Auf diesem Grundstück will ein Bauträger ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten durchsetzen. Die Stadt hält ein Doppelhaus für angemessen. Das Landratsamt unterstützt den Bauwerber.
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Auf diesem Grundstück möchte ein Bauträger ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten bauen. Die Stadt kann sich eher ein Doppelhaus vorstellen.

Bebauungsplan beschlossen

Von-Ketteler-Ring: „Exotisches“ Thema im Tölzer Finanzausschuss

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Der Tagesordnungspunkt sei für eine Sitzung des Tölzer Finanzausschusses „vielleicht etwas exotisch“, bekannte Bauamtsleiter Christian Fürstberger am Dienstagabend. Da die Zeit aber dränge, müsse nun eben dieses Gremium über die Aufstellung des Bebauungsplans für den Von-Ketteler-Ring befinden.

Bad Tölz - Zum Hintergrund: Ein Münchner Bauträger hat in dem Viertel ein Grundstück gekauft. Dieses war bislang mit einem kleinen Einfamilienhaus bebaut, das nun – nach dem Willen des Antragstellers – durch ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten ersetzt werden soll. Das lehnt die Stadt mit Blick auf die eher kleinteilig geprägte Umgebungsbebauung in dem Viertel ab. Das Landratsamt – es hat das letzte Wort – stellte dem Bauträger allerdings eine Genehmigung in Aussicht, drohte also damit, das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen.

Größerer Geltungsbereich schafft mehr Richtsicherheit

Um das zu verhindern und die künftige städtebauliche Entwicklung besser steuern zu können, beschloss der Stadtrat in seiner Februarsitzung bereits die Aufstellung eines Bebauungsplans und verhängte eine Veränderungssperre. Einen erneuten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, der nun neben dem Antragsgrundstück auch die umgebenden Areale umschließen wird, fasste nun der Finanzausschuss einstimmig. Der größere Geltungsbereich sorge für „mehr Rechtssicherheit“, sagte Fürstberger. Ob der Geltungsbereich sogar noch einmal erweitert wird, mit dieser Frage wird sich auf Antrag von Christof Botzenhart (CSU) der Bauausschuss in einer seiner nächsten Sitzung befassen.

Grüne wünschen sich mehr Nachverdichtung

Richard Hoch (Grüne) konnte nachvollziehen, warum das Mehrfamilienhaus abgelehnt wurde. „Das ist zu mächtig.“ Die Bebauung mit einem Doppelhaus, die sich die Stadt vorstellen kann, „finde ich für das Grundstück aber zu wenig“, sagte Hoch. Nachverdichtung sei wichtig, um Flächenfraß zu vermeiden. Da gab ihm Peter von der Wippel (FWG) durchaus recht. „Zwischen einem Doppelhaus und einem Haus mit zehn Wohneinheiten gibt es aber bestimmt eine gute Lösung, auf die man sich einigen kann.“ Beispielsweise wäre ja auch ein größeres Doppelhaus mit vier Wohneinheiten denkbar. Man verschließe sich sicherlich nicht „sinnvollen Vorschlägen von Bauwerbern“, sagte Bürgermeister Ingo Mehner (CSU). Das betonte auch Fürstberger: „Wir sind bekennende Verdichter.“ Man müsse aber immer darauf achten, ein Quartier durch Nachverdichtung „nicht zu zerstören“.

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