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Der große Moment: Christoph Freundl, Pastoralreferent von Lenggries, bekommt von Staatsministerin Emilia Müller die Urkunde überreicht.

Bundesverdienstkreuz am Bande

Unzähligen Kindern eine bessere Zukunft ermöglicht

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Große Ehre für Christoph Freundl: Der Pastoralreferent von Lenggries bekam am Montag in München das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Bad Tölz-Wolfratshausen/München – Das Bundesverdienstkreuz am Bande ist die höchste Auszeichnung, die ein Bürger für seine politischen, wirtschaftlich-sozialen oder geistigen Verdienste bekommen kann. Christoph Freundl (43), der in Bad Tölz lebt, wurde für das Hilfsprojekt „San Anián“ in Ecuador ausgezeichnet.

Dass er dafür mal einen Orden erhalten würde, hätte Freundl nie gedacht, als ihm 1993 die Idee dazu kam. Freundl war damals 19 Jahre alt und als Ersatz für den Zivildienst für mehrere Monate in Südamerika unterwegs. Jedes Mal, wenn er durch die Stadt Ambato ging, sah er die vielen Straßenkinder, die als Schuhputzer arbeiteten. „Für die wollte ich etwas tun.“ Freundl gründete eine Herberge für diese Mädchen und Buben und benannte sie nach Sankt Anian, dem Heiligen seiner damaligen Heimat Irschenberg. Wegen struktureller Schwierigkeiten wurde die Herberge in ein Grundschulprojekt umgewandelt. Hier bekamen die Ärmsten der Armen Zugang zu Bildung – und damit die Chance auf eine bessere Zukunft.

Diesen Aspekt griff auch Staatsministerin Emilia Müller in ihrer Laudatio gestern auf. „Sie haben all die Jahre unzähligen Kindern einen qualitativ hochwertigen Zugang zu Bildung eröffnet“, betonte Müller. An viele von ihnen musste Freundl denken, als er das Bundesverdienstkreuz im Sozialministerium entgegennahm. „Es sind viele Gesichter und Eindrücke hochgekommen“, sagt Freundl. Viele seiner Schüler haben später einen Handwerksberuf ergriffen, manche haben sogar studiert, wie Freundl bei einer seiner zahlreichen Reisen nach Ecuador mitbekommen hat. „Das war schon schön zu sehen.“ Ihnen allen widmet Freundl seinen Orden. Und den rund 400 Paten und Unterstützern, die sich für das Projekt engagiert haben. Dazu gehört unter anderem die Kolpingfamilie St. Anian Irschenberg, die über 22 Jahre lang der Träger des Projekts war.

„War“ deshalb, weil die Schule im vergangenen Jahr schließen musste. Neue Gesetze ließen eine Fortsetzung der Arbeit nicht zu. „Die Rahmenbedingungen für soziale Projekte sind wahnsinnig schwierig geworden“, bedauert Freundl. Für negative Gefühle war gestern aber kein Platz. „Ich habe mich sehr gefreut“, sagt Freundl, der zusammen mit neun anderen Bürgern vom Bundespräsidenten für die Auszeichnung ausgewählt worden ist. Bereits im vergangenen Jahr hatte Freundl gegenüber unserer Zeitung betont: „Am Ende bleibt ein gutes Gefühl.“

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