Menschenleben

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Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat seine Verkehrsstatistik für 2016 vorgelegt: Auf den Straßen im Landkreis gab es deutlich mehr Tote und Verletzte. Insgesamt hat es 3414-mal gekracht.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ein 80-jähriger Peugeot-Fahrer will an der Wackersberger Steinsäge von der Benediktbeurer Straße auf die B 472 abbiegen. Er übersieht den Peugeot eines Bichlers (28),nimmt ihm die Vorfahrt. Beim Zusammenstoß verlieren der Rentner aus Steinhöring sowie seine Beifahrerin (74) das Leben, der Bichler wird schwer verletzt. Dieser schwere Unfall erschütterte vergangenen September den Isarwinkel. Es war im Jahr 2016 leider nicht der einzige Unfall mit gravierenden Folgen: Im Landkreis hat sich die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Zudem wurden um 6,9 Prozent mehr Menschen verletzt. Diese Entwicklungen gehen aus der Unfallstatistik hervor, die das Polizeipräsidium Oberbayern Süd jetzt vorgelegt hat.

Neun Menschen kamen demzufolge auf den Straßen im Landkreis ums Leben. 2015 waren es vier gewesen. Die Zahl der Verletzten stieg um 50 auf 774. Dabei hatte es insgesamt nicht mehr Unfälle gegeben als im Vorjahr. Die Zahl blieb mit 3414 (minus 0,4 Prozent) annähernd konstant. Ziemlich genau die Hälfte davon wird unter der Kategorie „Kleinunfälle“ verbucht.

Bei den folgenschweren Zusammenstößen bezeichnet die Polizei das Rasen als gravierendes Problem. „Insbesondere bei den tödlichen Unfällen spielt überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit die größte Rolle“, stellt Präsidiumssprecher Stefan Sonntag fest. Im gesamten Präsidiumsbereich, dem südlichen Oberbayern, gehe mehr als ein Drittel der 83 Verkehrstoten auf das Konto dieses Regelverstoßes. „Raser sind zudem für 1438 zum Teil schwer verletzte Verkehrsteilnehmer verantwortlich“, so Sonntag. In Bad Tölz-Wolfratshausen war Rasen die Ursache für Unfälle, bei denen vier Menschen ums Leben kamen und 146 verletzt wurden.

Eine weitere wichtige Ursache für Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kommen, ist laut Sonntag Alkohol am Steuer. „Sieben Personen starben und 357 erlitten Verletzungen, weil betrunkene Fahrer am Steuer saßen“, erklärt der Polizeisprecher für den Präsidiumsbereich. Im Landkreis verursachten betrunkene Fahrer 50 Unfälle mit 25 Verletzten.

Als eine der Hauptrisikogruppen bezeichnet die Polizei Motorradfahrer. Vier der Verkehrstoten im Landkreis und 103 der Verletzten waren zuvor auf dem Motorrad unterwegs. Gleichzeitig sank die Zahl der Motorradunfälle von 153 auf 131.

Auffällig ist laut Polizei zudem, dass es immer mehr Unfälle mit E-Bikes gibt. Im Präsidiumsbereich waren es mit 137 fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Dabei wurden 129 Personen verletzt (plus 89,7 Prozent).

Eine besonders tückische Situation im Straßenverkehr ist offenbar das Abbiegen. Dass dabei Regeln missachtet wurden, war laut Polizei die Ursache für 27,5 Prozent aller Unfälle im Landkreis. Zu geringer Abstand (9,5 Prozent) und die Missachtung des Rechtsfahrgebots (8,5 Prozent) folgen auf den Rängen zwei und drei der häufigsten Unfallursachen. Konstant auf hohem Niveau blieb die Zahl der Fälle von Fahrerflucht: Das passierte 803-mal.

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