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„Der erste in Europa überhaupt“: Ein Chevrolet Camaro der Sonderedition „Hot Wheels“, präsentiert vom Münchner US-Car-Händler Karl Geiger, der dem interessierten Publikum aus seiner eigenen TV-Show bekannt ist.

Großveranstaltung im Moraltpark

US-Car-Treffen: Überraschungen unter der Motorhaube

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Heiße Reifen, wuchtige Pick-ups und elegante Schlitten in Überlänge – dazu ein bodenständiger TV-Promi und jede Menge „Verrückter“: Die Kombination lockte zu Pfingsten über 10 000 Besucher zum US-Car-Treffen in den Tölzer Moraltpark.

Bad Tölz– Hier, auf dem Festplatz im Tölzer Moraltpark, hat Donald Trump noch keinen Schaden anrichten können: Die deutsch-amerikanische Freundschaft scheint intakt, die Bewunderung für alles, was aus den Staaten kommt, ungebrochen – zumindest wenn es um PS-starke Motoren, schnittige Fahrgestelle, breite Reifen und funkelnden Chrom geht.

Das Tölzer US-Car-Treffen an den Pfingstfeiertagen war wieder ein riesiger Besuchermagnet. Bei 1500 gingen den Organisatoren am zweiten Tag gegen Mittag die Startnummern für all die angerollten Chevrolets, Cadillacs und Corvettes aus – seither, so erklärt Veranstalterin Stephanie Hörmann, ließ sich kaum noch abschätzen, wie viele Liebhaber in Summe ihre Fahrzeuge ausstellten. Angereist sind sie jedenfalls bis aus Hamburg, wie Mitveranstalter Peter Frech berichtet. Auch bei der Zuschauerzahl kann Stephanie Hörmann am Montag nur grob überschlagen: „Auf alle Fälle über 10 000“, sagt sie.

Oldtimer, Neuwagen, Pick-ups und Sportwagen – oder auch mal eine vermeintliche Familienkutsche, bei der sich ein 700-PS-Motor unter der Haube verbirgt: Die Bandbreite ist groß. „Das ist cool gemacht, denn hier trifft sich alles“, beschreibt es Karl Geiger. „Man sieht Autos, die 200 000 Euro kosten, aber auch diejenigen, die für ein Liebhaberstück sparen müssen, zeigen ihre Fahrzeuge.“

Selbst lässt Geiger die Herzen großer und kleiner Spielkinder mit einem Chevrolet Camaro der Sonderedition zum 50. Geburtstag der Spielzeugmarke „Hot Wheels“ höher schlagen. „Der ist gerade am Samstag angekommen – der erste in Europa überhaupt“, schwärmt Geiger. Daneben hat er nach eigenen Angaben „das schnellste Straßenauto überhaupt“ stehen – erhältlich inklusive einer Werkzeugkiste, mit der es sich rasch zum Rennauto umfunktionieren lässt. „Man baut ein zweites Steuergerät ein, und es hat 850 PS.“

Karl Geiger (59) ist freilich nicht irgendein Sammler, sondern – auch dank der Fernsehshow „Der Geiger“ auf dem Sender DMAX – einer der bekanntesten US-Car-Händler Deutschlands. Dementsprechend scharen sich auch in Tölz Bewunderer um ihn, lassen sich mit ihm fotografieren. „Der Mann – ich muss sagen: Respekt!“, raunt Ford-Fahrer Wolfgang aus Wien, der mittlerweile in Garmisch-Partenkirchen wohnt. „In Bayern ist der eine Marke wie Dallmayr und der FC Bayern.“ Nachdem er dem TV-Star eine Weile andächtig bei seinen Erzählungen von abenteuerlichen Dreharbeiten auf Oldtimer-Suche in Kolumbien gelauscht hat, ringt er sich durch und fragt nach einem Autogramm.

Schnell ins Reden kommt auch Alex Mies (56), genannt „Butsch“. Was er denn für ein Schätzchen dabei hat? Auf die Frage meldet sich seine Frau vom Rücksitz des Plymouth Roadrunner, Baujahr 1974: „Mich!“ Wahrscheinlich fast genauso viel Liebe steckt im lindgrün lackierten 180-PS-Oldtimer, den Mies einst bei eBay ersteigert hat. „Ins Herrichten musste ich dann aber noch mal so viel Geld stecken“, berichtet der Farchanter. „Eineinviertel Jahre hat das gedauert.“

Noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat das US-Militärfahrzeug, in dem Horst Stelzl unterwegs ist. Ein Ford GPW von 1942. „Mit denen sind die Amis im Krieg hier eingerollt. 650 000 Stück davon wurden gebaut, sie waren konzipiert für 90 Tage, von allem nur das Simpelste.“ Dem Ford, der heute Stelzl gehört, war allerdings eine zivile Zweitkarriere beschert: als Schneepflug der Stadtwerke München. Um ihn wieder in den Originalzustand zu versetzen, habe er „Teile aus der ganzen Welt“ zusammengesucht, berichtet der Mann aus Gmund.

Ein farbenfroher Hingucker sind ein paar Meter weiter Claudia und Wolfgang Heintze mit ihrem Jeep CJ7 V8, Baujahr 1979, mit dem auffälligen Indianermotiv auf der Motorhaube. „Wir sind beide infiziert“, sagt der 58-jährige Ehemann aus Tittmoning, der zu Hause auch einen Hummer und eine Corvette stehen hat. Und was genau macht die Faszination aus? „Der Sound des Motors“, sagt er. „Früher hatten wir noch ein Radio im Auto – das brauchen wir nicht mehr.“ Während er erzählt, tritt ein junger Mann an den Wagen. „Hat hier jemand ein Startkabel dabei?“, fragt er. Man kennt sich, man hilft sich. „Schön zu sehen“, findet Heintze, „wie viele andere Verrückte es noch gibt.“

US-Car-Treffen in Bad Tölz: Die Bilder

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