Peitinger Christbäume verkauft Helmut Wenzel an der Flinthöhe für seinen Chef Peter Geiß. Foto: Arndt Pröhl

Christbaum-Verkauf 

Viele bayerische Bäume für  Heiligabend

Skandinavische oder osteuropäische Bäume kommen den Tölzern nicht ins Netz. Die Christbaum-Verkäufer an Flintkaserne, Moraltpark, Lenggrieser Straße und in Gaißach bieten nur mittel- und süddeutsche Bäume zum Verkauf an.

Bad Tölz – „Wer beim Kauf etwas für die Umwelt tun möchte, sollte seinen Baum regional kaufen,“ sagt Bund Naturschutz-Sprecher Achim Rücker. In Tölz ist das leicht. Das meiste Immergrün stammt aus Bayern. Der am weitesten gereiste Baum ist aus Nordrhein-Westfalen.

Diese Sauerländer Nordmanntannen gibt es beim Hagebau-Verkaufstand am Moraltpark. Kerstin Moosmann ist überzeugt von deren Qualität. „Das sind schon sehr gute Bäume“, sagt die Baumarkt-Mitarbeiterin. „Die aus Skandinavien sind auch gut, aber bei den Bäumen aus Tschechien weiß man nie was da an Pflanzenschutz drauf ist.“ Vor Weihnachten, so die Floristin, solle man den Baum kühl, wind- und sonnengeschützt lagern. „Sonst trocknet er aus und nadelt schneller. Mindestens zwei Tage vor Heiligabend solle man den Baum vom Netz befreien, „damit sich die Äste legen können“. Wer diese dann mit Wasser besprüht, den Baum frisch anschneidet und in den Christbaumständer Wasser mit einer Prise Zucker füllt, habe, so die 39-Jährige, am längsten Freude an seinem Baum.

Aus Neresheim in Baden-Württemberg stammen die Bäume vom Kaufland-Parkplatz an der Lenggrieser Straße. Der Industrie-Elektroniker Eugen Fefler opfert seit 13 Jahren seinen Urlaub für den Tölzer Verkauf – „als Ausgleich“. Außer Nordmanntannen hat er auch Rot- und Blaufichten im Angebot. „Bei Bedarf werden hier alle Bäume von meinem Chef frisch nachgeliefert“, sagt der 33-Jährige. Der Baum-Verkauf sei witterungsbedingt schleppend, laufe aber nun langsam an. So leicht wie zu seiner Anfangszeit sei das Geschäft heute nicht mehr: „Wir verkaufen inzwischen nur noch halb so viel wie früher,“ sagt Fefler. Die starke Konkurrenz drücke den Preis.

Schon seit 20 Jahren verkauft Sybille Fischhaber Christbäume aus Niederbayern, „die nicht chemisch behandelt werden“. Ihre Bäume, so Fischhaber, seien besonders frisch und würden nicht wie die aus Dänemark schon im Oktober geschnitten. „Die Frische des Baums erkennt man, wenn unten keine braunen Nadeln sind.“ Der Verkauf an der Einfahrt zum Gaißacher Aldi „geht jetzt erst richtig los.“ Fischhaber empfiehlt: „Wer einen schönen Baum will, sollte jetzt einen kaufen. Zum Schluss ist nur noch Aussortiertes da.“

Da stimmt der Peitinger Baumzüchter Peter Geiß zu. „Der richtige Moment zum Kauf ist jetzt, da ist die Auswahl noch groß.“ Die Ernte seiner Baumschule verkauft er landkreisweit und in Tölz an der Flintkaserne. In seinem Familienunternehmen stellte er fest: „Die Leute werden anspruchsvoller. Sie wollen schlanke, gleichmäßige Bäume.“ Den Wunsch versucht Geiß möglichst zu erfüllen, aber „das ist auch ein Naturprodukt. Das darf man nicht vergessen.“

Wer einen ungespritzten Baum aus dem Landkreis kaufen möchte, kann dies in Helfertsried. Auf dem Hof von Johann Kappelsberger (60) gibt es schon „seit 40 bis 45 Jahren“ eine Christbaumplantage. „Viele Leute kommen aus der Region oder aus München zu uns,“ sagt der Landwirt. Auch er hat Nordmanntannen. Stimmungsvoll seien auch Blaufichten. „Besonders, wenn sie frisch sind, riechen sie toll, halten sich sehr gut und lassen sich schön schmücken.“

Nora Linnerud

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