Viertes Knabenchorfestival in Bad Tölz

„Grenzen sind nur da,wo wir sie zulassen“

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Bestes Wetter und Konzerte auf allerhöchstem Niveau: Beim vierten Knabenchorfestival präsentierte sich Bad Tölz den Gästen von seiner allerbesten Seite. Allein die Zahl der Besucher hätte bei allen drei Konzerten noch besser sein können.

Bad Tölz– Mit einem Konzert zum Thema Frühling wurde am Freitag das Festival eröffnet. Die Chöre warteten mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf: die Tölzer präsentierten sich volkstümlich, die Österreicher klassisch und die Russen mit einer Mischung aus sakraler, volkstümlicher und unterhaltender Musik. Der Zufall wollte es, dass einige Solisten des Tölzer Chores derzeit auch in Moskau auf der Bühne stehen – sie führen dort mit der Komischen Oper Berlin die „Zauberflöte“ auf. Zugleich wurden mit in München die Opern-Aufführungen von „Tannhäuser“ mit Tölzern besetzt. Auf diesen Spagat ging Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart in seiner Begrüßungsansprache ein: „Es ist ein Grund zur Freude, dass dem Tölzer Knabenchor dies gelingt: einerseits die großen Bühnen der Welt mit Spitzen-Solisten beschicken zu können und andererseits auch der Heimatstadt die Treue zu halten.“

Höhepunkt der Konzerte ist unbestritten die geistliche Matinee, die samstags in der Tölzer Stadtpfarrkirche stattfand. Wenn sich Chöre aus verschiedenen Ländern im Haus Gottes begegnen, dann drängt es sich ja förmlich auf, die völkerverbindende Mission der Musik zu preisen. „In einer Welt, die aus den Fugen geraten zu sein scheint, steht Musik für Verständigung, Freundschaft und Frieden über alle Grenzen hinweg“, sagte Schirmherrin Barbara Stamm in ihrem Grußwort. Musik stehe für „Caritas, also für Wertschätzung und Nächstenliebe – eben für das, worauf es im Leben wirklich ankommt“. Auch Stadtpfarrer Peter Demmelmair machte mit einem Zitat des berühmten Pianisten Edwin Fischer deutlich, dass Musik weit mehr vermag als Töne abzuliefern: Musik sei „ein Hauch von Gottheit“.

4. Tölzer Knabenchorfestival: Die Bilder

Während die Werkauswahl der St. Florianer Sängerknaben die Marienverehrung in den Mittelpunkt rückte, und der Knabenchor Dubna Mozarts „Gloria“ aus der Krönungsmesse, russische Komponisten und Spirituals vortrug, entschied sich der Tölzer Knabenchor eher klassisch-streng für Bach, Mendelssohn Bartholdy und Poulenc. Mit einem gemeinsamen „Ubi Caritas“ (lateinisch: „Wo die Liebe“) klang das Kirchenkonzert aus.

Beim abendlichen Galakonzert im Kurhaus dankte Barbara Schmidt-Gaden allen Mitwirkenden und Unterstützern. Ihre Kernbotschaft: „Grenzen sind nur da, wo wir sie zulassen“, was die Dolmetscherin für den Dubna-Chor ins Russische übersetzte. Der Chor aus Moskau eröffnete den Abend mit einem eher avantgardistischen Programm, und der Tölzer Knabenchor sang Orff, Rossini und Bach. Der Chor aus Österreich setzte auf Johann Strauß und Co. und lieferte dazu eine herzerfrischend witzige Lausbuben-Choreographie ab. Mit dem gemeinsamen „Kein schöner Land“, „Moskauer Nächte“ und „Oh Happy Day“ der drei Chöre klang der vom Publikum gefeierte Abend aus. (Christiane Mühlbauer & Rainer Bannier) 

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