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Aufladen statt Tanken: Damit die E-Mobilität im Landkreis wächst, müsste es mehr Ladesäulen geben.

Vom Solarkataster bis zur E-Mobilität

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Der Landkreis möchte bis 2035 weg sein von fossilen Brennstoffen und die Energie, die hier benötigt wird, möglichst auch hier erzeugen. Auf dem Weg zur Energiewende ist aber noch einiges zu tun. Vier Beschlüsse, die der Kreis-Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung auf Empfehlung des Fachbeirats Energie fasste, sollen den Landkreis dem Ziel ein Stück näher bringen.

Bad Tölz– 

Fotovoltaik: Kreis fördert Gutachten

In den Kommunen gibt es durchaus noch einiges an Potenzial, um auf gemeindeeigenen Liegenschaften Fotovoltaikanlagen unterzubringen. „Wir wollen die Kommunen bei der Identifizierung geeigneter Dachflächen unterstützen“, erklärte Andreas Süß, Klimaschutzbeauftragter am Landratsamt. „Zwar ist durch den Rückgang der Vergütungen aus dem EEG die Möglichkeit zur Einspeisung relativ unattraktiv geworden, dafür rückt der Aspekt des Eigenverbrauches stärker in den Vordergrund.“ Dadurch seien aber auch die Berechnungen komplexer geworden. Deshalb fördert der Landkreis Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, die Kommunen in Auftrag geben. Die entsprechende Richtlinie wurde vom Umweltausschuss einstimmig beschlossen. Jede Gemeinde kann maximal zwei Gutachten pro Jahr zur Förderung einreichen. Unterstützt werden die Gutachten mit jeweils 500 Euro.

Kreis unterstützt kleinere Maßnahmen

Oft gibt es auf kommunaler Ebene kleinere Klimaschutzmaßnahmen, die zwar schnell umsetzbar sind, für die es aber keine Förderung gibt beziehungsweise die Mittelbeantragung zu aufwändig wäre. Dazu gehören die Schaffung von kommunalen Informationsangeboten oder auch die Förderung von Bürgerbeteiligung. Auch hier will der Landkreis unterstützend tätig werden. Aus einem 5000-Euro-Topf könnten hier künftig Zuschüsse gewährt werden. Der Umweltausschuss stimmte einmütig zu.

Erstellung eines Solarkatasters

Geretsried und Wolfratshausen haben es schon, jetzt soll es eines für den ganzen Landkreis geben: ein Solarpotenzialkataster. „Mit Hilfe eines Online-Tools wollen wir Informationen für alle Hausbesitzer bieten, wie sie ihr Dach nutzen können“, erklärte Süß. In dem Kataster kann jeder Hausbesitzer sehen, wie die Sonneneinstrahlung und Verschattung auf seinem Dach ist und so herausfinden, „wo die PV-Anlage am günstigsten platziert wird“, sagte Süß. Das ersetze natürlich keine Beratung durch qualifizierte Fachbetriebe, gebe aber erste Anhaltspunkte. Die bestehenden Kataster in Geretsried und Wolfratshausen sollen integriert werden. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung mit der Umsetzung.

Masterplan E-Ladeinfrastruktur

Wenn die Energiewende geschafft werden soll, muss sich auch in Sachen Verkehr einiges ändern. Im Kreishaushalt sind 5000 Euro eingestellt. Hiervon sollte die Energiewende Oberland eigentlich ein Konzept zur E-Mobilität im Landkreis erstellen. „Die EWO begrüßt das, kann das Konzept aber nicht realisieren“, sagte Süß. Die Verwaltung empfehle daher etwas aufgestockte Mittel – 8500 Euro – für die Umsetzung eines „Masterplans E-Ladeinfrastruktur 2025“ zu verwenden. Beauftragt werden soll damit ein Fachbüro. Möchte man mehr E-Autos auf die Straße bringen, brauche man eine sinnvolle Ladeinfrastruktur. Das Konzept soll aufzeigen, wo Ladesäulen fehlen und wo geeignete Standorte sind. Der Ausschuss stimmte zu.

„Der Ausbau der E-Mobilität im Landkreis geht langsam“, ist Süß durchaus realistisch. 272 Hybridfahrzeuge sind zwischen Icking und der Jachenau zugelassen. Dazu kommen 124 reine E-Fahrzeuge. Der Kreis hat hier eine Vorbildfunktion: Im Fuhrpark des Landratsamts gibt es vier Hybrid- und zwei E-Fahrzeuge – darunter ein E-Radl. „Wir müssen allerdings schmerzlich erkennen, dass die Ladeinfrastruktur nicht reicht“, sagte Süß. „Wenn alle um 17 Uhr kommen und ihr Auto anstecken, ist das Stromnetz überlastet.“

Michael Häsch (CSU) war es wichtig, dass beim Ausbau der Ladeinfrastruktur im Landkreis darauf geachtet wird, dass der Strom aus regenerativen Quellen kommt. „Wir können ja nicht den Bürgern sagen: Baut Fotovoltaikanlagen – und an den Säulen lädt er mit Kohlestrom.“ Süß gab ihm Recht. Darauf werde man achten – auch weil es für öffentlich zugängliche Ladestationen nur dann eine Förderung gibt, wenn sie aus regenerativen Quellen gespeist werden. Im Landratsamt werden die E-Fahrzeuge mit Strom aus Wasserkraft geladen.

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