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Waren direkt aus der Schütte statt in plastikverpackten Portionen: So sollen die Kunden in Zukunft auch in Bad Tölz einkaufen können. Der Bund Naturschutz und der Verein „Oberland plastikfrei“ treiben ihre Pläne voran. 

Bund Naturschutz und „Oberland plastikfrei“

Unverpackt-Laden in Bad Tölz: Plastikfreie Pläne schreiten voran

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Bad Tölz soll einen plastikfreien Laden bekommen. Diese Vision gibt es schon länger. Mit einem Business-Plan und einer Aktion, um das Startkapital von 40 000 Euro aufzubringen, machen Bund Naturschutz und der Verein „Oberland plastikfrei“ das Projekt jetzt konkreter. Eine geeignete Räumlichkeit fehlt aber immer noch.

Bad Tölz – Vor gerade einmal 100 Jahren war plastikfreies Einkaufen in Lebensmittelgeschäften noch Alltag. Es duftete dort nach Gewürzen, ein großes Fass eingelegter Gurken stand im Laden, aus einem Sack schaufelte eine Verkäuferin Mehl in braune Papiertüten, und Äpfel legten die Kundinnen lose in Weidenkörbe. Jetzt, im 21. Jahrhundert, sind die meisten Lebensmittel plastikumhüllt. Der Arbeitskreis „Laden“ der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) und der Verein Oberland Plastikfrei arbeiten seit zwei Jahren daran, in Bad Tölz eine Alternative anzubieten: einen Unverpackt-Laden, in dem die Produkte lose angeboten werden. Nun ist der nächste Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.

„Wir haben endlich einen Geschäftsplan“, sagt Diana Meßmer. Darin seien ein Finanzierungsplan für den Laden festgeschrieben sowie eine Produktpalette, Zulieferer und benötigte Ausstattungsgegenstände. Auch Fragen des Personals und dessen Bezahlung vermerkt der Plan laut der BN-Umweltbildungsreferentin. Am kommenden Freitag stellt der BN-Arbeitskreis den Geschäftsplan im „Kolberbräu“ vor. Die Gruppe besteht außer Meßmer selbst aus Lilo Kafka, Gabriele Wojciechowski, Norbert Glöckner, Franziska Rank und Katharina Kuhn.

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Erstellt haben den Plan Katharina Kuhn (24) und Meßmers Tochter Anna (23) in ihrer Freizeit. Beide studieren Betriebswirtschaft und lernten dort, sogenannte Business-Pläne zu erstellen. Meßmers Tochter ließ für diese gute Sache sogar ein Praktikum beim Autohersteller BMW sausen. Zwei Dinge fehlen für den Laden aber noch – und die sind alles andere als unerheblich: „Wir brauchen das nötige Geld“, so Meßmer. Und: Es fehlt noch an einem passenden Raum.

40 000 Euro Startkapital benötigen die Initiatoren laut den Berechnungen im Geschäftsplan. Für den sogenannten „Erstwaren-Einsatz, die Einrichtung, Gründungskosten, die ersten zwei Monatsmieten und die Schütten“, so Meßmer. „Schütten“ sind die zylinderförmigen Behältnisse aus Glas und Edelstahl, aus denen später die Ware in mitgebrachte Gläser abgefüllt werden könne.

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Um dieses Summe zu erreichen, setzen BN und Verein auf „Crowdfunding“, also einen Spendenaufruf im Internet. Noch vor dem Jahreswechsel soll die Spenden-Kampagne starten. „Anstatt durch unsinnige Geschenke neuen Müll zu produzieren, können die Menschen sich dann gegenseitig Spenden für die gute Sache schenken“, so Meßmer.

Besonders bei jungen Menschen seien die Umweltprobleme, die Plastik hervorrufe, sehr präsent. Meßmer bekam zudem einmal mit, wie sich Schüler bei einer Veranstaltung der CSU mehr Mittagsangebote als „Döner und Salat in Plastikschalen vom Supermarkt“ wünschten. „Dieses Angebot würden wir gerne schaffen und suchen deshalb nach einer Immobilie nahe der Hindenburgstraße“, so Meßmer. In Mehrweg-Gläsern werde es dort dann Salate oder Nudeln geben.

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Getragen werde der Laden nun doch nicht vom Verein, wie ehemals angedacht. Vielmehr sei eine Genossenschaft geplant: „Das hat viele Vorteile“, so Meßmer. Genossenschaften seien seltener von Insolvenzen bedroht, und die Genossen sind an Gewinnen des Ladens beteiligt. Wichtig ist Meßmer zudem ein Satz ihrer Tochter Anna: „Der Laden ist kein Projekt nur von uns, sondern ein Projekt vieler Menschen für eine bessere Welt für unsere Kinder.“

Vorstellung

des Business-Plans am Freitag, 16. November, um 19 Uhr im „Kolberbräu“ (Magdalenenstüberl)

Nora Linnerud

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