Schock-Nachricht für Boateng: Saison-Aus, WM-Teilnahme in Gefahr!

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Schon als die Ampelanlage noch funktionierte, schilderte Josef Janker (2. v. li.) dem Innenstaatssekretär Gerhard Eck (2. v. re.) seine Unzufriedenheit mit der Verkehrssituation auf der Flinthöhe (mit v. li. Ingo Mehner, Alexander Radwan und Martin Bachhuber). 

Tölzer Stadtrat

Chaos auf der Flinthöhe: Dem Bürgermeister platzt der Kragen

Was man denn tun könne gegen das Chaos auf der Flinthöhe, hatte die FWG-Fraktion in der Stadtratssitzung am Dienstag arglos unter „Verschiedenes“ angefragt. Bürgermeister Josef Janker antwortete kurz und knapp: „Eigentlich gar nix.“

Bad Tölz – Janker zog in der Stadtratssitzung statt dem Florett lieber das Breitschwert, um mit den Verantwortlichen des täglichen Verkehrswahnsinns auf der Flinthöhe abzurechnen.

Dafür sei nämlich nicht die Stadt verantwortlich, wie das zahlreiche leidgeprüfte Autofahrer in ihren Telefonanrufen und Mails an das Rathaus unterstellten, sondern „ausschließlich das Staatliche Bauamt Weilheim“. Janker war so sauer, dass er den Namen des Behördenleiters Uwe Fritsch nannte und sarkastisch anfügte: „Die Telefonnummer habe ich da.“

Das Warten auf eine neue Ampel, die nicht funktionierende Interimslösung und die schleppende Nordspangen-Planung bezeichnete das Stadtoberhaupt als „unsägliche Situation“. Leidtragende seien die Pendler, Betriebe, Touristen und sonstigen Verkehrsteilnehmer, die täglich im Stau stünden.

Die Nöte der Stadt hatte Janker zuletzt bei einem Treffen mit Innenstaatssekretär Gerhard Eck schon einmal geschildert (wir berichteten). Das war im September kurz vor der Bundestagswahl. Man habe eindringlich um klare und verbindliche Vorgaben für die Nordspangen-Planung gebeten. „Bis heute gibt es keinen belastbaren Zeithorizont“, ärgerte sich der Bürgermeister. „Wir sollten die Umgehung wirklich selbst bauen. Aber es ist leider eine Bundesstraße. Da sind nun mal der Bund und sein Vertreter, das Staatliche Bauamt, zuständig.“ Er erwarte von den Verantwortlichen in Weilheim, dass der Nordspange „höchste Priorität“ eingeräumt werde und sich das Amt nicht „Gedankenspielen“ für andere Verkehrsprojekte im Landkreis hingebe, die nicht relevant seien. Janker nannte diese anderen Vorhaben nicht.

Man treffe sich, sagte der Bürgermeister, am 5. Dezember wieder mit Vertretern des Bauamts und anderer Behörden. Da gehe es um den Streitpunkt Turbokreisel am Moraltverteiler, um die Nordspange und natürlich auch um die Ampeln auf der Flinthöhe.

Janker drohte unverhohlen: „Ich muss klar sagen: Wenn dieser Termin unbefriedigend verläuft, werde ich um einen Termin im Ministerium bitten.“

Auch auf die FWG-Anfrage kam Janker zum Abschluss seiner Philippika noch einmal zurück und gab allen Autofahrern, die sich bei der Stadt beschweren, den guten Rat: „Richten Sie Ihre Proteste an das Staatliche Bauamt Weilheim, an die Regierung von Oberbayern oder am besten gleich an den Ministerpräsidenten.“

cs


Kommentar von Tölzer-Kurier-Redakteur Christoph Schnitzer:

Der Zornausbruch von Josef Janker ist verständlich. Dass die Ampeln auf der Flinthöhe nicht funktionieren, schieben viele Autofahrer der Stadt in die Schuhe. Schuld ist aber das Staatliche Bauamt Weilheim, das die Probleme nicht in den Griff bekommt. Die hilflosen Erklärungen, dass Programmierungen und Systeme nicht kompatibel seien, verschleiern nur die Tatsache, dass man jahrelang nicht an den Ersatz (und Ersatzteile) für die alte und kapazitätsmäßig längst an ihre Grenzen geratenen Ampelanlage gedacht hat. Die Wahrheit ist ja wohl, dass man im Staatlichen Bauamt auf einen reibungslosen Übergang zur neuen Umgehung gehofft hat. Dann hätte man sich die Kosten für eine neue Anlage sparen können. Bitterböse Ironie der Geschichte: Das Bauamt verantwortet leider auch die Nordspangen-Planung. Da diese Mini-Umgehung zum Mehrgenerationen-Projekt mutiert, kommt es nun zum Verkehrskollaps. Alle Pendler, Touristen, Handwerker und bald auch Brauneck-Skifahrer, die auf der Flinthöhe wertvolle Lebenszeit im Stau verschwenden, sollten das wissen. Und jetzt auch noch schafsgeduldig bis Frühjahr auf eine neue Ampel warten? Ausgeschlossen. Vielleicht kümmert sich endlich mal die Mehrheitspartei im Landtag um die tausenden im Stau stehenden Autofahrer (und Bürger) vor Ort, statt ihre Energie in endlosen Personaldebatten zu verpulvern.


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