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Der Tölzer war 49-mal beim Schwarzfahren erwischt worden. 

Vom Landgericht verurteilt

Notorischer Schwarzfahrer muss ins Gefängnis

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Das Landgericht München II hat einen notorischen Schwarzfahrer aus Bad Tölz wegen des Erschleichens von Leistungen für zehn Monate ins Gefängnis geschickt. Weitere zehn Monate muss der mehrfach Vorbestrafte (33) wegen Missachtung seiner Bewährungsauflagen absitzen.

Bad Tölz/München – Wutentbrannt verließ der Vater eines Sohnes nach dem Urteil den Saal im Münchner Strafjustizzentrum. Er stieß einen Schrei aus und rannte aus dem Gebäude, noch bevor sich die Justizbeamten den Störenfried schnappen konnten. Schon in der Verhandlung war der 33-Jährige durch aggressives Verhalten aufgefallen. Sein Verteidiger konnte ihn aber immer wieder einbremsen. Offenbar hatte sich der Mann vorgestellt, in München eine Bewährung zu ergattern.

49-mal war der Tölzer zwischen Mai 2014 und Mai 2015 im Zug beim Schwarzfahren erwischt worden. Schaden: 747 Euro. Angeblich fuhr er aus gutem Grund ohne Ticket. Stets wollte er zu seiner zunächst hochschwangeren Freundin und späteren Mutter seines Sohnes. Die lebte in Augsburg, war drogenabhängig und befand sich in einer Mutter-Kind-Entziehungs-Therapie. Weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt angeblich clean war, durfte er seine Freundin zum Baby bringen. Darin sah er eine Rechtfertigung fürs Schwarzfahren.

„Früher ist man getrampt, macht man das heute nicht mehr?“, fragte die Vorsitzende Richterin Sabine Klemt. „Mich nimmt doch keiner mit, so wie ich tätowiert bin“, antwortete der Angeklagte.

„Dieser Sachverhalt soll anders bewertet werden, als es der Herr Berger in Wolfratshausen getan hat“, schaltete sich nun der Verteidiger in Anspielung auf das Ersturteil am Amtsgericht vom März 2016 ein und haute einmal kräftig auf den Tisch. „Ich weiß nicht, warum Sie sich so echauffieren“, bemerkte die Richterin. „Ich verteidige so“, erwiderte der Jurist. Es nutzte nichts. Das Gericht hielt dem Angeklagten vor, dass es keine begründete Aussicht gebe, dass der 33-Jährige nicht wieder schwarzfahre, so wie es nach der letzten Gerichtsverhandlung geschehen war, und schickte ihn ins Gefängnis. 

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