Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, wenn sie den Verkehr nicht behindern. Ab wann dies allerdings der Fall ist, ist nicht eindeutig.
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Vor allem „die Personengruppe 70-plus mit E-Bike ohne Helm stellt zunehmend ein Problem dar“, sagte Polizeipräsident Robert Kopp.

Polizeipräsident Kopp stellt Verkehrsbilanz vor

Unfallzahlen in Bad Tölz-Wolfratshausen gesunken, aber viele Verletzte bei Radunfällen

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Lockdown, Ausgangsbeschränkungen, Homeoffice: Die Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, hatten im vergangenen Jahr zumindest einen positiven Effekt: Die Zahl der Verkehrsunfälle auf den Straßen im Landkreis ist um über 16 Prozent gesunken.

Bad Tölz - Ereigneten sich 2019 im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen noch 3752 Unfälle waren es 2020 nur noch 3140. Diese Zahlen stellte Polizeipräsident Robert Kopp am Mittwoch nach dem Sicherheitsgespräch im Landratsamt (wir berichteten) vor.

Zwölf Menschen wurden bei Unfällen getötet

Verletzt wurden bei den Unfällen 680 Menschen (2019: 729). Ihr Leben ließen auf den Straßen im Landkreis zwölf Menschen, einer weniger als im Jahr zuvor. „Unter den Getöteten waren fünf Motorradfahrer und zwei Radfahrer“, sagte Kopp. Generell gebe es eine deutliche Zunahme von Unfällen mit verletzten Radlern. Vor allem „die Personengruppe 70-plus mit E-Bike ohne Helm stellt zunehmend ein Problem dar“, sagte Kopp. Erfreulich sei, so der Polizeipräsident weiter, dass im vergangenen Jahr „kein einziges Kind auf dem Schulweg verletzt“ wurde. Natürlich habe nicht immer Präsenzunterricht stattgefunden, schränkte Kopp ein. „Ab es ist doch eine wichtige Botschaft für die Eltern.“

Bei 200 Unfällen war nicht angepasste Geschwindigkeit die Ursache

Die Hauptunfallursachen wurden am Mittwoch ebenfalls benannt. Ganz vorne (868 Unfälle) in der Statistik tauchen „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren“ auf. Aber auch mangelnder Sicherheitsabstand (673) und Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot (250) führen zu einer erheblichen Anzahl von Unfällen. In 200 Fällen war nicht angepasste Geschwindigkeit der Auslöser. Diese Zahl ist im Vergleich zu 2019 (205) fast gleichgeblieben. Drei Menschen kamen zu Tode, 110 wurden verletzt.

Mehr Beleidigungen im Straßenverkehr als 2019

Zurückgegangen ist die Zahl der Verkehrsstraftaten – von 370 in 2019 auf 344 im vergangenen Jahr. Allerdings gab es mehr Beleidigungen. 27 Mal wurden Verkehrsteilnehmer ausfallend. Im Vorjahr waren es 23 Delikte. 108 Fahrer wurden ohne Führerschein erwischt. Auch das ist eine Steigerung im Vergleich zu 2019 (102). Fast verdoppelt hat sich die Zahl der illegalen Straßenrennen: Registrierten die Beamten 2019 hier sechs Fälle, waren es im vergangenen Jahr zehn.

Positiv zu vermelden: Hatten sich 2019 noch neun Körperverletzungen im Straßenverkehr ereignet (ohne Zusammenhang mit einem Unfall), war es im vergangenen Jahr nur noch ein Delikt in diesem Bereich.  

Die Auswertung der Unfallbilanz für den südlichen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gibt es hier.

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