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Jung hilft Alt: Ein verpflichtendes Jahr im sozialen Bereich hat die CDU in die gesellschaftliche Debatte gebracht.

Vorstoß der CDU

„Uns fehlen junge Menschen“: Soziales Pflichtjahr findet Freunde im Landkreis

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Vertreter sozialer Einrichtungen aus dem Landkreis würden ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr begrüßen. den Zwangscharakter sehen manche aber auch negativ.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Für die Bundesregierung steht sie nicht zur Debatte, für konservative CDU-Politiker umso mehr: die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Dass man über den Dienst am Staat, der seit 2011 ausgesetzt ist, wieder reden muss, hatte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer gefordert. Die Parteibasis wünscht sich außerdem ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr.

Gerade mit diesem zweiten Gedanken können sich Menschen im Landkreis anfreunden, die Verantwortung im sozialen Bereich tragen. Wie Alfred Tkaczik. Er ist einer der Betriebsleiter der Gaißacher Oberland-Werkstätten, wo Menschen mit Behinderung Produkte aus Holz und Metall herstellen oder in der Wäscherei und der Küche arbeiten. Für ihre Betreuung werden junge Menschen gebraucht. „Sie fehlen uns aber, seit es den Zivildienst nicht mehr gibt“, sagt Tkaczik. Die Mitarbeiter, die in den Werkstätten ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren, könnten den Verlust nicht auffangen. Zwei FSJler seien noch bis Ende August da, nur eine junge Frau beginne im September. Für den Bundesfreiwilligendienst, den die Regierung 2011 als Zivildienst-Ersatz schuf, gab es in Gaißach seit zwei Jahren keine Bewerbung mehr.

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Auch wenn Tkaczik ein Dienstjahr begrüßen würde, betrachtet er den Zwangscharakter skeptisch: „Ist etwas verpflichtend, ist die Motivation geringer.“ Das sieht auch Franz Gulder, Geschäftsführer der Lebenshilfe im Kreis, so. Aber auch für ihn überwiegen die Vorteile: „Man würde wieder mehr junge Leute langfristig in den sozialen Bereich bringen. Die Besetzung der Stellen wäre leichter.“ Helmut Kulla, stellvertretender BRK-Kreisgeschäftsführer, stimmt zu: „Gerade junge Männer würden Erfahrungen machen, die ihnen sonst verwehrt blieben.“ Ein Dienstpflichtjahr würde Perspektiven für die berufliche Zukunft der jungen Menschen öffnen. Und die gesellschaftlichen Einrichtungen könnten laut Kulla besser planen: „Bei den FSJlern ändert sich oft die Lebenssituation. Sie bekommen einen Studienplatz und hören auf.“

Eine Entscheidung, die die Lebensplanung junger Erwachsener nachhaltig beeinflusse, solle man aber „nicht in der Sommerpause übers Knie brechen“, sagt der BRK-Mann. Florian Iszovics, der trotz seiner erst 16 Jahre schon als neuer Tölzer SPD-Vorsitzender gehandelt wird, hat eine ganz klare Meinung: „Jugendliche sollen selbst entscheiden können, was sie nach der Schule machen. Fragwürdige Pflichtarbeiten lösen keine Probleme wie den Fachkräftemangel.“ Iszovics würde lieber das FSJ attraktiver gestalten.

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Von einem verpflichtenden „Dienst für die Allgemeinheit“ wäre Heiko Arndt durchaus angetan – „wenn er angemessen vergütet und an die Rente angerechnet wird“. Arndt, CSU-Gemeinderat in Egling, hat bei der Bundeswehr studiert und war zwölf Jahre Panzergrenadier. An der Wehrpflicht gefiel ihm, dass sie „das komplette Spektrum der Gesellschaft, vom Abiturient bis zum Hilfsarbeiter“, zum Bund brachte. Eine Wiedereinführung des „Auslaufmodells“ hält er aber bei den heutigen Aufgaben der Bundeswehr nicht für sinnvoll. Im Gegensatz zu Jost Gudelius, Jachenauer mit langer Vergangenheit beim Bund: „Ich habe nie verstanden, warum man die Wehrpflicht aus irgendwelchen Zeitgeist-Gründen abgeschafft hat.“ Der Bezug zwischen Familien und der Bundeswehr sei verloren gegangen. Ähnlich sieht es der Wolfratshauser Ewald Brückl, der über zehn Jahre Hauptmann war: „Die Bundeswehr hat ein Riesenproblem. Sie findet keine qualifizierten Leute mehr. Früher konnte sie aus einem großen Reservoir schöpfen.“

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