+
Umzug vom „Jodquellenhof“ auf die Flinthöhe – oder in die Leonardisklinik nach Bad Heilbrunn: Keinem Asylsuchenden droht die Obdachlosigkeit, wenn die Unterkunft im ehemaligen Hotel aufgelöst wird.

Vom „Jodquellenhof“ in die Leonardisklinik

Riesengroß ist die Erleichterung bei den Asylsuchenden in Bad Tölz: Wenn im Mai die Unterkunft im ehemaligen „Jodquellenhof“ aufgelöst wird, muss niemand die Obdachlosigkeit fürchten. Asylbewerber, deren Verfahren noch läuft, ziehen in die neue Gemeinschaftsunterkunft auf der Flinthöhe um. Die so genannten „Fehlbeleger“ werden in der ehemaligen Leonardisklinik in Bad Heilbrunn untergebracht. „Eine gute Lösung“, sagt Sozialplaner Armin Ebersberger.

Bad Tölz - 35 anerkannte Asylbewerbewerber leben noch im Jodquellenhof. „Als es vom Landratsamt den Hinweis gab, dass sich die Leute eine eigene Wohnung suchen sollen, gab es einen großen Aufschrei, auch im Helferkreis war die Verunsicherung groß“, erinnert sich Ebersberger. „Wo soll man in Bad Tölz eine Wohnung finden?“

Am Mittwoch diskutierten Bürgermeister, Sozialamts-, und Landratsamts-Mitarbeiter über dieses Thema und einigten sich auf eine andere Lösung: Die Asylsuchenden aus dem Jodquellenhof, die noch im Anerkennungsverfahren stecken, dürfen geschlossen als Gemeinschaft auf die Flinthöhe umziehen, und die anderen nach Bad Heilbrunn. „Das ist ein Riesen-Erfolg für Karsten Ludwig“, sagt Ebersberger über den Sachgebietsleiter für Asylwesen im Landratsamt.

Für den Tölzer Helferkreis ändere sich durch den Umzug so gut wie nichts, vorausgesetzt die Hausverwaltung sei so fair wie beispielsweise in der Gemeinschaftsunterkunft an der Peter-Freisl-Straße.

Generell schätzt Ebersberger die Situation in Bad Tölz als vergleichsweise entspannt ein. Es sei vor allem „Gold wert“, dass am Mehr-Generationenhaus eine Koordinierungsstelle eingerichtet wurde, die engen Kontakt mit den Asylsuchenden und den 220 ehrenamtlichen Helfern hält. Auf diese Weise ist es möglich, eine Kinderbetreuung und eine Hausaufgabenhilfe anzubieten. Auch beim Ausfüllen der Formulare bekommen die Asylsuchenden Unterstützung: „Die Bürokratie ist teilweise schauderhaft“, sagt Ebersberger. Die Koordinierungsstelle sorge auch dafür, dass die Helfer vor Überlastung geschützt werden: „In anderen Städten klappt das nicht so gut.“

Großes Rätselraten herrscht allerdings, wie es in Bad Tölz generell weitergeht. In den vergangenen Monaten lebten stets zwischen 398 und 411 Asylbewerber in Bad Tölz. Es sei allerdings denkbar, dass Flüchtlinge aus anderen Landkreisen nach Bad Tölz verlegt werden und die Zahl auf 500 steigt. Verbindlich könne dies niemand sagen. Aufgrund der Ungewissheit hätten die Helfer „ein gewisses Bauchgrimmen“. Vermutlich kämen in diesem Fall Menschen, die seit einem halben oder einem ganzen Jahr in Deutschland leben, spekuliert Ebersberger, „und diese Leute beschäftigen ganz andere Themen als die Neuankömmlinge, um die wir uns jetzt kümmern. Wenn man das wüsste, könnte man entsprechend planen.“

Einen großen Wunsch hat Ebersberger. Er hofft dass der Freistaat von seiner Vorgabe abrückt, die dezentralen Unterkünfte aufzulösen. „Damit täten wir uns keinen Gefallen, gerade im Hinblick auf die Integration der Leute. Wir profitieren jetzt davon, dass vor drei Jahren viele Weichen richtig gestellt wurden.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Namens-Wirrwarr um den AfD-Prinzen - Staatsanwalt ermittelt
Die Sache mit Adelstiteln ist kompliziert. Die Weitergabe ist manchmal intransparent. Genau deswegen hat der AfD-Direktkandidat Constantin Leopold Prinz von Anhalt nun …
Namens-Wirrwarr um den AfD-Prinzen - Staatsanwalt ermittelt
Fraunhofer: Tagungshaus wird nicht größer
Wird das geplante Tagungshaus der Fraunhofer-Gesellschaft am Kloster Benediktbeuern womöglich größer als geplant? Wegen einer Formulierung im Bebauungsplan schlägt die …
Fraunhofer: Tagungshaus wird nicht größer
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Dienstagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Dienstagabend
Ilse Aigner trägt sich in das goldene Buch der Gemeinde Kochel ein
arp
Ilse Aigner trägt sich in das goldene Buch der Gemeinde Kochel ein

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion