Was bedeutet dieses Verkehrsschild? Kaum jemand weiß es. Tatsächlich weist es auf Parkplätze hin, die für Carsharing-Autos reserviert sind. Foto: ig

Ein Verkehrsschild, das niemand kennt

Bad Tölz - Die reservierten Parkplätze für die Carsharing-Autos sind oft fremdbelegt, weil die Kennzeichnung viele verwirrt.

Carsharing ist eine gute Sache. Wer nicht jeden Tag auf ein Auto angewiesen ist, kann sich ein Auto mit anderen teilen – auch in Bad Tölz. Kommunen unterstützen diese Ressourceneinsparung mit der Bereitstellung von kostenlosen Parkplätzen. Tatsächlich gibt es auch ein offizielles Verkehrsschild, das diese Parkplätze ausweist. Das Problem: Kaum einer kennt das Schild und seine Bedeutung.

Jörg Fallheier, Vorsitzender des „Stattauto Isarwinkel“-Vereins ist ratlos. „Was bringen uns die Parkplätze, wenn dauernd andere Autos darauf stehen?“ Das führe dazu, dass die Carsharing-Nutzer das Auto beim Zurückbringen auf einem anderen Parkplatz abstellen müssen. Dann drohe ein Strafzettel.

Konkret geht es in Bad Tölz um den Parkplatz „P 25“ bei den Stadtwerken an der Osterleite. Dort steht seit einigen Wochen das missverständlich designte Schild. Es zeigt ein vertikal geteiltes Auto und vier Personen – zwei Frauen in ausgestellten Röcken und zwei dynamisch laufende Männer. Befragt man Passanten dazu, kommen sie ins Grübeln. „Vielleicht ist damit ein Familienparkplatz gemeint?“ oder „Ich habe keine Ahnung, was das bedeuten soll“, sind die Antworten. Alexander Schindler, Verkehrsexperte der Stadt, appelliert hier an den gesunden Menschenverstand: „Wenn ich aufgrund des Schildes nicht deuten kann, wofür dieser Parkplatz reserviert ist, dann stelle ich mich doch da nicht hin.“ Schließlich habe man als Verkehrsteilnehmer auch eine gewisse Verpflichtung, sich über neue Entwicklungen zu informieren.

Generell gelte: „Es besteht kein Anspruch auf den kostenfreien Parkplatz. Wenn er belegt ist, muss man, wie jeder andere Autofahrer auch, Parkgebühr zahlen“, sagt Schindler. Allerdings: Steht ein nicht als „Stattauto“ gekennzeichneter Wagen auf einem der beiden reservierten Plätze, wird eine Verwarnung fällig. Ganz erschließt sich weder Schindler noch Fallheier, warum Leute ausgerechnet auf diesen beiden Plätzen parken, schließlich gibt es an der Osterleite meistens genügend freie Lücken. Fallheier vermutet Bequemlichkeit als Grund: Der Parkscheinautomat steht nämlich in unmittelbarer Nähe.

Könnte man nicht einen Hinweis anbringen, um das Schild zu erklären? „Reserviert für Carsharing“ wäre eine Lösung. „Das ist Straßenverkehrsrechtlich unzulässig“, erklärt Schindler. „Es herrscht das Bestreben, wenig Text und mehr Symbole zu verwenden, schließlich gibt es Leute, die kein Deutsch verstehen.“ Außerdem soll der Schilderwald abgebaut werden, und es sei unnötig, noch mal zu erklären, was auf dem Schild sowieso schon erklärt werde. „Da hat sich das Verkehrsministerium schon was dabei gedacht.“

Ines Gokus

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