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Eine ungewöhnlich hohe Beteiligung gab es heuer bei der Brotprüfung. Mit dabei waren unter anderem: (v. li.) Robert Butz (Bio-Bäckerei-Butz, Bayrischzell), Marco Mellies (Bäckerei Mellies zum Bäckermang, Lenggries), Leo Büttner (Büttner Spezialitätenbäckerei, Bad Tölz), Prüfer Manfred Stiefel, Jakob Gritscher (Bäckerei Jakob Gritscher, Schliersee), Peter Köglsperger (Bäckerei Köglsperger, Deining), Innungsobermeister Konrad Stelmaszek und Ludwig Schmid (Schmid Bäck, Geretsried).

Brotprüfung 2020

Vom Geschmack bis Krumenbild: Brote aus der Region sind top

Sie sehen gut aus, schmecken gut und haben auch noch eine gute bis sehr gute Qualität: 13 Bäckereien aus der Region glänzten bei der diesjährigen Brotprüfung. 

Bad Tölz – Wie für viele andere auch, bedeutete der Lockout in der Corona-Krise für Manfred Stiefel beruflichen Stillstand. Das heißt: Acht Wochen lang durfte er nicht genussvoll in ein frisches Brot beißen. Nun aber hat Stiefel im Auftrag der Bäckerinnung Miesbach-Bad Tölz-Wolfratshausen wieder unzählige Brote und Semmeln von Bäckereien aus den beiden Landkreisen auf ihre Qualität hin überprüft.

„Ich habe mich sehr gefreut, endlich wieder loslegen zu dürfen“, erzählt der Brotprüfer. Allerdings sei er sich vorab nicht sicher gewesen, wie sich die Pandemie auf seine Aufgabe auswirkt. Nach drei Prüfungstagen bilanziert der Fachmann: „Die Beteiligung war gut, sogar höher als im vergangenen Jahr. Und die Stimmung ist positiv. Es geht wieder aufwärts.“

Mehr als 95 Brotsorten und 45 verschiedene Semmeln hatte Stiefel in den Räumen der Tölzer Berufsschule in den Händen und unter der Nase. Die Qualität der Ware der 13 Bäckereien sei durchweg gut gewesen, sagt Stiefel. „Bei den Broten gab es heuer 40-mal ein „sehr gut“ und 45-mal ein „gut“. Bei den Semmeln lag die Quote bei „24 und 21“. Da heuer mehr Ware als gewöhnlich abgegeben worden sei, nimmt er ein paar Exemplare mit zur nächsten Prüfung und wird sie erst dann beurteilen.

Prüfung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Insgesamt gibt es Stiefel zufolge fünf Prüfungskategorien: Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaften, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität, sowie Geruch und Geschmack. Maximal seien 100 Punkte zu erreichen. Das entspricht einem „Sehr gut“. Wer 99 bis 90 Punkte erreiche, erhalte immer noch ein „gut“. Für den Rest gibt der Fachmann Tipps zur Verbesserung. Das sei ja auch mit Sinn und Zweck des Ganzen: die Qualität insgesamt zu verbessern und die Bäcker dabei zu unterstützen.

Innungsobermeister Konrad Stelmaszek zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Wir haben hier eine riesen Vielfalt an Broten, und viele Betriebe sind beteiligt.“ Schade sei nur, dass man heuer die Prüfung unter Ausschluss der Öffentlichkeit habe durchführen müssen. „Aber in Corona-Zeiten gibt es einfach viel zu beachten“, so Stelmaszek. Arndt Pröhl

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