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Ungewöhnlicher Einsatz an der Tölzer Berufsschule: Kommandant Wolfgang Stahl (li.) und Sprengstoffexperte Martin Radons (Mi.) legen mit Hilfe eines Bauarbeiters die Stelle frei, an der weißer Rauch aufstieg.

Bei Bauarbeiten an der Berufsschule

Sprengstoffkommando an der Berufsschule

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Bad Tölz - Die Feuerwehr und ein Sprengstoffexperte rückten am Freitagnachmittag an der Tölzer Berufsschule an. Grund war eine merkwürdige Rauchentwicklung, die darauf hindeutete,  dass vielleicht sogar eine Bombe im Boden schlummern könnte.

So eine Alarmierung wie am Freitagnachmittag um 15.08 Uhr war bei der Tölzer Feuerwehr noch nie eingegangen. Wegen des möglichen Funds einer Phosphorbombe rückten 26 Helfer zur Tölzer Berufsschule aus. Dort war Folgendes passiert: Bei Bauarbeiten – der Landkreis errichtet an der Stelle der jetzigen Lehrerparkplätze einen Erweiterungsbau für die Berufsschule – bemerkte ein Baggerfahrer, dass aus einem Haufen Erdaushub merkwürdiger bläulich-weißer Rauch aufstieg, der einen knoblauchartigen Geruch verbreitete. Zusammen mit seinem Chef gelangte er zu dem Schluss, dass dies ein typisches Symptom für das Vorhandensein von Phosphor war. Der Verdacht, ein Sprengkörper oder gar eine Phosphorbombe könnten im Boden schlummern, stand im Raum.

Baustelle und Gudrunstraße werden gesichert

Die alarmierte Feuerwehr sperrte umgehend die Baustelle und die gesamte Gudrunstraße ab. Die rauchende Stelle hatte der Baggerfahrer wieder mit Erde bedeckt. Bald darauf traf der Sprengstoffexperte Martin Radons ein. Der Feuerwerker arbeitet für eine Privatfirma, die vom Freistaat mit der Aufgabe der Kampfmittelräumung betraut ist. Radons hat umfangreiche Erfahrung im Entschärfen von Weltkriegsbomben in ganz Bayern.

Verdacht auf eine Phosphor-Brandgranate

Seine erste Vermutung lautete, dass eine Phosphor-Brandgranate vorliegen könnte. Dabei handelt es sich um etwa 50 Zentimeter lange und 15 Zentimeter breite Behälter, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Sie waren mit einer brennbaren Flüssigkeit, mit Phosphor und Schwarzpulver gefüllt. Phosphor entzündet sich beim Kontakt mit dem Sauerstoff in der Luft.

Entwarnung

Die Feuerwehr besorgte nun Sand, den sie im Bedarfsfall nass gemacht hätte, um ein mögliches Feuer beim Freilegen der verdächtigen Stelle sofort löschen zu können. Radons legte auf der Baustelle allerdings keine Bombe oder Granate frei, sondern lediglich etwas weißen Phosphor, der umgehend rückstands- und gefahrlos verrauchte.

Ein dazugehöriger Behälter wurde nicht gefunden. Wie der Phosphor in den Boden gelangte, ist vollkommen unklar. „Auf jeden Fall hat er hier nichts zu suchen“, sagte Radons. Möglich sei, dass die dazugehörige Granate verrottet oder dass der Phosphor bei früheren Arbeiten von einer anderen Stelle hierherbewegt worden sei. Die Bauarbeiter und die Feuerwehr hätten sich jedenfalls vorbildlich verhalten. Die Vorsichtsmaßnahmen seien keinesfalls übertrieben gewesen. Der Einsatz der Feuerwehr war gegen 17.30 Uhr beendet.

Bilder: Sprengstoffexperten an der Berufsschule

Arndt Pröhl und

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