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Armin Ebersberger verlässt Tölz nach fünf Jahren. 

Im Interview

Verlockendes Angebot: Jugendförderer Armin Ebersberger verlässt Tölz

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Der Sozialplaner und Jugendförderer Armin Ebersberger verlässt die Stadt Bad Tölz. Er hat ein attraktives Angebot aus dem Landkreis bekommen, das er nicht ausschlagen wollte.

Bad Tölz – Nach fünf Jahren verlässt Sozialplaner und Jugendförderer Armin Ebersberger Bad Tölz. Die Stellenausschreibung der Stadt, die nun eine neue Kraft für soziale Fragen braucht, hängt bereits im Jugendcafé aus. Dort sitzt Ebersberger (43) noch bis Ende März in seinem Büro. Seinen Nachfolger soll er selbst mit aussuchen. Kurier-Mitarbeiter Tobias Gmach traf den Kochler an seinem Arbeitsplatz zu einem Gespräch über Vergangenheit und Zukunft.

-Herr Ebersberger, warum verlassen Sie Bad Tölz?

Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Ich habe hier ein gut aufgestelltes Netzwerk, ein hervorragendes Team. Ich hätte also keinen Grund gehabt, mich nach etwas anderem umzuschauen. Aber mir wurde angeboten, die Gesamtleitung der Dorfleben Walchensee GmbH zu übernehmen – mit Aussicht auf die Geschäftsführung. Das ist ein pädagogisches Kleinod. In den Schulklassen sitzen nur elf Kinder. Mit der Betreuung dort kann man den ganzen Menschen erreichen. Das ist super attraktiv. Selbst Bürgermeister Josef Janker hat zu mir gesagt: „Sie wären blöd, wenn Sie das ablehnen.“

-Zur Dorfleben GmbH gehören Schule, Kindergarten und das neu geschaffene Haus der Begegnung. Welche Ziele haben Sie am Walchensee?

In meiner Philosophie steht der Mensch im Mittelpunkt. Als Führungsperson möchte ich Arbeitsbedingungen herstellen, dass jeder seinen besten Job machen kann – vom Schulleiter über den Koch bis zur Putzfrau.

-Als Sie 2013 in Tölz anfingen, sollten Sie vor allem Struktur in die Sozialarbeit der Stadt bringen. Wie ist das gelungen?

Gut gelungen sind sicherlich die neuen Strukturen in der Jugendarbeit. In der Startphase war es wichtig, die Kollegen zu sortieren. Mittlerweile ziehen wir aus den fünfeinhalb Stellen den maximalen Nutzen.

-Stichwort Jugendarbeit: Worauf haben Sie in diesem Bereich besonderen Wert gelegt?

Die klassische Jugendarbeit alleine reicht nicht. Deshalb haben wir Kooperationen in Schulen und Ganztagesklassen aufgebaut. Daraus resultieren zum Beispiel die Jugendsozialarbeit-Stellen an den Tölzer Grundschulen.

-Welche sozialen Problemthemen sind zentral in einer Stadt wie Tölz?

Ein Querschnittthema ist der soziale Wohnungsbau – nicht nur im Zusammenhang mit der immer älter werdenden Gesellschaft. Es war mir von Anfang an ein Anliegen, die Stadtpolitik dafür zu sensibilisieren.

-Gab es auch große Hürden, die Sie überwinden mussten? Schwer beschäftigt hat Sie ja das Thema Asyl...

Ja, in Sachen Hürden ist das sicher ein Klassiker. Viele Richtlinien haben sich seit 2015 erst entwickelt. Vieles war für alle neu. Und im Jugendcafé konnten wir bei der Integration von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zuschauen – von der Schlägerei bis zum Schließen von Freundschaften. Das waren spannende Zeiten.

-Hat Sie die Asylarbeit manchmal auch persönlich betroffen gemacht?

Durchaus. Dieses Thema kann man nicht nur verwalten. Sonst wäre es ja nicht so unauffällig gut ausgegangen wie in Tölz. In anderen Kommunen ist das ja richtig hochgekocht.

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