Als herrschaftliche Gewerbe-Villa mit 14 Zimmern und rund 650 Quadratmetern Wohnfläche wurde das Haus auf dem früheren Gelände der Buchberg-Klinik 2009 zum Verkauf angeboten.
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Als herrschaftliche Gewerbe-Villa mit 14 Zimmern und rund 650 Quadratmetern Wohnfläche wurde das Haus auf dem früheren Gelände der Buchberg-Klinik 2009 zum Verkauf angeboten.

Bauausschuss

Villa bei Buchberg-Klinik: Stadträte schieben Plänen des neuen Eigentümers Riegel vor

14 Zimmer, 650 Quadratmeter Wohnfläche, solitäre Lage: Damit könnte eine einst von der Gründerin der Buchberg-Klinik in Bad Tölz errichtete herrschaftliche Villa locken. Eine Wohnnutzung lehnte der Tölzer Bauausschuss nun aber ab.

Bad Tölz – Büronutzung ja, Wohnnutzung nein: Zu diesem Ergebnis kam der Tölzer Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung nach intensiver Debatte. Es ging um eine prominente Tölzer Adresse: die Villa auf dem Gelände der ehemaligen Buchbergklinik.

Die heute zum Median-Konzern gehörende Buchberg-Klinik wurde in den 1970er-Jahren von der Unternehmerin Erika Hoening erbaut und später von ihrer Tochter Elga sowie Schwiegersohn Klaus Sekuli geleitet. Auf dem Areal am westlichen Ortsrand wurde auch ein großes Wohnhaus errichtet, das Erika Hoenig bis zu ihrem Tod 1998 bewohnte. Das Grundstück wurde vor zwei Jahren von einem Münchner Immobilienbüro exklusiv zum Kauf angeboten. Der neue Besitzer, über den in der Sitzung öffentlich nichts mitgeteilt wurde, hat nun bei der Stadt den Antrag auf Befreiung bezüglich der baulichen Nutzung gestellt.

Büronutzung vertretbar, da sonst mit dauerhaftem Leerstand zu rechnen ist

Er möchte das Haus als Büro nutzen, zudem ist eine Wohneinheit vorgesehen. Derzeit befindet sich dort das in Tölz und Erlangen beheimatete Architekturbüro „denkmalneu Planfabrik GmbH“, das auf seiner Homepage 18 Mitarbeiter ausweist und sich „vorwiegend für denkmalgeschützte Objekte“ einsetzt.

Stadtbaumeister Florian Ernst befand, dass die Nutzungsänderung in ein Bürogebäude eventuell in Aussicht gestellt werden könne, da „ansonsten mit einem dauerhaften Leerstand zu rechnen ist“. Bereits 2009 waren Büroräume genehmigt worden, allerdings nur im Zusammenhang mit der benachbarten Klinik.

Vorgeschriebene Nutzung für Tourismus uns Gesundheit drückte Kaufpreis der Villa

Eine Wohnnutzung komme aber, so Bauamtsleiter Christian Fürstberger, aufgrund des „Sondergebietes Klinik“ nicht infrage. Anders als in Gewerbegebieten sei hier keine „Betriebsleiterwohnung“ notwendig. „Eine Wohnnutzung ist indiskutabel“, sagte Franz Mayer-Schwendner. Aber auch die Büros seien abzulehnen. Beim Verkauf vor zwei Jahren sei im damaligen Exposé des Maklers bei einem gewünschten Verkaufspreis von 1,2 Millionen Euro für die 14.200 Quadratmeter auf die vorgeschriebene Nutzung „bevorzugt für Tourismus und Gesundheit“ hingewiesen worden. „Das hat den Kaufpreis gedrückt“, meinte der Grünen-Stadtrat. Er plädierte dafür, die Entscheidung zurückzustellen.

Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) hielt eine Büronutzung – auch wenn jetzt kein Bezug mehr zur Klinik bestehe – „für vertretbar.“ Einen triftigen Grund für ein Büro an dieser Stelle vermisste Filiz Cetin (SPD), worauf Ingo Mehner erklärte, er müsse dann das dort untergebrachte Unternehmen räumen lassen, „die jetzige Nutzung ist rechtswidrig“. Cetin wollte sich aber vom Bürgermeister mit dieser Bemerkung „nicht unter Druck setzen lassen“. Sie verwies mehrfach auf die ihrer Meinung nach ganz eindeutige Gesetzeslage, schließlich handle es sich bei diesem Bereich um ein Sondergebiet. Es bestehe keine Not, einer Befreiung zuzustimmen.

Bebauungsplan „Bichlerhof“ stammt aus dem Jahr 1974

René Mühlberger (CSU) und Ulrich Fottner (FWG) plädierten dafür, Gewerbe in Bad Tölz durch Raumangebote zu unterstützen, notfalls auf eine begrenzte Zeit. Davor warnte wiederum Fürstberger, als er sagte: „Das Baurecht stellt hier hohe Anforderungen.“ Das konnte Franz Mayer nicht überzeugen, die jetzigen Nutzung sei in seinen Augen illegal.

Da eine Erweiterung der jetzigen Median Buchberg-Klinik bereits genehmigt sei, sollte man ein benachbartes Grundstück nicht „dem Gesundheitsbereich entziehen“. Mehner ließ dann die verschiedenen Punkte einzeln abstimmen. Demnach wird der Antrag „insgesamt nicht zur bauaufsichtlichen Genehmigung befürwortet“, da er nicht dem Bebauungsplan „Bichlerhof“ von 1974 entspricht. Mit acht zu fünf Stimmen wurde aber beschlossen, der beantragten Büronutzung zu entsprechen. Wiederum einstimmig wurde die Wohnnutzung abgelehnt.

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