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In einem Mehrfamilienhaus an der Heißstraße brach am Montagabend ein Brand aus.

Mehrfamilienhaus in Bad Tölz

Vier Verletzte bei Feuer: Jugendliche begehen fatalen Fehler

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Bei einer Verpuffung sind am späten Montagabend mehrere Personen in Bad Tölz verletzt worden. Der Kellerraum brannte völlig aus. Jetzt ist klar, warum das Feuer ausbrach.

Update vom 24. Oktober 2018:

Am Montagabend war es gegen 22 Uhr in der Heißstraße in Bad Tölz zu einem Brand im Souterrain eines Wohnhauses gekommen. Die Kriminalpolizeiinspektion Weilheim konnte zwischenzeitlich die Brandursache klären. Der fehlerhafte Umgang mit einem Ethanolofen war ursächlich für das Unglück, bei dem vier Personen verletzt wurden und beträchtlicher Sachschaden entstand. Der wurde mittlerweile auf weit über 100.000 Euro nach oben korrigiert.

Drei Heranwachsende im Alter von 18 und 19 Jahren hatten sich zur Unglückszeit in einem Kellerraum in der Heißstraße in Bad Tölz aufgehalten, in dem ein dekorativer Ethanolofen betrieben wurde. Nachdem das Feuer des Ofens erloschen war, füllte ein 18-Jähriger  laut Polizei weiteres Ethanol in den noch heißen Ofen nach. Hierdurch, und in Verbindung mit dem zuvor verströmten Luft-Gasgemisch, kam es zu einer heftigen Verpuffung, in dessen Folge die drei Heranwachsenden unterschiedlichen Grades verletzt wurden. Das Souterrain geriet in Vollbrand und musste durch ein Großaufgebot der Freiwilligen Feuerwehr Bad Tölz gelöscht werden.

Der Kellerraum sowie die darüber liegenden Wohnungen sind bis auf weiteres unbewohnbar.

In diesem Zusammenhang weist die Polizei, insbesondere aufgrund der bevorstehenden kalten Jahreszeit, darauf hin, dass sich Ethanolöfen nicht zum Heizen von Räumen eignen, sondern lediglich dekorative Zwecke erfüllen. Bioethanol kann schon bei Temperaturen um 21 Grad ein leicht entzündliches und explosionsfähiges Luft-Gasgemisch bilden.

Tipps zur Sicherheit:

• Vorsicht beim Nachfüllen des Brennstoffes: nicht befüllen, so lange der Kamin brennt oder noch heiß ist! 

• Stellen Sie den Kamin nicht in der Nähe von brennbaren Materialien auf! 

• Lassen Sie den Ofen nie unbeaufsichtigt! 

• Lüften Sie regelmäßig: Der Brennvorgang senkt den Sauerstoffgehalt im Zimmer, es entstehen Gase wie beispielsweise Kohlendioxid!

 • Achten Sie auf Löschwerkzeuge, die auch für brennende Alkohole geeignet sind!

Die Meldung vom 23. Oktober:

Bad Tölz - „Brand in Wohnhaus nach Explosion. Personen in Gefahr“: Das war die Meldung, die am Montagabend gegen 22.10 Uhr bei der Tölzer Feuerwehr einging. Als die Einsatzkräfte bei dem Mehrfamilienhaus an der Heißstraße eintrafen, brannte der Kellerraum lichterloh. „Die Scheibe eines großen Fensters der Wohnung war zerborsten, und zwei Meter hohe Flammen schlugen uns entgegen“, schildert Kommandant Wolfgang Stahl die Szene.

Während der eine Teil der Einsatzkräfte sofort damit begann, den Brand einzudämmen und sich durch das Fenster und über die Außentreppe Zugang zu dem Kellerraum verschaffte, durchkämmten andere das Haus. „Wir mussten in alle Wohnungen, um sicherzugehen, dass alle Leute raus sind“, erklärt Stahl. Sieben Personen, die zum Zeitpunkt des Brandausbruchs im Haus waren, hatten sich da aber bereits ins Freie gerettet.

Wie es zu dem Feuer kommen konnte, ist unklar. Feuerwehr und Rettungsdienst sprechen in ihren Einsatzberichten von einer Verpuffung, die sich in der Kellerwohnung ereignet haben könnte. Auslöser könnte ein Ofen gewesen sein. Zeugen berichteten von einem lauten Knall. Die Polizei bestätigt das alles derzeit nicht: „Die Ermittlungen laufen noch“, sagt Martin Emig, Pressesprecher am Polizeipräsidium Oberbayern Süd.

Als das Feuer ausbrach, befanden sich jedenfalls drei junge Männer im Alter von 18 und 19 Jahren in dem Kellerraum. Zwei wurden leicht verletzt und vom BRK in die Asklepios-Stadtklinik gebracht. Der schwer verletzte 18-Jährige wurde nach Angaben von BRK-Einsatzleiter Lukas von Stülpnagel in eine Spezialklinik nach München transportiert. Zudem erlitt eine 43-jährige Hausbewohnerin einen Schock.

Explosion in Tölzer Wohnhaus: Mehrere Verletzte

Das Rote Kreuz war mit einem Großaufgebot aus 32 haupt- und ehrenamtlichen Kräften, sechs Rettungswagen und vier Notärzten vor Ort. Für die 48 Kräfte der Feuerwehr war der Einsatz nach etwa zwei Stunden beendet. Den Sachschaden beziffert die Polizei mit rund 80 000 Euro. Die Kellerwohnung brannte völlig aus. Die Kripo Weilheim hat die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache aufgenommen.

Hier die Erstmeldung:

Zur Stunde (Montag, 23.16 Uhr)  läuft der Feuerwehreinsatz an der Heißstraße noch. Nach ersten Erkenntnissen war es in einer Kellerwohnung des Mehrfamilienhauses zu einer größeren Verpuffung gekommen. Auslöser war möglicherweise ein Ofen.

Brandfahnder übernehmen Ermittlungen

Die drei Personen, die sich in der Wohnung und in unmittelbarer Nähe des Brandherds befanden, trugen leichte Verletzungen davon. Drei weitere der insgesamt zehn dort gemeldeten Bewohner mussten laut dem Tölzer Kommandanten Wolfgang Stahl mit leichten Rauchgasvergiftungen behandelt werden. Die Rettungskräfte vom BRK kümmerten sich um die sechs Verletzten. 

Lesen Sie auch: Kneipentheke in Flammen - drei Schwerverletzte

Das Feuer hatten die rund 45 Einsatzkräfte glücklicherweise rasch unter Kontrolle. Noch am Abend wurden die Brandfahnder der Polizei erwartet, die nun die Untersuchung der genauen Brandursache übernehmen. Bis zu ihrem Eintreffen wurde der Keller nicht ausgeräumt, um die Spurenlage nicht zu zerstören.

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