Helmut-Franz Marks feiert am Sonntag seinen 100. Geburtstag. Sein Geschäft „Marks Feinkost“ in München-Bogenhausen schreibt bis heute Erfolgsgeschichte.
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Helmut-Franz Marks feiert am Sonntag seinen 100. Geburtstag. Sein Geschäft „Marks Feinkost“ in München-Bogenhausen schreibt bis heute Erfolgsgeschichte.

Rückblick auf ein aufregendes Leben

Von Feinkost und Flugzeugen: Helmut-Franz Marks feiert in Tölz 100. Geburtstag

Helmut-Franz Marks, Gründer von „Marks Feinkost“, feiert am 30. Mai seinen 100. Geburtstag. Im Gespräch mit dem Tölzer Kurier blickt er auf ein von Fleiß und Ausdauer geprägtes Leben zurück.

Bad Tölz - Helmut-Franz Marks kam 1921 im damals ostpreußischen Merunen zur Welt. „Das war ein großes Dorf für damalige Verhältnisse, mit über 1000 Einwohnern“, erklärt er. Nach seiner Ausbildung zum Textilkaufmann wurde Marks zum Wehrdienst als Luftwaffenbordfunker eingezogen. „Ich war in einer Spezialabteilung bei der Motorenerprobung“, erzählt Marks, der dort unter anderem in Flugzeugen wie der Junkers Ju 52, der „Alten Tante Ju“ mitflog. „Ich musste jedes Mal damit rechnen, vom Himmel zu fallen.“

Nach einem Flug war Marks wegen einer defekten Maske klinisch tot

Im August 1942 wurde Marks auf einem Flug wegen einer defekten Sauerstoffmaske in 10 000 Metern Höhe ohnmächtig. Zwei mitfliegende Ingenieure verabreichten ihm mit ihren Masken abwechselnd Sauerstoffduschen. Wieder am Boden war Marks klinisch tot, aber die Kameraden gaben nicht auf – und er schaffte es zurück ins Leben. „Ich war tot. Den Ingenieuren habe ich mein Leben zu verdanken“, sagt Marks.

Nach Kriegsende wurde die Familie aus Polen vertrieben. „Wir waren heimatlos und mussten mit dem Zug weg.“ Durch Zufall landete die Familie in Coburg. In Oeslau bei Coburg fasste Marks Fuß. Er wurde Geschäftsführer in einem kleinen Lebensmittelladen. „Es war nicht einfach“, erinnert er sich. „Mir als Flüchtling wurden ständig Knüppel zwischen die Füße geworfen.“

Marks hatte eine Gespür dafür, was angesagt war

Im Lauf der Jahre hat sich Marks „langsam hochgepäppelt“ und 1951 drei Lebensmittelgeschäfte im Raum Coburg gegründet. „Trotzdem dachte ich mir damals: Mit den drei Läden komme ich nicht weit“, so der Jubilar. „Er wollte nach oben“, ergänzt Tochter Marion. Marks sah sich in ganz Deutschland geeignete Läden an, eröffnete dann aber schließlich 1961 am Kufsteiner Platz in München-Bogenhausen „Marks Feinkost“. „Ich war erstaunt über die eleganten Damen mit ihren Fuchs- und Nerzmänteln“, erinnert er sich.

Zum einen trug das Bogenhausener Klientel dazu bei, dass sich der einstige Lebensmittelladen zum Feinkostladen entwickelte, andererseits hatte Marks ein Gespür dafür, was gerade angesagt ist – und so wurde sein Geschäft die erste Adresse in Bogenhausen. „Ich habe viel Herzblut da reingesteckt und es zu einem ziemlichen Namen gebracht“, erzählt er.

Seit 1994 lebt der Unternehmen im „Haus am Park“ in Bad Tölz

1994 zog sich Marks in den Ruhestand zurück. Er verpachtete das Geschäft, das bis heute unter dem Namen „Marks Feinkost“ existiert. Vor drei Jahren ist Marks von einem Seniorenheim in Neu-Ulm nach Bad Tölz umgezogen und wohnt seitdem im „Haus am Park“.

Von Elena Royer

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