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Auf die Suche nach Plastikteilen, die die Umwelt belasten, machen sich zurzeit unter anderem die Montessori-Schüler (v.li.) Caitlyn (9), Julian (10), Valentina (10), Mia (10) und Dominik (13) an der Isar.

Montessorischule nimmt an Projekt teil

Wie viel Plastik verschmutzt die Isar?

Bad Tölz – Von der Plastikflasche über die zerfetzte Tüte und den Joghurtbecher bis hin zum unsichtbaren Mikroplastik-Teilchen: Wie stark die Isar damit belastet ist, untersuchen derzeit Mädchen und Buben aus der Tölzer Montessorischule.

Sie nehmen am deutschlandweiten Projekt „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ teil.

„Ziel des Projekts ist es, die Belastung durch Plastik in fließenden Gewässern zu messen“, erklärt Lehrerin Inka Sauerwein. Die Teilnehmer der fünften bis zehnten Klasse haben sich schon ein gutes Basiswissen angeeignet. So wissen sie Bescheid, wie lange der Plastikmülle die Umwelt belastet. „Plastikbecher, die überall rumliegen, brauchen 50 Jahre, bis sie komplett abgebaut sind. Plastikflaschen 450 Jahre“, sagt Julian (10). Und bei einer Angelschnur betrage diese Zeitspanne sogar 600 Jahre.

Die Mädchen und Buben sind nun viel an der Isar untwerwegs. „Wir ermitteln den Mikro- und Makroplastikanteil“, sagt Julian. „Mikroplastik ist kleiner als fünf Millimeter, Makroplastik größer.“ Die Industrie verwendet Mikroplastik beispielsweise als Schleif- oder Bindemittel in Kosmetika und Reinigungsmitteln. „Wenn wir duschen, gelangt das Shampoo ins Abwasser und dann in die Flüsse und letztendlich auch ins Meer“, erklärt Julian. „Dort essen die Fische die Mikro- und Makroplastikteile, und wenn Menschen die Fische essen, landet das Plastik im menschlichen Körper.“

Den Teilchen auf die Spur kommen die Schüler mit Hilfe eines Mikroplastiknetzes, wie Dominik (13) erläutert. „Das Netz muss für eine Stunde im Wasser platziert werden. Durch die Strömung schwimmen dann aufgelöste Plastikteilchen hinein. Die nehmen wir heraus und lassen sie auf einem weißen Tuch trocknen, um danach in der Schule mit der Lupe ranzugehen.“ In Sachen Mikroplastik hätten die Schüler in Bad Tölz „zum Glück noch nichts Schlimmes entdeckt“.

Ihre Proben schickt die Gruppe zur Auswertung an die „Kieler Forschungswerkstatt“, die die Ergebnisse dann auf einer Deutschlandkarte dokumentiert.

Die erfolgreichste Schule kann bei diesem Projekt, das zur Initiative „Wissenschaftsjahr“ gehört, eine Klassenfahrt gewinnen – natürlich ans Meer.

Tanja Schultz

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