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Kommt seit sieben Jahren Ende Dezember ins Tölzer Kurhaus: Django Asül unterhielt auch diesmal wieder bestens.

Kabarett

Von A wie Amri bis T wie Trump: Django Asüls Jahresrückblick im Kurhaus

Dieser Auftritt im Tölzer Kurhaus hat schon Tradition: Zum siebten Mal präsentierte Kabarettist Django Asül hier seinen satirischen, bissigen Jahresrückblick. Am Ende verließen die Zuschauer kopfschüttelnd, lachend und bestens unterhalten den Saal.  

Bad TölzSein „Rückspiegel“ werde in Bad Tölz schon zur guten Tradition: Das sagte Kabarettist Django Asül am Samstag im voll besetzten Kurhaus, als er zum siebten Mal dort auf der Bühne stand. Wie gewohnt ließ der Niederbayer Persönlichkeiten und Ereignisse des vergangenen Jahres in rasanter Geschwindigkeit Revue passieren, von A wie Amri bis T wie Trump.

Dabei beschränkte er sich nicht nur auf die Großkopferten in Berlin oder München. Eine Veganerin hatte sich Anfang des Jahres empört, dass im Glockenspiel des Limburger Rathausturms „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ ertönte. Der Bürgermeister antwortete auf ihr Schreiben in vorauseilendem Gehorsam juristisch spitzfindig: Sie hätte sich an der Androhung gestört, dass der Fuchs vom Jäger erschossen werden könnte. „Diese Gefahr sei durchaus gegeben“, zitierte Asül. Das Kinderlied im Glockenspiel blieb. Denn bei der Alternative – „Atemlos“ von Helene Fischer – hätte sich wahrscheinlich die Asthma-Selbsthilfegruppe aufgeregt.

Stichwort Deutsche Bahn: Wegen der teurer gewordenen Lufthansatickets nach der Air Berlin-Pleite wichen Reisende jetzt auf die Deutsche Bahn aus. „Diese überlegt sich nun: Was können wir tun, damit der Andrang nicht zu groß wird?“, sagte Asül und spielte auf die technischen Mängel der neuen ICE-Strecke von München nach Berlin an.

Bei S wie SPD und Markus Söder stand hingegen erstmal Martin Schulz ganz oben auf der Abschussliste von Django Asül. Vor der Sommerpause sei Schulz noch aufgetreten wie ein Volkstribun: „Ich werde abschaffen, was uns die SPD eingebrockt hat!“, legte Asül ihm in den Mund. Im September dann hätte Schulz „das hässliche Image eines Fahrers mit Dieselmotor gehabt, ein Fall also fürs Jobcenter“.

Aber auch Söder bekam sein Fett weg: Der CSU-Heimatminister hatte in Asüls Heimatort Hengersberg die Kabeltrommel fürs schnelle Internet höchstpersönlich überreicht. „Es war so hoch emotional, i hob plärrt“, höhnte der Kabarettist. Beim Showdown zur Seehofer-Nachfolge Söder gegen Herrmann, also Franke gegen Franke, habe sich die CSU Oberbayern eingeschaltet: „Des wäre ja, wie wenn zwei Tibeter über den neuen chinesischen Staatschef entscheiden würden“, verdeutlichte Asül.

Bei diesem Programm, so kann man vermuten, wertet der Kabarettist mehr Pressespiegel während des Jahres aus als jeder Minister. Wahrscheinlich war er deshalb auch in Bad Tölz stets mit Handy zu sehen, etwa in der Pause vor der Tür zur Bühne oder am Autogrammtisch. Kontaktscheu ist Asül nicht, denn Besucher konnten ihn schnell in Gespräche verwickeln. Dann mussten sie allerdings auch damit rechnen, nach der Pause auf der Bühne prompt „verwendet“ zu werden. Auf dem Stehtisch stand nämlich während seines Auftritts immer eine Mass mit rotem Tee. „Eine Dame kam zu mir und sagte, sie hätte gar nicht gewusst, dass Augustiner auch Tee herstellt“, lästerte Asül. Und er nahm die neuen „Autogrammjäger“ aufs Korn: „Die Selfies nehmen überhand. Da kommt ein Ehepaar zu mir, und der Mann sagt zu ihr: Geh, mach mal ein Selfie von uns zweien.“

Am Ende blieb der Kabarettist etwas einsam im Eck im Foyer, offensichtlich hatte er manche Gäste im Publikum verschreckt. Aber die Zuschauer verließen kopfschüttelnd, lachend und bestens unterhalten das Kurhaus.

Birgit Botzenhart

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