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Verhandlungen mit Hotel-Investor 

„Es wird was, oder es wird nichts“

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Bad Tölz - Vor zwei Jahren hat die Stadt einer österreichischen Firma exklusiv das Recht reserviert, an der Arzbacher Straße zwei Hotels zu bauen. Nun läuft der Optionsvertrag aus. Beide Seiten versichern, intensiv am Vertragsabschluss zu arbeiten. Notfalls will sich Bürgermeister Janker nach einem anderen Investor umschauen.

Die Frist ist ausgelaufen: Am 31. Dezember endete offiziell die Kaufoption, die dem österreichischen Bauunternehmen Arcus das städtische Grundstück an der Arzbacher Straße zum Bau von zwei Hotels sowie von Appartements reserviert. Bürgermeister Josef Janker kündigt nun an: Falls man nicht in den ersten zwei Monaten des Jahres 2017 zu einer konkreten Einigung gelange, dann werde die Stadt ihre Fühler nach anderen potenziellen Investoren ausstrecken. Geschäftsführer Manuel Geiger versichert unterdessen: „Die Firma Arcus hält an dem Hotelprojekt fest.“

Schon seit knapp zwei Jahren hat Arcus das Exklusivrecht inne, auf dem Areal bauen zu dürfen. Doch auch die Verlängerung der Option um ein Jahr reichte nicht aus, um innerhalb der vorgesehenen Zeit bis zum Vertragsabschluss zu gelangen.

Er betrachte die Entwicklung „recht gelassen“, erklärt Bürgermeister Janker auf Anfrage. „Wir wollen das, kein Zweifel, und wir sind intensiv dran“, sagt er über die angestrebte Einigung mit Arcus. Bei Vertragsverhandlungen gebe es aber generell immer zwei Möglichkeiten: „Es wird was, oder es wird nichts.“ Ob er denn glaube, dass es mit Arcus was wird? „Erst wenn der Vertrag unterschrieben ist.“ Dazu fehlt laut dem Bürgermeister aber noch eine wesentliche Voraussetzung: „Die Vorplanung ist noch nicht fertig, und ohne die geht es nicht in die Beurkundung.“

Eine Verlängerung der Kaufoption kommt für Janker nun nicht mehr in Frage. Zur Vorlage der Vorplanung „ist noch im Januar/Februar Zeit“, stellt er klar. „Dann können wir im Frühjahr, sagen wir Februar oder März, an den Verkauf rangehen.“ Im Fall, dass „in den nächsten zwei bis drei Monaten nichts passiert“, werde sich die Stadt jedoch „anders orientieren“.

Doch hat das Rathaus überhaupt Alternativen? Gäbe es andere interessierte Investoren, die die Hotels errichten möchten? „Es sind einige da, die nachgefragt haben“, antwortet der Bürgermeister. Diese Kontakte habe man bislang aber nicht intensiviert. „Man verhandelt schließlich nicht parallel mit verschiedenen Partnern.“

Wie berichtet hatte Arcus Anfang 2015 angekündigt, voraussichtlich 20 bis 25 Millionen Euro in den Hotelbau in Bad Tölz zu investieren. Geplant sind ein Drei-Sterne-Haus etwa am Standort des jetzigen Parkplatzes Arzbacher Straße sowie ein Vier-Sterne-Haus näher zur Isar hin. Zur Querfinanzierung sind zudem mehrere Häuser mit „Serviced Apartments“ vorgesehen. Diese Wohnungen sollen an Feriengäste vermietet werden, die den Service der Hotels mitnutzen können.

Von Seiten der Firma Arcus heißt es auf Anfrage zum aktuellen Stand in einer E-Mail: „Wir planen und verhandeln mit der Stadt zurzeit intensiv, um in den ersten Wochen des neuen Jahres 2017 zu einem Abschluss zu kommen. Wir alle wissen, Bad Tölz benötigt dringend eine Hotelanlage, die die Tölzer Gastfreundschaft in die Welt tragen soll. Die Firma Arcus hält an dem Hotelprojekt fest.“ Mit weiteren Details wolle man nicht an die Öffentlichkeit gehen, „bevor in den ersten Wochen des Jahres 2017 die Projektplanung abgeschlossen ist“, erklärt Geschäftsführer Geiger.

Bei der Unterzeichnung des Vorvertrags hatte Geiger wegen der engen Kooperation mit der Stadt von einem „symbiotischen Projekt“ gesprochen. Denn bekanntlich errichtet die Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft der geplanten Hotels einen touristischen Anziehungspunkt, nämlich das Spa „Natura Tölz“. Untrennbar verbunden sei beides aber nicht miteinander, sagt Janker. „Die Hotels ohne das Spa gibt es nicht – aber es gibt das Spa ohne die Hotels.“ Die Stadt werde das „Natura Tölz“ also in jedem Fall bauen. „Wir tun dies ja nicht in erster Linie für diese beiden Hotels, sondern für alle Gastgeber – und natürlich für die Tölzerinnen und Tölzer.“

Der Betrieb des Spa werde freilich „leichter, wenn daneben die Hotels stehen“. Bei der Kalkulation gehe man davon aus, dass sich 10 bis 15 Prozent der Spa-Besucher aus den Hotelgästen speisen.

Spekulationen, bis zur Verwirklichung beider Projekte könnten noch viele Jahre vergehen, weist Janker zurück. Für die Hotels rechnet er mit „einem Jahr für die Genehmigung und einem Jahr Bauzeit“. Beim „Natura Tölz“ geht er davon aus, dass Genehmigung und Planung noch die Jahre 2017 und 2018 in Anspruch nehmen und anschließend gebaut werden kann.

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