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Kleine „Spinner“-Experten: Victoria Gmeiner und ihr Bruder Valentin zeigen stolz ihre Exemplare.

Neuer Spielzeug-Trend

Verrückt nach dem „Spinner“

Sie sind zur Zeit in vielen Kinderhänden zu sehen: die „Fidget Spinner“. Die Begeisterung um die besonderen Kreisel lässt allerdings schön langsam wieder nach.

Bad Tölz-WolfratshausenEigentlich sollen sie helfen, kurzzeitig Ruhe zu finden, sorgen aber derzeit für jede Menge Trubel unter Kindern: die Fidget Spinners. „Fidget“ heißt übersetzt Zappelphilipp, „to spin“ bedeutet wirbeln. Der „Handkreisel“ ist inzwischen in fast jedem Schulranzen zu finden. Aber den Verkaufszenit hat er bereits überschritten, wie die Händler wissen.

Der flache Kreisel wird zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und dabei mit Hilfe eines Kugellagers gedreht oder auf einer Fingerkuppe balanciert. „Der Nutzer könnte von seiner Nervosität abgelenkt werden“, heißt es in der freien Enzyklopädie Wikipedia. „Wenn ich wütend bin, spiele ich eine Weile mit meinem Spinner, und dann werd ich ruhiger“, erklärt der Zweitklässler Maxi Britz. Seine Kameradin Victoria Gmeiner erzählt dagegen strahlend: „Ich finde meinen Kreisel so toll, weil er leuchten kann, wenn ich auf einen Knopf drücke.“ Die junge Eishockeyspielerin dreht den Spinner gerne noch abends, „bis Mama sagt, jetzt ist Schluss“, lacht sie und ergänzt: „Mein jüngerer Bruder hat auch einen.“ Wie viele Kinder in ihrer Klasse.

Auch die lokalen Spielzeughändler freut der Kreisel, denn er füllt die Kassen. „Bombastisch“, nennt Gabriele Fritz vom Tölzer Geschäft Denner den Umsatz. „Noch vor einiger Zeit hätten wir 500 Stück verkaufen können“, berichtet sie. Mehr als die Hälfte war aber nicht drin, weil es mit dem Produkt aus China Lieferschwierigkeiten gab. Die kannte auch Horst Oldenburg vom Lenggrieser Spielzeugladen. „Ich bekam sie immer stoßweise, deshalb war es bei uns nicht der Riesenboom“, sagt er. In den USA, wo die Begeisterung begann, sei die Welle auch schon wieder am Abebben. „Es war ein Hype wie bei den Looms“, beschreibt Fritz. Die kleinen, farbigen Gummiringe waren vor zwei Jahren gefragt – inzwischen sind die meisten wohl schon im Abfall gelandet.

Die Zielgruppe der Fidget Spinners sei zwischen fünf und 17 Jahren alt, weiß Sylva Niemann vom Tölzer Spielzeuggeschäft Krömer. „Bei uns gibt es die Spinners ab 7,99 Euro bis 29,99 Euro“, berichtet sie. Die teure Version besteht aus Metall und hat ein 3D-Äußeres. „Die gehen auch nicht kaputt, wenn sie runterfallen“, erklärt die Fachfrau den Preisunterschied. „Die Spinners leuchten in allen Variationen“, ergänzt Fritz.

Es gibt aber auch andere Stimmen. Gymnasiast Vinzent Dustmann (12), sechste Klasse, versteht die ganze Aufregung um die Kreisel nicht. „Inzwischen laufen 90 Prozent der Schüler damit herum, das wird fad“, meint er nüchtern. „In der Schule stören sie nur.“ Er weiß von einem Fünftklässler, dem der Spinner im Unterricht immer wieder abgenommen werde. Außerdem meint Vinzent: „Der Preis ist zu hoch. Acht oder fünfzehn Euro kann man für was anderes gebrauchen.“ Vielleicht findet er ja Gefallen an den nächsten Fidgets. „Der neue Fidget Cube (Würfel) kommt erst im August in die Geschäfte“, informiert Fritz. Und ihr Kollege Oldenburg weiß: „Im Oktober gibt es dann die Fidget Sticks.“

Birgit Botzenhart

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