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Keine Perspektive: Auch bei der Tölzer Stadtkapelle weiß man nicht, wie es weitergeht. 

Bericht im Ausschuss des Stadtrats

Von heute auf morgen von hundert auf null: Tölzer Kulturbranche leidet unter Corona-Auswirkungen

„Wenn die Kulturlandschaft erhalten bleiben soll, dann kann dies nicht aus eigener Kraft erfolgen.“ Susanne Frey-Allgaier von der Tölzer Tourist-Info machte sich im Kur- und Tourismus-Ausschuss zum Sprachrohr der von der Corona-Krise extrem gebeutelten Kulturbranche.

Bad TölzLeider habe diese keine Lobby, sagte Susanne Frey-Allgaier. Der Lockdown gelte immer noch weitgehend. Bis 31. August seien keine Großveranstaltungen zugelassen. Im kleineren Rahmen – bis zu 50 Personen in Räumen, bis zu 100 im Freien – sind ab 15. Juni zum Beispiel Konzerte wieder möglich. Die Tourist-Info arbeite gerade mit der Tölzer Sing- und Musikschule an einem Konzept für die Reihe „Die Stadt mit der besonderen Note“. Durchs Raster fallen wegen des Aerosolausstoßes die Blasmusiker und Sänger. „Die Kultur wird völlig vergessen“, machte Stadtkapellen-Vorstand Michael Lindmair (FWG) seinem Unmut Luft. Selbst, wenn die Stadtkapelle spielen dürfte, sei angesichts der 50-Personen-Regel die Folge, dass nicht nur keine Zuhörer erlaubt wären, sondern auch noch sechs Musiker zuhause bleiben müssten. Es gilt nämlich immer die Gesamtzahl der Personen. Online-Konzerte habe man probiert: „Das hört sich grausam an.“

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Die Tölzer Stadtführungen haben Ende Mai wieder begonnen. „Ein Spaß ist das aber nicht, eineinhalb Stunden mit Maske zu führen“, sagte Frey-Allgaier. Auch müssten alle Kontaktdaten der geführten Gruppe erfasst werden.

Viel Geld hat die TI in den vergangenen Monaten in Werbung für Ostermarkt, das mittlerweile auf Herbst verschobene Thomas-Mann-Festival und die Veranstaltungen im Kurhaus gesteckt. Das Geld sei fort, sagt die stellvertretende Kurdirektorin, die aber vor Allem mit den Veranstaltern fühlt. Die arbeiteten natürlich mit dem Geld des Vorverkaufs. Wenn bei 500 verkauften Tickets nach den Absagen jeder sein Geld zurückverlange, „geht das einfach nicht“. Frey-Allgaier plädierte deshalb auf jeden Fall für die Gutscheinversion.

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Auch die Betreiber der Veranstaltungsstätten leiden. Frey-Allgaier nannte das Beispiel Kurhaus. Die überregional gefragte Hochzeits-Location habe von heute auf morgen mit einem Buchungsstand von hundert auf null fertig werden müssen. Das Verbot privater Veranstaltungen gelte bis heute.  

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