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In einem Fahrsimulator wird Kindern und Jugendlichen ein Gefühl für Geschwindigkeit vermittelt. 

Im Gespräch mit Ilka Fottner

Verkehrserziehung im Überschlagsimulator

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Heute vor 50 Jahren wurde im Landkreis die Kreisverkehrswacht gegründet. Der Tölzer Kurier hat aus diesem Grunde mit Ilka Fottner gesprochen. Die Tölzerin ist seit 2003 Vorsitzende der Kreisverkehrswacht.

Bad Tölz

-Ganz ehrlich, Frau Fottner, ich kenne die Kreisverkehrswacht eigentlich bloß von der Ehrung verdienter Kraftfahrer. Was macht Ihr Verein denn sonst noch?

Eine ganze Menge. Da gehören natürlich auch die Ehrungen unfallfreier Fahrer dazu. Aber wir arbeiten seit 50 Jahren in der Verkehrserziehung vom Kindergarten hinauf bis zu den Senioren. Und wir versuchen, da auch mit der Zeit zu gehen und arbeiten zum Beispiel sehr erfolgreich mit Simulatoren.

Ilka Fottner Vorsitzende Kreisverkehrswacht

-Das müssen Sie uns jetzt genauer erklären.

Wir haben ungefähr zehn größere Aktionen im Jahr laufen, vor allem an den Schulen. Am 27. und 28. Juni sind wir zum Beispiel an der Tölzer Berufsschule. Da geht es auch ums Thema Ablenkung. Die Schüler fahren mit einem Kettcar durch einen Parcours und können auf einem Smartphone herumtippen. Wir zeigen ihnen mit dem Simulator, wie die Reaktionen nachlassen. Zu unserem Geräten gehört auch ein Überschlagsimulator und ein Aufprallsimulator, der zeigt, wie ein Smartphone bei einem Unfall zu einem richtigen Geschoss wird. Eine ungesicherte Kiste Bier mit rund 18 Kilo erhält das 55-fache des Eigengewichts.

-Und? Wie kommt das bei den Jugendlichen an?

Ziemlich gut. Die sind da ganz begeistert dabei. Die sehen, wie sich die anderen beim Durchfahren des Parcours anstellen, und amüsieren sich. Sie reden aber auch darüber. Wir haben zum Beispiel auch eine Rausch-Brille, die die Auswirkungen von Alkohol- oder Drogengenuss simuliert. Die möchten alle mal gerne aufsetzen und schauen, wie sich das anfühlt.

-Arbeiten Sie ehrenamtlich?

Ja, die Kreisverkehrswacht ist eine Gruppe von rund 15 freiwilligen Helfern im Landkreis. Die Jugendverkehrsschule gibt es seit 1975. Seitdem haben wir über 50 000 Mädchen und Buben betreut. Das sind in etwa so viele wie die Städte Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen Einwohner haben.

-Hand aufs Herz: Wussten Sie von dem Jubiläum?

Also den 23. Mai 1967 wusste ich nicht. Aber dass die Kreisverkehrswacht 50 Jahre alt wird, war schon bekannt. Es gibt einen offiziellen Festakt am 30. Juni.

Fragen: Christoph Schnitzer

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