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Bald Geschichte: Der Jahnschul-Anbau mit Turnhalle wird derzeit als Rathaus-Ausweichquartier genutzt. Er soll abgerissen werden. Im Ersatzbau entstehen dann neue Klassenzimmer, Probenräume für die Stadtk apelle und ein neuer Kindergarten.

Haushalt 2018

Viel Geld für die Kür: Diese Investitionen plant die Stadt Bad Tölz

Dank der guten konjunkturellen Lage ist die Stadt Bad Tölz finanziell sehr gut aufgestellt. Wenn man 8,75 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung hat, kann man einiges bewegen. Und Bad Tölz tut dies, nicht nur beim Pflichtprogramm, sondern auch bei der Kür.

Bad Tölz – Beispiel Investitionen in Sport- und Jugendarbeit: 1,2 Millionen Euro sind heuer im Haushalt enthalten, um den Sportpark auf der Flinthöhe mit einer Boulderhalle zu ergänzen, die dann vom Alpenverein langfristig gepachtet wird. Und der Football-Club Capricorns erhält 300 000 Euro, um am Sportplatz im Farchet ein Funktionsgebäude zu errichten.

Seit Jahren steht es auf der Agenda, nun wird ernst gemacht: Die Lettenholzschule ist nach der Übernahme von den Amerikanern nach 1991 nur einmal saniert worden. Seitdem wurde nicht viel gemacht. „Der Vollwärmeschutz fällt inzwischen wieder runter“, sagte Kämmerer Hermann Forster im Finanzausschuss. Deshalb wird entweder das ganze Gebäude saniert oder gleich durch einen Neubau ersetzt. Heuer sind 100 000 Euro an Planungskosten im Haushalt enthalten. In den Folgejahren sind über vier Millionen Euro vorgesehen.

Auch das Thema Jahnschule wird ab 2019 mit Millionenaufwand angegangen. Heuer soll die Planstudie fertig werden, die nicht nur den Abbruch des nicht mehr benötigten Klassentrakts und der Turnhalle vorsieht, sondern auch Ersatzbauten. Man warte derzeit, was die Grundschulreform an neuen Raumprogrammen ergebe, sagte Forster. Im Rahmen des Neubaus werde man aber auch die Probenräume für die Stadtkapelle und – ganz wichtig – einen neuen Kindergarten errichten.

Der Rathausumbau wird, wenn er abgeschlossen ist, 9,7 Millionen Euro gekostet haben. Heuer sind noch 300 000 Euro im Haushalt dafür vorgesehen. Weitere 200 000 Euro fließen in die Vorplatzgestaltung und Herstellung der historischen Mauer zum Parkplatz Schloßplatz hin.

Ziemlich ärgerlich findet der Kämmerer die Ausgabe von 330 000 Euro für die „völlig überzogene“ Beprobung und Entsorgung des Aushubs bei der Sanierung der Kohlstattstraße. Forster kritisierte, dass das Herumfahren des vermeintlich kontaminierten Aushubs auch kein Vorbild für Umweltschutz sei. Auch beim Kanalausbau Kirchsteinstraße muss die Stadt 200 000 Euro mehr nur für die Entsorgung des Aushubs zur Verfügung stellen.

Fast 430 000 Euro sind im Haushalt 2018 für die Wohnanlage Osterleite vorgesehen. Insgesamt wird das Projekt mit nunmehr vorsichtig geschätzten 3,9 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die für ihre Kostenschätzung in früheren Sitzungen kritisierten Planer waren in der Sitzung anwesend und rechtfertigten die Kostensteigerungen mit nachträglichen Änderungswünschen, besserem Brandschutz und der derzeitigen Hochkonjunktur in der Baubranche. Die anfängliche, viel zu niedrige Kostenschätzung hätte halt auch fortgeschrieben werden müssen, bemängelten mehrere Stadträte. Kämmerer Hermann Forster gab zu: „Da müssen wir uns auch an der eigenen Nase fassen.“

Eine halbe Million Euro wird die Stadt für die Generalsanierung des Parkhauses an der Bockschützstraße ausgeben, weitere 200 000 Euro für die Neubauplanung einer einspurigen Bahnbrücke in der Gaißacher Straße – ein in der Bevölkerung nach wie vor umstrittenes Projekt.

Auch in die Kultur wird investiert. Das Stadtmuseum wird heuer 115 000 Euro erhalten, um die Neugestaltung des Hauses voranzutreiben. Seit 2016 läuft die Zehn-Jahres-Planung. Und Kämmerer Hermann Forster lobte die Fortschritte: „Das wird wirklich gelungen.“

„Der Lokus im Fokus“ – so könnte man schließlich den Bereich Investitionen in städtische Toiletten-Anlagen nennen. Allein fünfmal kommt das Wort WC in der Liste der geplanten Ausgaben vor. Die in die Jahre gekommene WC-Anlage am Bürgergarten wird in diesen Tagen abgerissen und soll neu gebaut werden. Das wird 280 000 Euro kosten. Die neuen Toiletten sind vandalensicher und selbstreinigend. 100 000 Euro kostet ein neues WC im Durchgang zum Bürgergarten (siehe unten). Weitere rund 220 000 Euro gibt die Stadt für ein erneuertes Toilettenhäuschen am Waldfriedhof aus. Zudem soll ein WC-Container angeschafft werden, der ausgeliehen werden kann. Schon jetzt ist klar, dass auch die WC-Anlage am Busbahnhof Isarkai in den kommenden Jahren für eine Viertelmillion Euro saniert werden muss.

„Aber beim Thema WC-Anlagen werden wir bald keine Defizite mehr haben“, fasste Hermann Forster die Bemühungen der Stadt um die dringenden Bedürfnisse der Gäste und Einheimischen zusammen.

Christoph Schnitzer

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