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„Freind samma trotzdem“: Luca Lento ist für ein „friendly game“ – auch wenn er seine Frau gerne ein wenig neckt.

Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft

Härtetest für deutsch-italienische Paare

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Liebe ist – wenn deutsch-italienische Paare auch nach Samstagabend noch zusammen sind. Dann nämlich tritt die DFB-Elf gegen die „Squadra Azzurra“ an. Der Tölzer Kurier hat bei ein paar Betroffenen im Landkreis nachgefragt, wie sie mit diesem Härtetest für ihre Beziehung umgehen. Und: So tippt EMilie.

Ganz ernst gemeint ist es wohl nicht, wenn Luca Lento sagt, dass er und seine Frau Anja nicht im selben Bett schlafen werden, falls Jogi Löws Mannschaft am Samstag gewinnen sollte. „Aber es wird schon schwierig werden“, gesteht der Italiener, der seit sechs Jahren mit einer Deutschen verheiratet ist. Eine harmonische Ehe – zumindest, wenn kein Fußball-Spiel zwischen der DFB-Elf und den „Squadra Azzurra“ ansteht. „Das Verhältnis ist dann schon ein bisschen angespannt, auch zu meinen Schwiegereltern“, verrät der Inhaber des „Da Luca“ in Bad Heilbrunn und lacht.

Fußball wird nur getrennt geschaut

Der Haussegen hängt zwar nicht wirklich schief, gefrozelt wird aber trotzdem kräftig. Lento beispielsweise zieht seine Frau gerne mit dem Satz auf, dass es irgendwann schon mal mit einem Sieg über Italien klappen könnte. „Aber nicht dieses Mal“, schiebt der ehemalige Stürmer des SV Bad Heilbrunn dann genüsslich hinterher. „Ganz so witzig findet das meine Frau allerdings nicht.“

Um tiefergehende Streitigkeiten zu vermeiden, schaut das Ehepaar deutsch-italienische Fußballspiele deshalb generell getrennt, so auch am Samstagabend. Der 35-Jährige wird sich die Partie in seinem Restaurant ansehen, seine Frau fiebert bei ihren Eltern mit. Trotz aller Fußball-Leidenschaft geraten die beiden natürlich trotzdem nicht ernsthaft aneinander – keine Selbstverständlichkeit weiß Lento, der schon öfter erlebt hat, dass manche Fans auch vor Beleidigungen nicht zurückschrecken, wenn Deutschland gegen Italien verloren hat. „Das ist schade“, findet der Gastronom. „Fußball soll doch Spaß machen.“

„Aus Liebe wünsche ich mir einen Sieg für Deutschland“

Innige Liebe: Für seine Lena Wahner hofft Giovanni Cabibbo sogar auf einen Sieg für Deutschland.

Das finden auch Lena Wahner und Giovanni Cabibbo aus Benediktbeuern. Vor allem der 27-Jährige nimmt die Fußball-Rivalität zwischen Deutschland und Italien mit viel Humor. Kein Wunder: Als Sohn eines deutsch-italienischen Ehepaars schlagen zwei Herzen in seiner Brust. Trotzdem sagt Cabibbo: „Aus Liebe würde ich mir sogar wünschen, dass Deutschland gewinnt.“ Trotzdem tippt Cabibbo, dass nach einem sehr emotionalen Spiel der Sieger am Ende mit 2:1 Italien heißt.

Seine Freundin geht dagegen davon aus, dass die DFB-Elf mit 6:5 nach einem Elfmeterschießen den Einzug ins Halbfinale schaffen wird. „Wenn Deutschland wirklich verlieren würde, wäre das schon nicht schön“, gibt die 26-Jährige mit Blick auf ihren Liebsten zu. Denn schon früher sorgte ihre Liebe zum FC Bayern zeitweise für Zündstoff in der Beziehung, als Cabibbo noch Fan von Inter Mailand war. „Inzwischen habe ich ihn aber bekehrt“, scherzt Wahner, die das EM-Viertelfinale zusammen mit ihrem Schatz ansehen wird.

Auch im Hause Scheitz in Bad Tölz wird zusammen das Viertelfinale geschaut. Zu kleinen Sticheleien oder gar Streit führt der Fußball-Klassiker zwischen Halb-Italienerin Carmela und ihrem Mann Gerhard nämlich nicht. „Wir freuen uns für beide Mannschaften“, sagt die 35-Jährige, die sich eine kleine Spitze dann doch nicht verkneifen kann: „Die Kinder und ich tendieren aber schon eher zu Italien.“ Sollte am Ende der Sieger doch Deutschland heißen, muss Gatte Gerhard aber immerhin nicht befürchten, im Gästebett oder auf dem Sofa schlafen zu müssen.

So tippt EMilie:

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