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Die KDZ-Führungsriege mit Sicherheitsabstand: der neue Verbandsvorsitzende Ingo Mehner (Mi.), seine Stellvertreterin Barbara Bogner und Geschäftsführer Michael Braun. 

Zweckverband  Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland (KDZ)

Verkehrsüberwacher erwirtschaften sattes Plus

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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2019 war ein Rekordjahr für den Zweckverband mit Sitz in Tölz. Das liegt nicht nur an den Bußgeldern in Höhe von 4,5 Millionen Euro.

Bad Tölz – Mit einer besseren Bilanz kann man fast nicht abdanken: Unter dem Vorsitz von Josef Janker erwirtschaftete der Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland (KDZ) mit Sitz in Bad Tölz im vergangenen Jahr das beste Ergebnis seit seinem Bestehen. Das wurde bei der Sitzung am Freitag im Tölzer Kurhaus bekannt, in der auch die Ära Josef Janker endete.

Zwölf Jahre lang fungierte der ehemalige Tölzer Bürgermeister als Verbandsvorsitzender. In dieser Zeit habe er erlebt, wie sich der Verband vom Verkehrsüberwacher zum kommunalen Dienstleister entwickelt habe, sagte Janker. „Es war mir stets eine Ehre, für und mit dem Verband zu arbeiten.“ Zu seinem Nachfolger wählten die Verbandsräte den amtierenden Tölzer Bürgermeister Ingo Mehner. Von 179 abgegebenen Stimmen war eine ungültig, der Rest entfiel einstimmig auf den CSU-Politiker, der sich als einziger Kandidat um das Amt beworben hatte. Mehner freute sich über die Wahl – zumal er jahrelang mitbekommen habe, wie sein Vorgänger stets mit einem „seligen Lächeln“ vom KDZ zurückgekehrt sei.

Corona-Krise: Rückzahlungen fallen deutlich geringer aus

Auch der vorläufige Jahresüberschuss 2019 dürfte Janker ein seliges Lächeln ins Gesicht gezaubert haben: Der lag mit satten rund 1,6 Millionen Euro deutlich über dem Jahr 2018 (rund 430 000 Euro). Ein Rekordjahr, das eigentlich eine deutliche Preissenkung für 2019 ermöglicht hätte. „Wir wollten Ihnen Rückzahlungen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro vorschlagen“, sagte KDZ-Geschäftsführer Michael Braun an die Verbandsmitglieder gewandt. Wegen der Corona-Krise nahm Braun von diesen Plänen aber Abstand.

Bei der Sitzung wurde nun einstimmig eine „maßvolle“ rückwirkende Fallpreissenkung beschlossen. Das bedeutet eine Rückerstattung von rund 366 000 Euro an die Verbandsmitglieder, die im Wesentlichen aus Städten und Gemeinden bestehen. Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde, die KDZ-Mitarbeiter mit einem sogenannten leistungsorientierten Entgelt zu bedenken. 50 000 Euro wurden dafür veranschlagt, im Vorjahr waren es noch 65 000 Euro – trotz eines deutlich geringeren Jahresüberschusses. Der Jahresüberschuss für 2019 verringert sich somit auf rund 1,2 Millionen Euro.

Eingeschränkte Verkehrsüberwachung in April und Mai

In seinem Bericht ging Braun kurz auf die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Zweckverband ein: Demnach gab es im April und Mai nur eine sehr eingeschränkte Überwachung des ruhenden und fließendes Verkehrs. Die Mitarbeiter waren in Kurzarbeit – und feierten Braun zufolge rund 4300 Überstunden ab. „Seit Anfang Mai fahren wir die Verkehrsüberwachung wieder nach oben.“

Bußgelder in Höhe von 4,5 Millionen

Ebenfalls interessant: Rund 1,9 Millionen Euro hat der Zweckverband im Jahr 2019 an Bußgeldern im ruhenden Verkehr eingenommen. 2018 waren es rund 300 000 Euro weniger. Im fließenden Verkehr gingen die Bußgelder im Vergleich zum Vorjahr dagegen zurück: Waren es 2018 noch knapp drei Millionen Euro, flossen 2019 „nur“ rund 2,6 Millionen Euro an Bußgeldern. 

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