Seine Enthaltsamkeit muss der junge Mann in sechs Drogenscreenings nachweisen.
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Seine Enthaltsamkeit muss der junge Mann in sechs Drogenscreenings nachweisen.

Jugendgericht

Verzicht fällt schwer: Junger Kiffer (21) hadert vor der Richterin mit sich

  • vonRudi Stallein
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Ein Tölzer (21), der regelmäßig kifft, musste sich nun vor dem Jugendgericht verantworten. So ganz leicht werde ihm der Verzicht auf Drogen nicht fallen, räumte er treuherzig ein.

Wolfratshausen/Bad Tölz – Weil er gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen hatte, war ein junger Tölzer (21) Anfang November 2020 zu mehreren Gesprächen mit der Caritas-Suchtberatung verdonnert worden. Das fruchtete nicht so, wie das Jugendgericht gehofft hatte. Zwischen dem ersten und dem zweiten Gespräch wurde der Auszubildende erneut mit Marihuana erwischt.

„Der Kurs ist ja nicht dafür da, dass man sofort aufhört“, erklärte der junge Mann vor Gericht, wo er sich nun erneut wegen unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln verantworten musste. „Aber wir haben sehr gute Gespräche geführt“, betonte er. Auf Drogen ganz zu verzichten, falle ihm jedoch schwer.

Zum Tatvorwurf gab es wenig zu sagen. Leugnen war zwecklos: Die Polizisten hatten gesehen, dass er 3,3 Gramm Cannabis wegwarf, als sie ihn am 20. November vorigen Jahres im Stadtgebiet von Bad Tölz kontrollierten.

„Ich weiß, dass das nicht erlaubt ist“, zeigte sich der Beschuldigte einsichtig. „Aber es sind zurzeit nicht die besten Umstände.“ Deshalb genehmige er sich ein-, zweimal in der Woche einen Joint. „Dann kann ich die Probleme gut abstellen.“

Dafür wird er sich in nächster Zeit nach einem anderen Ventil umschauen müssen. Denn außer fünf weiteren Einzelgesprächen mit der Caritas ordnete Jugendrichterin Friederike Kirschstein-Freund in ihrem Urteil an, dass sich der junge Mann für die Dauer eines Jahres „jeglichen Umgangs mit Betäubungsmitteln zu enthalten“ habe. Seine Enthaltsamkeit muss der junge Mann in sechs Drogenscreenings nachweisen.

„Ja, dann würde ich das so hinnehmen“, erklärte sich der Angeklagte mit dem Urteil einverstanden. Fragte jedoch sicherheitshalber noch einmal nach: „Aber Drogenverbot ist kein Alkoholverbot, oder?“  

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